Innovationsplattform Zukunftsstadt

Im Februar 2016 startete das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) die Innovationsplattform „Zukunftsstadt“ (IPZ), um gute Ideen aus der Forschung schneller in den Alltag der Städte zu bringen.
Ortsschild mit der Aufschrift "Zukunftsstadt" (Bundesministerium für Bildung und Forschung)
Innovationsplattform Zukunftsstadt
Foto: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Weltweit leben mehr als die Hälfte, in Deutschland sogar drei von vier Menschen in Städten. Bis zum Jahr 2050 werden über 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Städte verbrauchen schon jetzt bis zu 80 Prozent der weltweit erzeugten Energie, erwirtschaften rund 80 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts und sind für bis zu 70 Prozent des Treibhausgas-Ausstoßes der Menschheit verantwortlich. Folgerichtig konstatiert das High- Level Panel für die 2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung der VN: „Es sind die Städte, wo der Kampf um eine nachhaltige Entwicklung gewonnen oder verloren wird.“ Die Umsetzung der Ziele für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) wird demnach v.a. auf kommunaler Ebene geschehen.

Die Herausforderung einer nachhaltigen Stadtentwicklung ist bereits in der Hightech-Strategie der Bundesregierung aufgegriffen worden. Mit ihr wurde bereits 2012 das Zukunftsprojekt der „CO2-neutralen, klimaangepassten und energieeffizienten Stadt“ definiert. Um dieses Ziel zu erreichen und die Zukunftsstadt zu verwirklichen, haben sich die Ressorts für Forschung, Umwelt, Bau, Wirtschaft und Verkehr zusammen getan und Expertinnen und Experten zu einer Nationalen Plattform Zukunftsstadt eingeladen. Über 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft haben dort zwei Jahre lang in einem innovativen Agendaprozess – anwendungsorientiert, ressortübergreifend und transdisziplinär - beraten, welche die dringendsten Forschungsfragen sind, die gelöst werden müssen, um den nachhaltigen Umbau unserer Städte voran zu bringen. Ihre Antworten haben sie in ihrer Strategischen Forschungs- und Innovationsagenda - kurz der FINA - zusammengetragen. Die FINA ist dezidiert ein Papier der Akteure, nicht der Politik. Die Städte erwarten von der Wissenschaft einen relevanten Beitrag für die Lösung ihrer Probleme.

Dem hat der Staatssekretärs-Ausschuss für Nachhaltigkeit der Bundesregierung Rechnung getragen. Er hat die Einrichtung der Innovationsplattform Zukunftsstadt (IPZ) als Teil eines Interministeriellen Arbeitskreises („IMA Stadt“) unter Federführung des BMUB beschlossen. Die IPZ soll Forschung und Entwicklung als Beitrag für die Stadtentwicklung ermöglichen, die Lücke zwischen Wissen und Handeln schließen und Forschung in kommunale Praxis übertragen.

Auf der Konferenz „Wege in die Zukunftsstadt“ am 22./23. Februar 2016 in Berlin hat die Innovationsplattform Zukunftsstadt ihre Arbeit aufgenommen. Gleichzeitig kam das Wissenschaftsjahr 2015 „Zukunftsstadt“ zum Abschluss.

Die Innovationsplattform wird konkrete Forschungsprojekte fördern und priorisierte Themen aus der FINA umsetzen. Dies soll im ständigen Dialog mit den Partnern aus Kommunen, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft geschehen. Ziel der IPZ ist, eine anwendungsorientierte und - wo möglich - ressortübergreifende sowie transdisziplinäre Forschungs- und Innovationsprogrammatik zu entwickeln und aufbauend auf oder ergänzend zu bestehenden Vorhaben zur Zukunftsstadt ressortübergreifend neue, gemeinsam abgestimmte und integrierte Programme und Initiativen unter Wahrung der Ressortzuständigkeiten zu entwickeln. Das BMBF trägt dazu in seiner Leitinitiative Zukunftsstadt in den nächsten fünf Jahren 150 Millionen Euro bei. Auch weitere Ressorts werden Ihre Fördermittel entsprechend auf die Ziele der IPZ abstimmen.