Bekanntmachung: „Transformations to Sustainability" (T2S)

Richtlinien zur Förderung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Rahmen der multilateralen Ausschreibung „Transformations to Sustainability" (T2S).

Vorbemerkungen

Die Förderrichtlinie „Transformations to Sustainablity" (T2S) wird als Belmont Forum Collaborative Research Action (CRA) in Kooperation mit dem NORFACE Netzwerk (New Opportunities for Research Funding Agency Cooperation in Europe) und dem International Social Science Council (ISSC) umgesetzt. Sie ergänzt die nationale Förderung des Rahmenprogamms „Forschung für nachhaltige Entwicklung – FONA³" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Förderschwerpunkt „Sozial-ökologische Forschung" (SÖF) sowie die Förderung im Rahmenprogramm für Innovation und Forschung „Horizont 2020". Dadurch werden neue länderübergreifende Kooperationen initiiert bzw. bestehende gestärkt.

Die Themen dieser transnationalen Bekanntmachung wurden von den beteiligten Förderorganisationen gemeinsam erarbeitet. Förderorganisationen der folgenden Länder haben ihre Teilnahme an der gemeinsamen Bekanntmachung erklärt:

  • In Europa: Belgien, Finnland, Frankreich, Deutschland, Irland, Lettland, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Slowenien, Schweden, Schweiz, Vereinigtes Königreich.
  • Außerhalb von Europa: Brasilien, Taiwan, Japan, USA.

Für die vorliegende Förderrichtlinie wurde von den beteiligten Förderorganisationen ein gemeinsamer Bekanntmachungstext verfasst, der die inhaltliche Grundlage dieser Förderrichtlinie ist. Er kann von der Internetseite des Belmont Forums (www.belmontforum.org) heruntergeladen werden. Für die Förderung der Teilprojekte in den beteiligten Ländern gelten die jeweiligen nationalen Richtlinien.

Förderziel und Zuwendungszweck

In der vorliegenden Bekanntmachung werden ausgewählte transnationale Verbundvorhaben im Bereich der angewandten Forschung gefördert.

Die Projekte sollen von Sozialwissenschaftlern/ Sozialwissenschaftlerinnen geleitet werden. Sie sollen nicht auf die Entwicklung und Demonstration technologischer Innovationen, sondern auf die Verbesserung unseres Verständnisses gesellschaftlicher Aspekte der Transformation in Bezug auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sein.

Ziel ist die Förderung von Forschungsprojekten, die neue Erkenntnisse darüber erbringen, wie die Transformation der Gesellschaft in Richtung Nachhaltigkeit gelingen kann. Auf globaler, regionaler und lokaler Ebene sollen Transformationsprozesse daraufhin untersucht werden, wie sie abgelaufen sind und welche Faktoren zu welchen Ergebnissen geführt haben. Von Relevanz sind sich aktuell vollziehende Prozesse, aber auch historische Beispiele mit klar erkennbarer Relevanz für gegenwärtige soziale Dynamiken.

Das Forschungsprogramm möchte einen Beitrag zur Neustrukturierung des weiten Felds der Nachhaltigkeitsforschung auf internationaler Ebene leisten, indem die Sozialwissenschaften die tragende Rolle in interdisziplinären Forschungsprojekten einnehmen. Schwerpunkte werden auf die kooperative Erarbeitung der Problemformulierung und des Wissens („Co-production") im Forschungsprozess gelegt, weil dies als entscheidender Faktor für das Gelingen der gesellschaftlichen Transformation angesehen wird. Deshalb wird empfohlen, Stakeholder oder zivilgesellschaftliche Akteure in die Forschungsprojekte einzubinden.

Das Forschungsprogramm verfolgt hauptsächlich folgende Ziele:

  • Transformationsprozesse in Richtung Nachhaltigkeit zu verstehen und solche Forschung zu diesen Transformationen zu unterstützen, die weltweit von großem sozialem, ökonomischem und politischem Interesse und von großer Relevanz sowohl für die Wissenschaft als auch für Stakeholder ist.
  • Die Fragmentierung des Wissens und der Aktivitäten zum Thema in der Gesellschaft wie auch in der Forschungslandschaft zu überwinden und dauerhaft Kapazitäten, Kooperationen und Netzwerke zu stärken bzw. neu aufzubauen – über nationale und disziplinäre Grenzen hinweg, in der Wissenschaft wie auch zwischen Wissenschaftlern, Praktikern und gesellschaftlichen Akteuren.

