Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA)

Forschung für Nachhaltige Entwicklung erarbeitet Entscheidungsgrundlagen für zukunftsorientiertes Handeln und liefert innovative Lösungen für eine nachhaltige Gesellschaft. Mit dem nunmehr dritten Rahmenprogramm (FONA³) wird diese Nachhaltigkeitsforschung in Deutschland vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt.
Mediatheksbild - mit dem Titel Nachhaltigkeitsforschung wirksamer fördern (GEOMAR)
BMBF geförderte Meeresforschung im schwedischen Gullmarfjord
Foto: GEOMAR

In den nächsten zwei Jahrzehnten werden entscheidende Weichenstellungen vorgenommen. Wir müssen Wege finden, globale Herausforderungen wie Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Bodendegradation und Rohstoffmangel zu meistern und gleichzeitig den sozialen Zusammenhalt und unseren Lebensstandard zu sichern.

Forschung für nachhaltige Entwicklung erarbeitet innovative Lösungen für diese Herausforderungen und liefert Entscheidungsgrundlagen für zukunftsorientiertes Handeln. Das Spektrum reicht dabei von der Grundlagenforschung bis zur Entwicklung von einsatzbereiten Anwendungen. Zwischen den Jahren 2010 und 2014 hat das Bundesforschungsministerium mit dem Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklungen “ (FONA 2) knapp zwei Milliarden Euro Fördermittel für die Nachhaltigkeitsforschung bereitgestellt. Mit dem weiterentwickelten Rahmenprogramm FONA³ werden ab dem Jahr 2015 erneut Fördermittel bereitgestellt.


Das neue Forschungsrahmenprogramm FONA³

Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und der Zivilgesellschaft wurde das Programm in einem Agendaprozess weiterentwickelt und neue Forschungsschwerpunkte erarbeitet. Die zentralen Elemente des neuen Programms FONA³ sind die Leitinitiativen zu den Themen Green Economy, Zukunftsstadt und Energiewende. Das BMBF arbeitet in diesen Leitinitiativen mit anderen Bundes- und Landesressorts zusammen, damit Forschungsergebnisse unmittelbar für Entscheidungsprozesse genutzt werden können. Darüber hinaus zeichnen sich die Leitinitiativen durch Anwendungsnähe aus und beziehen Stakeholder wie Unternehmen und Kommunen an definierten Punkten in die Forschungsarbeit ein. Insgesamt geht es darum, Umsetzungsprozesse zu unterstützen und dadurch deutliche Impulse für eine nachhaltige Entwicklung zu geben.

Über die drei Leitinitiativen hinaus unterstützt das Ministerium im Rahmen von FONA³ Forschung zur Vorsorge. Diese findet zu drei Feldern statt: Zu den Gemeinschaftsgütern Klima, biologische Vielfalt und Meere, zur intelligenten Ressourcennutzung und zur Verbesserung von Lebensqualität und Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland. In diesen Feldern können die Herausforderungen langfristig nur bewältigt werden, wenn auch jenseits von bereits anwendungsfähigen Lösungen der Erkenntnisfortschritt befördert wird. In der „Vorsorgeforschung“ geht es unter anderem um die Entwicklung regionaler Klimamodelle und Anpassung an die Klimaerwärmung sowie um Erdbeobachtung und Umweltmonitoring. Da die Vermittlung von neuen Erkenntnissen und die Unterstützung von Engagement wichtig sind, werden in FONA³ die Forschung und die Bildung zur nachhaltigen Entwicklung erstmals systematisch zusammengeführt.

Die internationale Zusammenarbeit wird auch mit FONA³ eine zentrale Rolle für die Nachhaltigkeitsforschung spielen. Deutsche Forscherinnen und Forscher werden mit Partnern aus aller Welt zusammen arbeiten, um global tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Mit FONA³ zu mehr Nachhaltigkeit

Mit dem FONA-Rahmenprogramm werden die Nationale Nachhaltigkeitsstrategie und die neue Hightech-Strategie der Bundesregierung umgesetzt. Die Nachhaltigkeitsstrategie sieht vor, dass die Treibhausgasemissionen in Deutschland bis 2020 um 40 Prozent unter das Niveau von 1990 gesenkt werden. Bis dahin soll außerdem der Anteil erneuerbarer Energien an der Energieversorgung auf 20 Prozent gesteigert und die Energieproduktivität gegenüber 1990 verdoppelt werden. Weitere Ziele, zu denen die Nachhaltigkeitsforschung beitragen wird, sind unter anderem die Verdopplung der Rohstoffproduktivität sowie die Reduzierung des zusätzlichen Flächenverbrauchs pro Tag von 130 auf 30 Hektar. Mit der neuen Hightech-Strategie wird Deutschland seine Position als Technologieführer in den Bereichen Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel, nachhaltiges Ressourcenmanagement sowie innovative Umwelt- und Energietechnologien erhalten und ausbauen. Auch hierzu wird FONA³, insbesondere durch die Leitinitiativen, einen wichtigen Beitrag leisten. Eine nachhaltige Entwicklung bietet auch einmalige Chancen für die Wirtschaft: Klimaschutz, Ressourceneffizienz und Versorgung mit erneuerbaren Energien sind die Leitmärkte der Zukunft.