Förderinitiative Kopernikus-Projekte für die Energiewende

Neue Energiesysteme und -konzepte soweit zu entwickeln, dass sie im großtechnischen Maßstab angewendet werden können - das ist das Ziel der Förderbekanntmachung „Kopernikus-Projekte für die Energiewende“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Dabei steht der systemische, gesamtheitliche Ansatz der Projekte gegenüber der Förderung von Einzeltechnologien im Vordergrund. Hier verfolgt das Ministerium einen neuen Ansatz in der Ausgestaltung der Energieforschungspolitik. In dessen Kern steht die Initiierung von Innovationen für die Energiewende.
Strommasten und Windkrafträder auf einem Feld im Abendlicht (kflGALORE/iStock/Thinkstock)
Kern ist die Initiierung von Innovationen für die Energiewende
Foto: kflGALORE/iStock/Thinkstock

Es sollen Forschungsfelder von starker Komplexität, mit einem hohen Forschungsrisiko und besonderen Potenzialen für die Umstellung des Energiesystems bis 2025 wirtschaftlich nutzbringend erschlossen werden. Die Forschungsprojekte haben eine Gesamtlaufzeit von 10 Jahren, die in Förderperioden mit steigender Industriebeteiligung eingeteilt sind. So werden Ergebnisse aus der Grundlagenforschung bis hin zur Anwendung geführt. Das BMBF stellt für die erste Förderphase bis 2019 bis zu 120 Millionen Euro bereit. Bis 2025 sollen weitere 280 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

In einem breit angelegten gesellschaftlichen Dialogprozess von Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, die im Forschungsforum Energiewende zusammengearbeitet haben, sind die folgenden Themen herausgearbeitet worden:
  • Neue Netzstrukturen:

In ausgewählten Stadt- und Landregionen werden Projekte zur Erprobung des Zusammenspiels intelligenter dezentraler und europäisch integrierter Versorgungsnetze aufgebaut, die Versorgungssicherheit und Datenschutz gewährleisten.

  • Flexiblere Nutzung erneuerbarer Ressourcen/Power-to-X:

Ziel ist die Entwicklung der großtechnischen Voraussetzungen für die Auskopplung von erneuerbaren Energien aus dem Stromsektor in die Bereiche Wärme, Mobilität und chemische Grundstoffe. Das Vorhaben liefert die großtechnischen Voraussetzungen für die stoffliche Speicherung von mehr als 90 Prozent der erneuerbaren Energien, die in Zukunft zur Verfügung stehen werden, auch wenn sie gerade nicht benötigt werden.

  • Ausrichtung von Industrieprozessen auf fluktuierende Energieversorgung:

Es sollen ausgewählte Industrieprozesse mit der volatilen Einspeisung der Erneuerbaren Energien verknüpft werden. Damit sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, dass Deutschland bis zum Jahr 2030 Leitanbieter für diese angepassten Technologien und Prozesse wird.

  • Systemintegration/Transformation und Vernetzung der Energieversorgung:

Ziel ist die Erarbeitung konsistenter Konzepte zur Gestaltung eines nachhaltigen deutschen Energiesystems. Anhand von systemanalytischen Untersuchungen in Modellregionen werden diese überprüft. Dabei sind soziale, ökologische, ökonomische und technische Aspekte sowie der gesamteuropäische Kontext zu berücksichtigen.

Weitere Informationen zu den Konsortien gibt es hier.

Zuletzt geändert: 24.04.2017