Wirtschaft
| Produktionssysteme
| Wald- und Holzwirtschaft
|
Mutterboden, Dämmstoffe und Medikamente aus Holz
Bisher bleibt das Potenzial von Holz als nachwachsendem Rohstoff größtenteils ungenutzt: So landet die Grundsubstanz Lignin, die ein Drittel des Holzes ausmacht, zu 95 Prozent in den Öfen der Zellstofffabriken. Doch Lignin kann mehr sein als Brennstoff, zum Beispiel ein hochwertiger Humusersatzstoff. Wie aus Holz zudem Dämmstoffe, Abluftfilter und Medikamente entstehen, erläutert die aktuelle Ausgabe der "Nachrichten aus der Chemie".
Quelle: (idw) Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.
04.06.2009. Holz besteht zu mehr als 90 Prozent aus Cellulose,
Hemicellulose und Lignin. Lediglich aus Cellulose produzieren wir zurzeit in
großem Maßstab wertvolle Produkte wie Papier und Viskose. Die Maiausgabe der
"Nachrichten aus der Chemie" zeigt, was alles auch aus Lignin und Hemicellulose
entstehen kann und warum Holz zum Verbrennen eigentlich viel zu schade
ist.
Die Weltbevölkerung wächst und landwirtschaftliche Flächen sind kostbar.
Wie praktisch wäre es, auch schlechte Böden bewirtschaften zu können. Doch ein
guter Acker braucht mehr als Erde und Wasser: Er benötigt große Mengen
organischer Substanz mit viel Stickstoff. Dafür eignet sich Lignin, ein
Abfallprodukt der Zellstoffproduktion. Forscher haben eine Methode entwickelt,
den Stickstoffgehalt von Lignin auf bis zu sechs Prozent zu steigern. Aus Holz
entsteht so ein Bodenverbesserer.
Xylane, eine Gruppe von Hemicellulosen,
die im Holz vorkommen, haben nützliche medizinische Eigenschaften: Sie
regulieren den Blutdruck und schützen vor Veränderungen des Erbguts. Um sie als
Medikamente einzusetzen, muss man Xylane aber in reiner Form gewinnen. Das
gelingt beispielsweise durch die Extraktion mit überkritischem Kohlendioxid.
Aus Cellulose wiederum lässt sich mehr als nur Papier herstellen: Aerogele
sind wie natürliche Schaumstoffe. Ihre hohe Oberfläche macht sie zu guten
Dämmstoffen sowie zu Abluft- und Abwasserfiltern.
Um solche und andere
Holzprodukte geht es in dem Beitrag der Chemiker und Biotechnologen Falk
Liebner, Thomas Rosenau, Emmerich Haimer und Georg Pour von der Universität für
Bodenkultur in Wien. Die PDF-Datei des Artikels gibt es bei der Redaktion der
"Nachrichten aus der Chemie" unter
nachrichten@gdch.de.