Küstenmeere wie Nord- und Ostsee verbinden terrestrische und ozeanische Lebensräume. An der Schnittstelle zwischen Land und Ozean werden neben Veränderungen durch den Klimawandel und den zunehmenden Nutzungsdruck auch noch Reaktionen auf Veränderung im Einzugsgebiet der Küstenökosysteme wirksam.
Im Rahmenprogramm des BMBF „Forschung für nachhaltige Entwicklungen“ (FONA II) werden die Deutschen Küsten als eine von vier Schlüsselregionen der Erdsystemforschung genannt.
In einem Konsultativprozess mit Verbänden der Wissenschaft und der praxisorientierten Nutzer meereskundlicher Forschung an Nord- und Ostsee wurde eine Küstenforschungs-agenda erarbeitet, die für die nächsten zehn Jahre als inhaltliche Richtschnur für gezielte Fördermaßnahmen des BMBF im Bereich der Küstenforschung dienen wird.
Übergeordnetes Ziel dabei ist es, die wissenschaftlichen Grundlagen für ein ökosystemorientiertes, nachhaltiges Management der Küstenressourcen zu entwickeln und stetig zu verbessern. In der Agenda werden sechs Forschungsschwerpunkte hervorgehoben:
Hydro-,Sediment- und Morphodynamik,
Stoffkreisläufe,
Biologischer Wandel,
Nutzungsansprüche im Spiegel des Klimawandels,
Infrastrukturen im Küsten- und Verkehrswasserbau sowie
Beiträge zur Entwicklung von Mess- und Beobachtungssystemen.
Es ist vorgesehen, zur Umsetzung der Küstenforschungsagenda drei Förderbekanntmachungen zu veröffentlichen.
Die Themen, zu denen Projektvorschläge eingereicht werden können lauten:
Grundlagen für ein verbessertes Verständnis von Küstenmeerökosystemen,
Wechselwirkungen, Austausch- und Transportprozesse zwischen Meeresgrund und Wassersäule,
Entwicklung und Bewertung von Konzepten für innovative Infrastrukturen und Systeme im Küstenbereich.
Neben der Förderung der wissenschaftlichfachlichen Themenfeldern ist auch ein Begleitprojekt geplant, mit dem in enger Abstimmung mit dem BMBF und dem Projektträger die inhaltliche und organisatorische Durchführung der Förderinitiative begleitet werden soll.