10.06.2016
30.06.2020


Plastik in der Umwelt

Plastik in der Umwelt ist ein weltweites Problem. Trotz zahlreicher Aktivitäten sind viele Fragen zu Eintragspfaden, Verbreitungswegen und Auswirkungen noch ungeklärt. Im Rahmen der Leitinitiative Green Economy fördert das BMBF innovative Forschung, die dazu beiträgt, diese Wissenslücken in einem ganzheitlichen Ansatz zu schließen.
Dosensixpackhalterung schimmt im Wasser (iSTock fergregory)
Meerwasserverschmutzung
Foto: iSTock fergregory

Plastik in der Umwelt ist ein weltweites Problem, das sich besonders augenscheinlich in einem wachsenden Plastikmüllaufkommen im Meer zeigt. Dies haben auch die G7-Staatschefs zum Anlass genommen, dieses Problem gemeinsam anzugehen und im Jahr 2015 einen Aktionsplan beschlossen. Die G7-Wissenschaftsminister haben diesen Aktionsplan mit einem entsprechenden F&E-Bedarf untersetzt.
Trotz vieler Aktivitäten sind die grundlegenden Fragen bislang nicht hinreichend beantwortet, zum Beispiel:  
  • Wie groß ist das Ausmaß des Problems? Wie viel Kunststoff ist wo zu finden?
  • Was sind die wesentlichen Quellen des Problems? Was sind die wichtigsten Eintragspfade und Ursachen?
  • Welche Auswirkungen hat der Eintrag von Plastik in die Umwelt? Wie schädlich sind Kunststoffe für Lebewesen?

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung verfolgt mit dieser Bekanntmachung das Ziel, wissenschaftliche Verfahren, Methoden, Instrumente, Begriffe zur Untersuchung von Plastik in der Umwelt zu entwickeln und zu etablieren, um damit

  • ein konsistentes Bild des Gesamtproblems zu entwickeln und international zur Grundlage des Handelns zu etablieren,
  • gemeinsam mit Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Lösungsansätze zu identifizieren, zu entwickeln und in die Umsetzung zu bringen,
  • mit internationalen Partnern aus den wichtigsten Produktions- und Nutzungsländern Kooperationsprojekte zur Reduktion des Eintrags von Plastik in die Umwelt zu beginnen.

Die Bekanntmachung ist Teil der Leitinitiative Green Economy des BMBF-Rahmenprogramms „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ und erweitert die bereits auf der Grundlage von FONA3 begonnenen Maßnahmen: das im Rahmen von JPI OCEANS international abgestimmte Förderprogramm zu Mikroplastik im Meer, das im Förderschwerpunkt Nachhaltiges Wassermanagement (NaWaM) laufende Verbundprojekt Mikroplastik im Wasserkreislauf-MiWa sowie die wissenschaftliche Nachwuchsgruppe zum Thema in der Sozial-ökologischen Forschung.
Die vom BMBF angestrebte systemische Betrachtungsweise wurde im Vorfeld der Bekanntmachung mit Sachverständigen beraten. Das Ergebnis der Überlegungen des BMBF und der Diskussionen ist öffentlich dokumentiert in einem Hintergrundpapier „Plastik in der Umwelt – Quellen, Senken und Lösungsansätze“ . Die wesentlichen Themen und Fragestellungen für Forschungsaktivitäten sind in vier Bereichen strukturiert:

  1. Green Economy: Stoffströme, Wertschöpfungsketten, Technologien & Recycling
  2. Konsum, Verbraucherverhalten, Handel und Produktion, Governance
  3. Eintragspfade, Transport, Zersetzung und Verbleib in limnischen Systemen
  4. Meere und Ozeane als Senke und Akkumulationsraum.

Darüber hinaus können Projekte mit Querschnittscharakter, die zwei oder mehr der genannten Themen umfassen, gefördert werden. In allen genannten Feldern können Aspekte der Partizipation, Kommunikation, Information und Bildung wesentlicher Hebel für eine effektivere Implementierung innovativer Maßnahmen sein. Dabei sollen insbesondere Potentiale erschlossen werden, die sich durch die integrative Entwicklung der genannten Ansätze mit FuE Aktivitäten ergeben.


Die Bekanntmachung enthält weitere Details zur inhaltlichen Ausgestaltung der Themenbereiche.

Die Einreichung von Projektsskizzen erfolgt über pt-outline. Dort müssen Sie sich bitte zunächst registrieren beziehungsweise mit Ihren vorhandenen Zugangsdaten anmelden.

Einreichungsfrist für Projektskizzen: 31. August 2016

Zuletzt geändert: 10.06.2016