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Auenlandschaften erhalten: Warum und wie?
Am 2. Februar erinnert der Welttag der Feuchtgebiete an die Bedeutung von Auen und Flusslandschaften. In der Helmholtz-Gemeinschaft untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Rolle von Feuchtgebieten für Wasserhaushalt, Artenvielfalt und wirtschaftliche Nutzung und entwickeln Vorschläge für ihren Schutz und eine nachhaltige Bewirtschaftung. So arbeiten UFZ-Wissenschaftler am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in einem vom Bundesamt für Naturschutz beauftragten Forschungsprojekt zum bundesweiten Auenschutz mit und untersuchen in der Region Mittelelbe Ökosystemdienstleistungen, die exemplarisch für Auenregionen sind.
Quelle: (idw) Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren
01.02.2010. "In den letzten Jahren ist das Bewusstsein dafür gewachsen,
dass Feuchtgebiete, Auenwälder und Flusslandschaften nicht nur als Lebensräume
für eine große Vielfalt an Pflanzen und Tieren erhalten werden müssen, sondern
auch wertvolle Ökosystemdienstleistungen für die Bevölkerung erbringen, hier in
Europa und weltweit", sagt Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der
Helmholtz-Gemeinschaft.
Erst im Oktober 2009 hat das Bundesamt für
Naturschutz den ersten Auenzustandsbericht vorgelegt, für den Wissenschaftler
erstmals genaue Kartierungen der Auen in Deutschland erarbeitet haben. Demnach
sind bereits zwei Drittel der einstigen Überschwemmungsflächen vernichtet, nur
noch zehn Prozent der Auen sind in einem naturnahen Zustand. In einem weiteren
Forschungsprojekt ermitteln nun UFZ-Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit
weiteren Forschungseinrichtungen, welche Bedeutung die Auenlandschaften in
Deutschland als Lebensräume für Pflanzen und Tiere, für das
Hochwassermanagement, die Bodenfruchtbarkeit, den Gewässerschutz und den
Klimawandel haben.
"Unsere Ergebnisse werden wir einfließen lassen in
Handlungsempfehlungen an die Politik, auf kommunaler, regionaler und
überregionaler Ebene", erklärt Mathias Scholz, der die Auenforschung am UFZ
koordiniert. Denn Flusslandschaften haben wichtige Funktionen, die in den
vergangenen Jahrzehnten zu wenig gesehen wurden. Dies hat zum Beispiel die
Hochwasserkatastrophe an der Elbe im Jahr 2002 vor Augen geführt.
"Auenlandschaften können vor extremen Überschwemmungen schützen, sie binden aber
auch Treibhausgase, reinigen das Grundwasser, erhalten die Bodenfruchtbarkeit
und zählen zu den Lebensräumen mit der höchsten Artenvielfalt in Mitteleuropa",
sagt Scholz.
Daher hat die Helmholtz-Gemeinschaft auch für das
UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe im Rahmen des UFZ-TERENO-Observatoriums
eine interdisziplinäre Forschungsplattform eingerichtet, die ökologische Fragen
und funktionale Zusammenhänge untersucht. So zeigte eine UFZ-Studie im
Biosphärenreservat Mittelelbe bei Dessau, dass Wassertümpel, in denen
Kleinkrebse wie Wasserflöhe vorkommen, wesentlich weniger Mückenlarven enthalten
als Tümpel ohne Kleinkrebse. Solche Krebstierchen könnten in Zukunft auch
gezielt eingesetzt werden, um Mückenpopulationen zu kontrollieren, so dass
weniger Insektizide benötigt werden. Das Verfahren wurde erfolgreich in
Deutschland und Afrika getestet und wird nun patentiert.