
Die Förderrichtlinie "Technologien für Nachhaltigkeit und Klimaschutz - Chemische Prozesse und stoffliche Nutzung von CO2" ist Bestandteil der Hightech-Strategie der Bundesregierung im Innovationsfeld Umwelttechnologien sowie des vom Kabinett am 12. November 2008 auf Vorschlag des BMBF und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit verabschiedeten Masterplans Umwelttechnologien. Die Hightech-Strategie (HTS) wie auch der Masterplan Umwelttechnologien sind ressortübergreifende Initiativen für eine zukunftsweisende Innovationspolitik. Mit dieser Förderrichtlinie greift das BMBF auch Vorschläge für zukünftig prioritäre Forschungsfelder des nationalen Dialogprozesses der Hightech-Strategie zum Klimaschutz sowie der Europäischen Technologieplattform für Nachhaltige Chemie (SusChem) auf.
Deutschland hat sich als Wegbereiter für den Klimaschutz ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis 2020 sollen die Energieproduktivität gegenüber 1990 verdoppelt und die CO2-Emissionen um bis zu 40% gesenkt werden. Diese ehrgeizigen Ziele erfordern aus Sicht aller Akteure eine Intensivierung von FuE in allen dafür erforderlichen Bereichen. Eine besondere Rolle kommt dabei der Chemie als Querschnitts- und Basisindustrie zu. Die chemische Industrie kann mit ihrer Forschungs- und Innovationskraft in vielen Branchen einen herausragenden Beitrag zur Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels leisten.
Mit der Durchführung der Klima-Forschungsgipfel in Hamburg und Berlin wurden in einem konstruktiven Dialogprozess Forschungs- und Entwicklungsansätze herausgearbeitet, die technologische Durchbrüche versprechen. Als innovatives Technologiefeld wurde u.a. der Bereich Chemie und Industrieprozesse identifiziert.
Die Herausforderungen an den Klimaschutz sind als Chance für den Forschungs- und Innovationsstandort Deutschland zu sehen. Die Fördermaßnahme ist dabei auf die Beschleunigung von Innovationen sowie auf eine Stärkung der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft gerichtet.
Deutschland hat seine Rohstoffproduktivität bereits beträchtlich steigern können und nutzt Ressourcen effizienter als viele andere Industrieländer. Verglichen mit 1991 werden heute ein Viertel weniger Rohstoffe je Einheit Bruttoinlandsprodukt eingesetzt und damit deutlich weniger Treibhausgase je Einheit emittiert. Die Bundesregierung wird ihre Anstrengungen zur Erhöhung der Ressourcen- und Energieeffizienz in Industrie und Wirtschaft weiter intensivieren. Diese Fördermaßnahme schließt an die Förderrichtlinie "Innovative Technologien für Ressourceneffizienz - Rohstoffintensive Produktionsprozesse" an und trägt zur Erreichung des in der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie verankerten Ziels bei, die Emissionen von Treibhausgasen erheblich zu reduzieren.
Für eine Effizienzsteigerung kann in ressourcenintensiven Wirtschaftsbereichen wie der Chemie eine besonders große Hebelwirkung erreicht werden. Deshalb wird der Schwerpunkt vor allem auf chemische Prozesse mit hohem Primärenergie- und materialeinsatz gelegt, etwa die Herstellung von chemischen Grundstoffen und deren Weiterverarbeitung zu Zwischen- oder Endprodukten. Die Entwicklung und breite Anwendung funktionaler Lösemittel als wesentliche Maßnahme für die Verringerung von klimarelevanten Emissionen wie z.B. CO2 oder leichtflüchtiger organischer Verbindungen (VOC) sind ein weiterer Schwerpunkt. Darüber hinaus können durch Weiterentwicklung von Anlagentechniken und komponenten für chemische Umsetzungen und Aufbereitungsprozesse sowie durch intelligente Verknüpfung von Energieflüssen erhebliche Klimaschutzwirkungen erreicht werden. Gerade die chemische Industrie steht am Beginn von weit verzweigten Wertschöpfungsketten. Die durch eine effizientere Produktion erzielbaren Effekte wirken sich auf alle anschließenden Produktionsverfahren und Produkte aus. Ein wichtiger Schwerpunkt der Ausschreibung ist auch die Nutzung von CO2 als Kohlenstoff-Baustein für chemische Produkte, zur Erweiterung der Rohstoffbasis und Verringerung der Abhängigkeit von Erdöl und Erdgas.
