01.04.2014
31.03.2019


Rapid Planning

Funktionierende Infrastrukturen sind die Garanten einer lebenswerten und wettbewerbsfähigen Stadt. Die Versorgung mit Strom, Wasser, Kanalisation usw. ist hierzulande eine Selbstverständlichkeit. Ist die Entscheidung für ein Versorgungssystem jedoch einmal gefallen, legt es Städte für Jahrzehnte fest und führt zu sogenannten Pfadabhängigkeiten.

Foto von Agatare - dicht besiedelter Stadtteil auf einem der steilen Hügel in der ruandischen Hauptstadt Kigali. Die Häuser bestehen überwiegend aus traditionellen Baumaterialien. (<p>Dr. Andrea Koch-Kraft, DLR Projektträger</p>)
Agatare – dicht besiedelter Stadtteil der ruandischen Hauptstadt Kigali – benötigt eine angepasste Basisinfrastruktur.
Foto:

Dr. Andrea Koch-Kraft, DLR Projektträger


Vielen Städten in Schwellen- und Entwicklungsländern fehlt es gänzlich an Infrastrukturen oder sie sind unterversorgt. Ihre Bevölkerung wächst so schnell und unregistriert, dass eine entsprechende Bereitstellung diese Städte vor eine Reihe von Herausforderungen stellt.

Die BMBF-Fördermaßnahme Rapid Planning versteht sich als Kontrapunkt zur ungeplanten Stadtentwicklung. Diese Planungsmethode trägt dazu bei, dass der Zeitraum zwischen der Datengenerierung zur Systemerfassung (Abfall, Wasser, urbane Landwirtschaft, Energie und Stoffströme) und der Umsetzung in die Planung von urbanen Infrastrukturen und Dienstleistungen bei optimaler Ressourcenausnutzung minimiert wird. Durch die Bündelung und Kombination von Sektoren werden die Outputströme eines Sektors als Input für einen anderen Sektor eingesetzt. Das Vorgehen ist damit transsektoral. Die Vorteile aus den potenziellen Synergien, die sich bei der Verknüpfung der genannten Infrastruktursektoren ergeben, wollen die Städte Assiut (Ägypten), Kigali (Ruanda) Da Nang (Vietnam) und Frankfurt am Main nutzen. Denn die Methode soll in unterschiedlichen Natur- und Kulturräumen mit entsprechenden Dynamiken (Städtewachstum oder -schrumpfung) anwendbar sein und generell regionales Ressourcenmanagement begünstigen.

Rapid Planning wird mit folgenden Schritten entwickelt:

1.  Erdbeobachtung zur Gebäude-, Land- und -nutzungscharakterisierung

2.  Bestimmung von Ver- und Entsorgungsketten und deren Gewichtung für den Planungsprozess

3.  Referenzierung/ Verknüpfung der Ver- und Entsorgungssysteme mit der Gebäude- und Landnutzung

4.  Implementierung der Stoffstromanalyse als Grundlage zum regionalen Ressourcenmanagement – von „end of pipe technologies“ zu einem Angebot- und Nachfrage getragenen System auf der Basis von Sekundärrohstoffen („Urban Mining“)

5.  Entwicklung einer Methode zur Analyse, Interpretation und Priorisierung der Ergebnisse aus der Stoffstromanalyse für Entscheidungsträger

6.  Transfer aus und Feed-back-Schleife in die Projektstädte zur Referenzierung durch den Input bereits entwickelter Methoden, Daten usw. und Rückführung

Zusammen mit UN-Habitat wird der Transfer in die Praxis und die Übertragbarkeit der Lösungen erprobt.

Das Forschungsvorhaben Rapid Planning wird vom BMBF zwischen 2014 und 2019 mit einer Summe von 13 Mio. € gefördert.

Zuletzt geändert: 23.04.2015