Innovationen querfeldein: Wenn Biokohle den Acker fruchtbar macht

Potsdam, 03.09.2014 – Im bundesweiten Innovationswettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ 2014 ist das Projekt „Optimierte Biokohle aus agrarischen Reststoffen“ heute als einer von 100 Preisträgern geehrt worden. Zum Thema „Innovationen querfeldein – Ländliche Räume neu gedacht“ liefert das Projekt in der Kategorie Wissenschaft Antworten auf die Frage, welche Bedeutung Biokohle zukünftig für Landwirtschaft und Klima haben kann, z. B. um als nachhaltiger Bodenhilfsstoff an ertragsschwachen Standorten bessere Ernten zu ermöglichen.
Ausgezeichnet wurde das ATB für seine zukunftsweisende Forschung zu optimierter Biokohle aus agrarischen Reststoffen. Die Idee: Wenn aus Mais oder Getreidestroh Biogas produziert wird, bleiben Gärreste übrig. Aus ihnen wird Biokohle hergestellt, die dem Boden wichtigen Kohlenstoff zuführt. Das chemische Element ist zudem fest im Dünger gebunden und kann auf diese Weise nicht in Form von Treibhausgasen in die Atmosphäre entweichen – ein Plus für das Klima. Seit 2009 beforschen Wissenschaftler am Potsdamer Leibniz-Institut für Agrartechnik das Thema Biokohle – von der Karbonisierung von agrarischen Reststoffen über die Charakterisierung und Pflanzenwirkung von Biokohle bis hin zur Bewertung ihres ökonomischen und ökologischen Potenzials.

Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank zeichnen im Rahmen des Wettbewerbs gemeinsam Ideen und Projekte aus, die einen positiven Beitrag zur Gestaltung der ländlichen Räume und Regionen liefern und sie fit für die Zukunft machen. Rayk Heidamke, Leiter Firmenkunden Brandenburg der Deutschen Bank, überreichte den ATB-Biokohleforschern Dr. Jan Mumme, Dr. Andreas-Meyer-Aurich und Dr. Jürgen Kern die Auszeichnung als „Ausgezeichneter Ort“ und betonte: „Das Leibniz-Institut für Agrartechnik lässt uns einen Blick in die Zukunft der Landwirtschaft werfen: Ihr Projekt verbindet Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Sie geben dadurch nicht nur der Agrarwirtschaft innovative Impulse, sondern den ländlichen Regionen insgesamt. Es gilt, die Herausforderungen anzunehmen – und das eben querfeldein. Treffender hätte ein Jahresthema die Transformationskraft des ländlichen Raums gar nicht einfangen können.“

„Ein ‚Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen‘ zu sein, erfüllt mich mit Freude und auch mit Stolz – zuvorderst auf die Leistungen unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“, kommentierte Prof. Dr. Reiner Brunsch, wissenschaftlicher Direktor des ATB, die Auszeichnung. „Mit der Forschung zu Biokohle ist es uns gelungen, wissenschaftliche Exzellenz und gesellschaftliche Relevanz zu verbinden – und damit den Leitgedanken unseres Namenspatrons Leibniz mit Leben zu füllen: Grundlagenforschung mit praktischer Anwendung zu verknüpfen.“

Das ATB erhält die Auszeichnung bereits zum zweiten Mal: 2009 wurde das Institut für seine innovativen Konzepte und Produktideen für die Nutzung nachwachsender Rohstoffe ausgezeichnet.
„Der Einfallsreichtum und die Leidenschaft der Menschen, mit denen sie Zukunft in unserem und für unser Land gestalten, verdienen eine Bühne, auf der sie wahrgenommen werden. Die ‚Ausgezeichneten Orte‘ bilden ein einmaliges Netzwerk an Innovationen aus Deutschland“, begründete Rayk Heidamke das langjährige Engagement der Deutschen Bank im Wettbewerb. Aus 1.000 Bewerbungen wählte die Expertenjury aus Wissenschaftlern, Wirtschaftsmanagern, Journalisten und Politikern gemeinsam mit einem sechsköpfigen Fachbeirat das Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim mit seinem Projekt „Optimierte Biokohle aus agrarischen Reststoffen“ als Preisträger aus.

Detaillierte Informationen zum Thema ländliche Regionen in Form von Interviews, Multimediareportagen und aktuellen Studien erhalten Sie auf dem Themenportal:

http://www.innovationen-querfeldein.de.