Wasser in der Landwirtschaft effizienter nutzen

An der LMU startet ein Projekt zum weltweiten Wasserverbrauch. Ziel ist es, den Verbrauch für die Produktion von Nahrungsmitteln weltweit zu ermitteln und Anreize für eine nachhaltige Wassernutzung zu entwickeln.
Am Lehrstuhl für Geographie und geographische Fernerkundung der LMU startet ein Projekt zum nachhaltigen Umgang mit Wasser. Ziel ist es, neue Modelle zu entwickeln, die aufzeigen, wie effizient oder verschwenderisch die Landwirtschaft mit Wasser umgeht. „Wir werden präzisere Instrumente als bisher entwickeln, um die Effizienz der landwirtschaftlichen Wassernutzung weltweit zu beobachten und zu bestimmen", sagt Lehrstuhlinhaber Wolfram Mauser, der das Projekt „VirtualWaterValues" koordiniert.

Die neuen Beobachtungsmethoden sollen Auskunft darüber geben, wie nachhaltig Wasser weltweit genutzt wird und wie viel sogenanntes Virtuelles Wasser in Nahrungsmitteln steckt. Als Virtuelles Wasser wird die Wassermenge bezeichnet, die für die Herstellung eines Produkts benötigt wird. Dafür werden die Forscher erstmals die Datenströme von Umweltsatelliten und weitere Klimadaten verknüpfen. Die Auswertung wird am Höchstleistungsrechner Supermuc laufen.

Ziel des Projekts ist es, mithilfe dieser Daten jene Regionen auf der Welt zu identifizieren, an denen Wasser nicht nachhaltig genutzt wird. Zudem sollen erstmals gemeinsam mit Projektpartnern die Welthandelsströme vom Erzeuger bis zum Verbraucher einer ökonomischen Analyse unterzogen werden, die den tatsächlichen Wasserverbrauch berücksichtigt. Auf diesen Erkenntnissen aufbauend sollen Anreize entwickelt werden, die Wassernutzungseffizienz in der Landwirtschaft weltweit zu erhöhen. Hintergrund sind die Ziele der Vereinten Nationen zur nachhaltigen Entwicklung, zu denen auch Verfügbarkeit und Zugang zu Wasser sowie Ernährungssicherung und eine nachhaltige Nutzung von Wasser zählen.

Das Verbundprojekt wird im Rahmen der Fördermaßnahme „GROW – Globale Ressource Wasser" im Programm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA)" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit circa 3,6 Millionen Euro für die nächsten drei Jahre gefördert. An dem Projekt sind insgesamt sieben Partner aus Universitäten, Forschungszentren und der Wirtschaft beteiligt.

Mehr Informationen zum Projekt: VirtualWaterValues