01.01.2015
offenes Ende


Nachwuchsförderung
Sozial-ökologische Forschung

Die Nachhaltigkeitsforschung braucht gut qualifizierten wissenschaftlichen Nachwuchs, der in der Lage ist, zu Lösungen von komplexen gesellschaftlichen Problemen wie dem Klimawandel oder der Energiewende beizutragen. Aus diesem Grund fördert das BMBF gezielt interdisziplinär zusammengesetzte Nachwuchsgruppen in der Sozial-ökologischen Forschung.
Junge Pflanze und Hand (Fotolia, amenic181)
Gärtner bewässert junge Pflanze
Foto: Fotolia, amenic181

Im Förderkonzept des Förderschwerpunktes „Sozial-ökologische Forschung“ sind neben der thematisch ausgerichteten Förderung (wie bspw. „Nachhaltiges Wirtschaften“ oder „Transformation Urbaner Räume“) auch strukturelle Förderformate vorgesehen, um die transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung weiter zu stärken. Der Förderung des auf diesem Gebiet inter- und transdisziplinär arbeitenden wissenschaftlichen Nachwuchses kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Denn nach wie vor ist das Wissenschaftssystem vorwiegend disziplinär ausgerichtet. Interdisziplinäre und insbesondere transdisziplinäre Herangehensweisen werden nicht ausreichend honoriert. Insbesondere wissenschaftliche Karrieren sind so nur schwer aufzubauen, auch wenn die bisherige Nachwuchsförderung in der Sozial-ökologischen Forschung bereits konkrete Fortschritte gezeigt hat. Dass die Förderung in die richtige Richtung geht, aber bei weitem noch nicht ausreichend ist, zeigt die in 2012/2013 durchgeführte Evaluierung.

Ziel der Fördermaßnahme „Nachwuchsgruppen in der Sozial-ökologischen Forschung“ ist es, sowohl institutionelle als auch personelle Kapazitäten, die für die Durchführung inter- und transdisziplinärer Nachhaltigkeitsforschung benötigt werden, weiterzuentwickeln. Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sollen mit fachübergreifenden Forschungsperspektiven an den Schnittstellen von Natur-, Ingenieur- und Gesellschaftswissenschaften die Gelegenheit erhalten, sich akademisch weiter zu qualifizieren und allgemein ihre Chancen für Karrierewege in inter- und transdisziplinärer Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu verbessern. Bei der Bearbeitung einer selbst gewählten Forschungsaufgabe sollen Nachwuchsgruppen zugleich - über das Forschungsergebnis im engeren Sinn hinaus - die Kultur interdisziplinären wissenschaftlichen Arbeitens pflegen und entwickeln. Insgesamt soll eine weitere Öffnung der Universitäten für inter- und transdisziplinäre Forschungsansätze erreicht werden.
Die Laufzeit der Projekte beträgt fünf Jahre. Damit soll den besonderen Herausforderungen inter- und transdisziplinärer Forschung Rechnung getragen werden und zugleich die akademische Qualifizierung der Nachwuchswissenschaftler/-innen sichergestellt werden.

Seit 2002 wurden in zwei Förderphasen mit insgesamt 37 Mio. € Fördervolumen 21 Nachwuchsgruppen gefördert. Über 100 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten sich weiterqualifizieren. Die umfassenden Erfahrungen wurden mit Fragebögen erhoben und in verschiedenen Workshops analysiert. Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen (Bilanzierungsbericht) wurde die Nachwuchsgruppenförderung in der Sozial-ökologischen Forschung weiterentwickelt und in 2015 mit regelmäßigen Abgabeterminen neu ausgeschrieben. Die nächste Frist zur Skizzeneinreichung ist der 27.04.2018.

Die abgeschlossenen Projekte der zweiten Förderphase finden sich hier.

Die sieben aktuell laufenden Nachwuchsgruppen (Förderphase 3) beschäftigen sich mit den Themen systemische Risiken in Bezug auf Kunststoffe, Saatgutproduktion, Obsoleszenz, Migration, Planung, Mobilität sowie Rebound-Effekte.

Für Förderphase 4 wurden fünf Projekte zur Förderung ausgewählt, die zwischen 2017 und 2018 starten sollen.

Im Folgenden werden die laufenden Nachwuchsgruppen jeweils kurz dargestellt.

Zuletzt geändert: 15.09.2011