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Dresden wird Modellregion für die Entwicklung von Anpassungsstrategien an den Klimawandel
Die Region Dresden wird sich in den kommenden fünf Jahren intensiv mit praktischen Maßnahmen beschäftigen, die eine gezielte Anpassung an den Klimawandel vorantreiben. Insgesamt 11 Millionen Euro fließen dazu in die Region. Ziel ist es, Dresden und sein Umland gegenüber den erwarteten Auswirkungen des Klimawandels robust zu machen und als Modellfall Impulse für andere Regionen Deutschlands zu liefern. Ein breites Bündnis regionaler Akteure aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft trägt das Großvorhaben.
Quelle: (idw) Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V.
23.10.2008. Zunehmende Trockenphasen, höhere Temperaturen, v. a. im
Winter, abnehmende Niederschläge im Sommer und generell häufigere Extreme - die
für die Region Dresden erwarteten Klimaänderungen werden fast alle
Wirtschaftszweige sowie die Lebensqualität und Standortbedingungen der Stadt und
ihres Umlands beeinflussen. Welche konkreten Auswirkungen zu erwarten sind,
welche Handlungsoptionen sich daraus ergeben, welche Maßnahmen umsetzbar sind
und wie sich ein Bewusstsein in der Bevölkerung für die Anforderungen des
Klimawandels schaffen lassen, darüber soll das jetzt gestartete Vorhaben
"Entwicklung und Erprobung eines integrierten regionalen
Klimaanpassungsprogramms für die Modellregion Dresden" - kurz: REGKLAM -
Erkenntnisse liefern.
Die entscheidenden Schlüsselbereiche für die
zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der Region Dresden stehen im Mittelpunkt
des ambitionierten Projektes. "Wir werden uns insbesondere mit Fragen des
Städtebaus, der Infrastruktur sowie mit der Landnutzung auseinandersetzen",
erklärt Professor Bernhard Müller, Direktor des Dresdner Leibniz-Instituts für
ökologische Raumentwicklung (IÖR), welches das gesamte Projekt koordiniert. "Bei
den erwarteten Klimaänderungen, wie zunehmende Sommerhitze oder vermehrte
Starkregen und Überflutungen, sind Anpassungen von Gebäude- und
Siedlungsstrukturen unerlässlich", so Müller weiter. "Land- und Forstwirtschaft
stehen vor Veränderungen. Die Stadtentwicklung muss klimaverträglicher werden."
Die Wasserver- und -entsorgung stehen aufgrund zurückgehender
Niederschlagsabflüsse sowie hinsichtlich Überflutungen bei Starkniederschlag vor
besonderen Herausforderungen. Land- und Forstwirtschaft sind künftig mit
zunehmender Frühjahrs- und Vorsommertrockenheit konfrontiert - Anpassungen an
Anbaustrategien und -techniken sind auch hier dringend notwendig. Neben den
erwarteten Klimaänderungen sind es aber auch die zukünftige
Bevölkerungsentwicklung, die Energie- und Wasserpreisentwicklung, die
Entwicklung der Stadtstruktur und die Anpassungsreaktionen der Industrie an
diese Veränderungen, die Wissenschaftler und Praktiker im Vorhaben REGKLAM unter
die Lupe nehmen. Nur unter Einbeziehung all dieser Rahmenbedingungen wird es
möglich sein, mit realistischen Szenarien in die Zukunft der Stadt und ihres
Umlandes zu schauen und die Weichen für eine positive Entwicklung der Region zu
stellen.
Im ersten Schritt soll ein sogenanntes Integriertes Regionales
Klimaanpassungsprogramm entstehen. Mit diesem Instrument, so das
Projektkonsortium, wird es der Region Dresden gelingen, auch unter veränderten
Rahmenbedingungen ein attraktiver und wettbewerbsfähiger Lebens-, Wirtschafts-
und Kulturstandort zu bleiben. Der praktische Nutzen des Programms liegt in
konkreten Maßnahmen für Region, Landkreise und Gemeinden, Ver- und
Entsorgungsunternehmen, Land- und Forstwirtschaft sowie für die gewerbliche
Wirtschaft.
REGKLAM basiert auf einer intensiven Zusammenarbeit von
Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft. Die Landeshauptstadt Dresden
und ihre Region sind zentrale kommunale Projektpartner. Neben dem IÖR sind die
TU Dresden, die TU Bergakademie Freiberg, die Stadtentwässerung Dresden GmbH
sowie das Dresdner Grundwasserforschungszentrum und das Leibniz-Institut für
Troposphärenforschung Projektpartner. Eingebunden in das Vorhaben sind außerdem
mehrere Unternehmen, der Regionale Planungsverband sowie das Landesamt für
Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, das Sächsische Staatsministerium für Umwelt
und Landwirtschaft und das Sächsische Staatsministerium des Innern.
Nur
unzureichend ist bisher erforscht, wie hochkomplexe Systeme wie Städte und
Regionen mit langfristigen Herausforderungen wie dem Klimawandel erfolgreich
umgehen können. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt
daher im Rahmen seiner Initiative "Klimawandel in Regionen zukunftsfähig
gestalten (KLIMZUG)" finanzielle Mittel für herausragende Forschungsprojekte zur
Verfügung. Dresden ist mit dem Projekt REGKLAM eine von bundesweit derzeit nur
zwei Regionen, die durch das BMBF gefördert werden.