Das Forschungszentrum Nachhaltigkeit ist eine Zentrale
Wissenschaftliche Einrichtung der Universität Bremen. Es wurde 1989
zunächst als Forschungszentrum Arbeit und Technik (artec) gegründet und
1997 um die Umweltperspektive erweitert. 2003 erfolgte eine
weitreichende inhaltlich-konzeptionelle Neuausrichtung als
Forschungszentrum Nachhaltigkeit, seitdem arbeiten unterschiedliche
Fachdisziplinen insbesondere aus den Sozialwissenschaften zu
Nachhaltigkeitsthemen in Forschung und Lehre zusammen.
Die Schwerpunkte
liegen im Bereich der
Wirtschaftswissenschaften (strategisches
Ressourcenmanagement, Entscheidungsprozesse, Effizienz- und
Nachhaltigkeitsrationalität)
Arbeitswissenschaften
(Organisationslernen, Change-Management und internationale
Regulierungen)
Umweltsoziologie (Umweltbewusstsein, Alltagshandeln,
Lebensstile, Gender, Konfliktbewältigung zwischen Politik, Verwaltung
und Zivilgesellschaft)
Innovations- und Technikforschung (Technikgenese, -folgen und –gestaltung).
Quer zu den einzelnen Fachdisziplinen werden verschiedene
konzeptionelle Zugänge zur Nachhaltigkeitsproblematik verfolgt: Die
Akteurperspektive richtet sich auf die verschiedenen Bedürfnisse,
Interessen und Entscheidungsprämissen individueller und
institutioneller, lokaler, regionaler, nationaler und international
operierender Akteure. Die Transformationsperspektive stellt die
Realisierungsproblematik in den Vordergrund und fragt nach den
Determinanten des gesellschaftlichen Wandels hin zu einer nachhaltigen
Entwicklung. Die Genderperspektive fokussiert auf die
Geschlechterverhältnisse und ihre Folgen für die Wahrnehmung und
Gestaltung von Nachhaltigkeit; die Ressourcenperspektive versteht
Nachhaltigkeit nicht allein als Effizienzproblem, sondern auch als
qualitative Frage der Einbettung technischer Systeme in Naturkreisläufe
(Konsistenz).
Projekte
Nachhaltigkeitseffekte durch Herstellung und Anwendung
nanotechnologischer Produkte: Das Projekt untersuchte mit Hilfe von
Ansätzen der ‚Prospektiven Technikbewertung’ die im Zuge der
Durchsetzung verschiedener nanotechnologischer Einsatzbereiche
erwartbaren ökologischen Be- und Entlastungsaspekte. Zudem wurden
Vorschläge für eine leitbildorientierte Gestaltung der Nanotechnologie
entwickelt
Nachhaltigkeitsbericht der Universität Bremen: Das Projekt
analysiert die konstitutiven Faktoren einer nachhaltigen Entwicklung
von Universitäten am Beispiel der Universität Bremen und erstellt einen
für die Kommunikation mit den universitären Bezugsgruppen geeigneten
Nachhaltigkeitsbericht.
Nachhaltiges Konsumverhalten durch ökologische Dienstleistungen und
organisierte Gemeinschaftsnutzungen im städtischen Wohnumfeld. Das
transdisziplinäre Forschungsprojekt, an dem als Praxispartner Vertreter
der Wohnungswirtschaft, Anbieter von nachhaltigen Konsumalternativen
sowie BewohnerInnen städtischer Wohnanlagen beteiligt sind, untersucht
die Grenzen und Möglichkeiten der alltäglichen Umsetzung neuer
Nutzungsstrategien und ihre Potenziale für nachhaltigen Konsum.
EcoStep – Transfer und Verbreitung des Integrierten
Kleinbetriebsmanagementsystems: Das prozessorientierte
Kleinbetriebsmanagementsystem wird im gewerblich-industriellen und im
landwirtschaftlichen Bereich in vier europäische Regionen (Hessen und
Bremen in Deutschland, Aquitaine in Frankreich, Emigla Romana in
Italien) eingeführt.
Kooperation und Partizipation im ‚Integrierten
Küstenzonenmanagement (IKZM)’: Das soziologische Teilprojekt in dem
Forschungsverbund RETRO untersucht, inwieweit die mit IKZM verfolgten
Standards bei der Integration sozialer, ökologischer und
wirtschaftlicher Interessen und in der Zusammenarbeit unterschiedlicher
staatlicher und gesellschaftlicher Akteure erreicht werden.