Das Programm setzt drei thematische Schwerpunkte. Jedes Projekt sollte sich auf mindestens eines dieser Themen beziehen. (siehe Punkt 2 "Gegenstand der Förderung").

Der Förderung durch das BMBF liegt das Rahmenprogramm „Forschung für nachhaltige Entwicklung" (FONA³) zugrunde; sie ist im Förderschwerpunkt „Sozial-ökologische Forschung" (SÖF) angesiedelt.

Gegenstand der Förderung

Klimawandel, Umweltschäden und Ressourcenschwund stellen die Gesellschaft weltweit vor neue Probleme. Besonders Länder mit mittlerem und geringem Einkommen werden wahrscheinlich überproportional stark davon betroffen sein. Der langsame Fortschritt bezüglich vieler dieser drängenden Herausforderungen der globalen Entwicklung, insbesondere der globalen Umweltveränderungen, haben dazu geführt, dass sowohl in der Wissenschaft wie in der Politik zunehmend Wert darauf gelegt wird, über inkrementelle Änderungen hinauszudenken. Konventionelles Wissen und "Capacity Building" haben zur Lösung der Nachhaltigkeitsherausforderungen zwar eine gewisse Wirkung gezeigt, sie reichen letztendlich aber nicht aus. Folglich greift zunehmend das Bewusstsein um sich, dass die Art und Weise, wie Gesellschaften miteinander und mit der natürlichen Umwelt interagieren, grundlegend geändert werden muss, um Nachhaltigkeit zu erreichen. Gesellschaftliche Transformationen erfordern tiefgreifenden und beständigen systemischen Wandel, der typischerweise soziale, kulturelle, technologische, politische ökonomische und umweltbezogene Prozesse beinhaltet. Dafür wird eine gemeinsame Initiative benötigt, die der Forschung zu Transformationen in Richtung nachhaltiger Entwicklung Aufschwung und Impulse für neue Lösungen geben kann.

Die Projekte dieser Fördermaßnahme sollen von Sozialwissenschaftlern geleitet werden und sich vorrangig nicht mit der Entwicklung und Umsetzung technologischer Innovationen, sondern mit der Verbreiterung der Erkenntnisse über gesellschaftliche Aspekte der Transformation mit Bezug auf Nachhaltigkeit befassen. So können auch innovative Ansätze entstehen, die wiederum sozialwissenschaftliche Analysen wiederbeleben können. Die Projektkonsortien sollen multi- oder interdisziplinär zusammengesetzt sein, soweit dies für die jeweilige Forschungsfrage relevant ist.

Die genannten Herausforderungen sollen aus sozial- und geisteswissenschaftlicher Perspektive in dreispezifischen Themen angegangen werden, die sich aus den internationalen Forschungsbedarfen ergeben haben. Vorschläge können sich sowohl auf eines als auch auf mehrere dieser Themen beziehen:

  1. Governance der gesellschaftlichen Transformationsprozesse in Richtung nachhaltige Entwicklung
  2. Ökonomische und finanzwirtschaftliche Aspekte gesellschaftlicher Transformationsprozesse in Richtung nachhaltige Entwicklung
  3. Wohlstand, Lebensqualität, Identität und (soziale und kulturelle) Werte mit Bezug auf gesellschaftliche Transformationsprozesse in Richtung nachhaltige Entwicklung


Es wird erwartet, dass sich Vorschläge auf mindestens eines dieser Themen beziehen. Sie können darüber hinaus auch noch eine oder beide der folgenden Querschnittsthemen behandeln:

  • Konzeptionelle Aspekte des Transformationsprozesses
  • Methodologische Innovationen

Die Forschungsthemen sind ausführlich im „Programme Text" der Bekanntmachung beschrieben. Die detaillierte Themenbeschreibung der englischsprachigen Veröffentlichung („Call for Proposals" und „Programme Text"), vgl. Veröffentlichung der gemeinsamen Bekanntmachung auf den Internetseiten des Belmont Forums (www.belmontforum.org), ist maßgeblich für die Antragseinreichung.

Die vollständige Bekanntmachung finden Sie hier: https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-1307.html