Auftakt-Dialog: Forschung zu multilokalen Lebensweisen

Niedersächsische Gemeinden und Forschende der Uni Hannover untersuchen, wie sich eine mobile Bevölkerung auf den kommunalen Alltag auswirkt. Ihr Projekt „TempALand" im Landkreis Diepholz lädt jetzt zum öffentlichen Dialog: Über das gleichzeitige Leben an mehreren Orten.
Erforschen multilokale Lebensweisen ihrer Bevölkerung: Das "TempALand"-Team und Partner. (Landkreis Diepholz)
Erforschen multilokale Lebensweisen ihrer Bevölkerung: Das "TempALand"-Team und Partner.
Foto: Landkreis Diepholz

Multilokale Lebensweisen stehen im Fokus des Forschungsvorhabens „TempALand - Temporäre An- und Abwesenheiten und deren Auswirkungen auf Land und Gesellschaft". Fünf Kommunen des Diepholzer Landes wollen ihre Wohnstandorte, ihre technischen und sozialen Infrastrukturen auf einen mobilen Bevölkerungsanteil einstellen. Ihre Absicht: mit präzisierter Planung kommunale Flächen und Ressourcen verantwortungsvoll und vorausschauend nutzen. Ihr gemeinsames Projekt mit Umwelt- und Stadtplanern der Universität Hannover wird seit Sommer 2016 vom BMBF in der Fördermaßnahme „Kommunen innovativ" gefördert.

In Nachbarschaft des Großraums Bremen gelegen, stehen die Kommunen exemplarisch für eine Region mit Bevölkerungswandel. Während der Nordkreis Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen hat, stagnieren bzw. sinken im Südkreis die Einwohnerzahlen. Hinzu kommen verschiedene Formen mobiler Lebensweisen, die von Studierenden, Fachkräften und Touristen beispielsweise.

Die temporären An- und Abwesenheiten von Bewohnern haben vielschichtige Konsequenzen für den Wohnungsmarkt, den öffentlichen Nahverkehr und die technische und soziale Infrastruktur der Kommunen. Zudem wirkt sich Multilokalität auf das Zusammenleben vor Ort und das bürgerschaftliche Engagement aus. In „TempALand" wollen die Gemeinden gemeinsam mit der Kreiswaltung Diepholz und der Leibniz Universität Hannover präzise Werkzeuge für die Planung in diesen Bereichen entwickeln.

Mit der Veranstaltung „TempALand – Leben an mehreren Orten?" laden die Forschungspartner am 28. Februar in Diepholz erstmals zum öffentlichen Dialog. Mit Vertretern aus kommunaler Verwaltung und Politik, von Initiativen und sozialen Einrichtungen diskutieren sie die Folgen des Lebens an mehreren Orten und stellen das Forschungsvorhaben vor.

Mehr Informationen: tempaland.de