11.04.2016
31.12.2022


Förderinitiative Solares Bauen/ Energieeffiziente Stadt

In Deutschland leben rund 75 Prozent der Menschen in Städten. Daher sind Städte und Quartiere besondere Lebens-, Wirtschafts- und Kulturräume. Gerade dort ist ein zukunftsfähiges und energieeffizientes Energiesystem notwendig. Besonders relevant für die Steigerung der Energieeffizienz ist der Gebäudesektor: In den Wohn- und Nichtwohngebäuden entstehen bundesweit rund 35 Prozent des Endenergieverbrauchs, etwa drei Viertel davon ist Wärme. Hier setzt die Förderinitiative „Solares Bauen/ Energieeffiziente Stadt“ an. Die Förderung von Forschung, Entwicklung und Demonstration bringt die Energie- und insbesondere die Wärmewende in Gebäuden und Quartieren voran.

Der Hauptmarkt in Trier an der Mosel (Dominik Ketz/Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH)
Der Hauptmarkt in Trier an der Mosel
Foto: Dominik Ketz/Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH

Die Förderinitiative „Solares Bauen/ Energieeffiziente Stadt“ umfasst den gesamten Bereich des energieoptimierten Bauens, Sanierens und Betreibens von Gebäuden und Energieinfrastrukturen in Quartieren. Ebenso sind in der Initiative alle Aspekte eingeschlossen, die Energieeffizienz in Quartiere erhöhen, die erneuerbarer Energien leichter integrieren und die Energie optimal in einem Energiesystem verteilen, unter anderem durch intelligente Sektorenkopplung. Energieeffizienz und Dekarbonisierung beginnen auf Gebäudeebene und setzen sich im Quartier und in der Stadt fort. Die Förderbekanntmachung hat mit den Themen Solares Bauen und Energieeffiziente Stadt zwei Schwerpunkte:

Solares Bauen

In dem Modul Solares Bauen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie werden Projekte auf Ebene von Gebäuden und Gebäudeensembles gefördert. Im Fokus steht die Demonstration von Konzepten zu Sanierung und Neubau von mehrgeschossigen Wohnbauten. Besonders berücksichtigt wird die Wirtschaftlichkeit, wenn Energieeffizienz umgesetzt wird, und wenn erneuerbare Energien integriert werden.

Das Thema Solares Bauen verdeutlicht, wie erneuerbare Energien in das Wärmekonzept eingebunden werden. Dieses Modul steht stellvertretend für die gesamte Nutzung erneuerbarer Energieträger. Es werden ambitionierte Verbundvorhaben gefördert, die durch eine Kombination von Forschung, Entwicklung und Demonstration dazu beitragen, die Energieeffizienzstrategie Gebäude der Bundesregierung für mehrgeschossige Wohnbauten bei Sanierung und Neubau umzusetzen.

Energieeffiziente Stadt

Das Modul Energieeffiziente Stadt aus der gemeinsamen Förderbekanntmachung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie fördert umfassende und systemisch angelegte Leuchtturmprojekte im Quartier. Ein innovatives, energieoptimierte und nachhaltiges Quartier zu gestalten, das durch Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien nahezu ohne fossile Brennstoffe auskommt, ist eine Aufgabe, die nur durch systemische, transdisziplinäre Ansätze bewältigt werden kann.

Es müssen nicht nur technische Herausforderungen gemeistert, sondern auch passende rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen, wirtschaftliche Konzepte aufgestellt und die beteiligten Akteure in die Umsetzung der Maßnahmen eingebunden werden, um die notwendige Akzeptanz zu erreichen.

Es werden gezielt Leuchtturmprojekte in Form von Reallaboren und umfassenden Quartiersprojekten gefördert, die unter Einbeziehung aller relevanten Akteure ein energetisches Gesamtkonzept von der Forschung bis in die Umsetzung angehen. Um den Beitrag der Städte zur Energiewende zu maximieren sind umfassende Veränderungen erforderlich, die durch Forschung und Entwicklung angestoßen, vorbereitet und bei der Umsetzung vor Ort begleitet werden sollen. Dabei gilt es, den Energieverbrauch zu senken, die Sektorenkopplung voranzutreiben und das gesamte System durch die Integration erneuerbarer Energien schrittweise zu dekarbonisieren. Ziel ist, visionäre und tragbare Zukunftskonzepte zu entwickeln, die eine langfristige und energetisch nachhaltige Stadtentwicklung im Quartier ermöglichen.

Die Förderbekanntmachung ist am 11. April 2016 im Bundesanzeiger veröffentlicht worden.

Zuletzt geändert: 06.04.2017