Die Fördermaßnahme unterstützt Wissenschaft und Wirtschaft, hierzu gemeinsam innovative Technologien und Verfahren zu entwickeln und zu erproben. Zukunftsweisend sind Lösungen, die den Rohstoff- und Energieeinsatz optimieren und gleichzeitig zur Emissionsminderung von Treibhausgasen führen. Wichtige Innovationsimpulse können hierbei auch von den Zulieferern der Prozessindustrie sowie unternehmensnahen Dienstleistern (z.B. Maschinen- und Anlagenhersteller) ausgehen.
Die Beteiligung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ist ausdrücklich erwünscht. Hinsichtlich der Ergebnisverwertung wird von den geförderten Projekten erwartet, dass bereits bei der Projektplanung die Wege zur Umsetzung der Forschungsergebnisse in Produkte und Dienstleistungen sowie für die Verwertung in praxisreifen Lösungen anvisiert werden.
Die Fördermaßnahme soll auch als Basis zur Internationalisierung der
Forschungskooperationen zwischen Deutschland und den anderen Mitgliedern der EU
dienen. Die hiermit bevorzugt gegebenen Möglichkeiten der transnationalen
Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft können wichtige Beiträge zur
Lösung länderübergreifender Probleme des Klimawandels leisten.
Es werden Forschungs- und Entwicklungsarbeiten gefördert, die dem dargestellten Zuwendungszweck entsprechen. Die Ansätze können beispielsweise aus folgenden Bereichen stammen:
Schwerpunkt der Förderung sind Verbundprojekte von Forschungseinrichtungen und Unternehmen, die auf eine Umsetzung ihrer Ergebnisse ausgerichtet sind und daher einen substanziellen Beitrag zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz erwarten lassen, insbesondere bei Grundstoffen und chemischen Prozessen. In diesem Zusammenhang sollten auch notwendige Veränderungsprozesse im Management der Produktionsprozesse bzw. bei der Einführung neuer Effizienztechnologien berücksichtigt werden.
Vorausgesetzt wird - zumindest in Problemaufriss und Ergebnissynthese - eine integrative und fachübergreifende Herangehensweise, welche Stoff- und Energieeinsätze eines gesamten Produktionsschrittes einbezieht und auch Einflüsse der technischen Prozesskette auf die Umwelt sowie wirtschaftliche und soziale Aspekte berücksichtigt.
Gegenstand der Forschung können demnach technologie- bzw. branchenbezogene Lösungsoptionen sein wie beispielsweise
Das erwartete Klimaschutzpotenzial ist mittels LCA/Energiebilanzen unter
Berücksichtigung der gesamten Prozesskette (Angabe in
CO2-Äquivalenten) nachvollziehbar darzustellen.
Nicht
förderbar sind Planung und Aufbau großtechnischer Demonstrationsanlagen im
Industrie- bzw. Produktionsmaßstab sowie Arbeiten mit dem Charakter von Studien
z.B. zu Toxikologie und Ökotoxikologie.
Es besteht die Möglichkeit zur Förderung von Nachwuchsgruppen zu den
ausgeschriebenen Themenschwerpunkten. Das Angebot richtet sich an
Post-Doktoranden, mit mindestens zwei bis maximal fünf Jahren
Post-Doc-Erfahrung. Erfahrungen in der internationalen Forschung während der
Promotion oder der Post-Doktorandenphase sind von Vorteil. Wichtigste
Auswahlkriterien sind die herausragende wissenschaftliche Qualität der
Bewerberinnen und Bewerber sowie Originalität und Kreativität des
Forschungsansatzes.
