Auf den ersten Blick adressiert Corporate Social Responsibility (CSR) die Welt der Unternehmen. Sie sollen ihren Verantwortungsbereich ausweiten und sozial, ökologisch und ökonomisch engagiert produzieren, vertreiben und kooperieren, schließlich handelt es sich um die corporate responsibility. Tatsächlich greift dieser Ansatz, der nur die Unternehmen in die Pflicht nimmt und ihnen die Gestaltung von wichtigen Zukunftsaufgaben überträgt, gefährlich zu kurz. Denn bei CSR handelt es sich um ein umfassendes Konzept der verbesserten Zusammenarbeit von Staat, Unternehmen und Drittem Sektor zur Lösung komplexer Probleme. Für die Politik könnte dies heißen: vom Vater Staat zum Partner Staat.
Die vorliegende Untersuchung der Bertelsmann Stiftung, die erste ihrer Art in Europa, zeigt dabei sehr deutlich: In Ländern, in denen die Unternehmensverantwortung aktiv von Seiten des Staates initiiert und koordiniert wird, konnte CSR als zukunftsfähiges Gesellschaftskonzept Eingang finden. Oft zeichnen diese Länder ein kooperativer, transparenter Politikstil und ein erfolgreicher Umgang mit den Herausforderungen der Globalisierung aus. Besonders erfolgreich ist man dort, wo an die politische Kultur des Landes angeknüpft und eine gesetzliche Überregulierung der sozialen und ökologischen Aktivitäten der Unternehmen vermieden wird.
Die Veröffentlichung der Bertelsmann Stiftung anlalysiert die CSR-Politik ausgewählter EU-Staaten und will einen Überblick über europäische Praktiken und Ideen geben. Desweiteren wird die CSR-relevante Landschaft in Deutschland skizziert und mit den Maßnahmen anderer Länder verglichen. Dabei ergibt sich laut den Autoren ein zwiespältiges Bild von CSR in Deutschland. Daher mündet die Studie in einen Empfehlungskatalog für die Bundesregierung zur Förderung von CSR.
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