Damit soll die Möglichkeit gegeben werden, dass die
Forscher unabhängig mit einer eigenen Arbeitsgruppe neue interdisziplinäre, im
Grenzbereich zwischen der Grundlagenforschung und der anwendungsorientierten
Industrieforschung angesiedelte Forschungsansätze bearbeiten. Die industriellen
Anwendungspotenziale (ggf. bereits unter industrieller Begleitung) oder andere
Verwertungskonzepte mit dem Ziel des Technologietransfers sind nachvollziehbar
darzulegen.
Die Nachwuchsgruppe soll vorrangig an einer Hochschule oder
einer außeruniversitären Forschungseinrichtung angebunden sein. Die Einrichtung
übernimmt die Arbeitgeberfunktion und stellt die notwendige Infrastruktur zur
Verfügung. Daneben können auch Gruppen gefördert werden, die in vertraglich
geregelten Netzwerken organisiert sind. Teilnehmer eines solchen Netzwerks
können auch industriellen Forschungsabteilungen angehören. In diesem Fall ist
der Leiter Angehöriger einer Hochschule oder außeruniversitären
Forschungseinrichtung.
Es gelten die Bemessungsgrundlagen, wie unter
Nummer 5 beschrieben. Der Förderzeitraum für Nachwuchsgruppen beträgt drei,
maximal fünf Jahre. Nach drei Jahren ist ein Statusbericht vorzulegen, der
Entscheidungsgrundlage für eine mögliche weitere zweijährige Förderphase ist.
Für die Antragstellung gelten im Weiteren die nachfolgenden Punkte dieser
Bekanntmachung.
In die Förderung können - je nach Qualität der eingereichten
Anträge - bis zu fünf Nach-wuchsgruppen aufgenommen werden.
Anträge zu
diesem Förderbereich können von Nachwuchswissenschaftlerinnen und
Nach-wuchswissenschaftlern bis 35 Jahre gestellt werden. Überschreitungen dieser
Altersgrenze sind in begründeten Ausnahmefällen möglich (z.B. Wehrdienst und
Ersatzzeiten, Kinderbetreuung, zweiter Bildungsweg, Auslandsaufenthalt). Die
Auswahl der in die Förderung aufzunehmenden Nachwuchsgruppen erfolgt im
Wettbewerb entsprechend der wissenschaftlichen Qualität der Anträge.
Die Fördermaßnahme soll durch ein wissenschaftliches Koordinierungsvorhaben begleitet werden, das organisatorische und inhaltliche Aufgaben wahrnimmt. Wesentliches Ziel dabei ist die Synthese und Aufbereitung der Ergebnisse sowie die themenübergreifende Koordination und Vernetzung der umsetzungsorientierten Verbundprojekte. Zu den Aufgaben des Begleitvorhabens gehören die Vorbereitung und Durchführung übergeordneter Veranstaltungen (z.B. Arbeitstreffen, Diskussionsforen und Statusseminare), Erarbeitung und Bereitstellung von Informationsmaterialien zum Förderschwerpunkt (PR Materialien, Homepage, etc.), Identifizierung von und Kontaktpflege zu Schnittstellen vergleichbarer europäischen Forschungsaktivitäten, sowie Aufbereitung der Projektergebnisse für unterschiedliche Zielgruppen.
Die Umsetzung des Förderschwerpunktes erfolgt als "lernendes Programm". Das BMBF behält sich vor, weitere Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Fördermaßnahme wie auch zur internationalen Zusammenarbeit zu implementieren.
Gießerei
Elektronik und Elektrotechnik
Keramik
08/2006 - 02/2010
03/2005 - 02/2008
EcoMTex
Hochwertiges Geschirr
Nachhaltiges Wirtschaften (2004) 

