14.01.2016
24.04.2017


Wissenschaftsjahr 2016*17 - Meere und Ozeane

Entdecken. Nutzen. Schützen. – Das Motto des Wissenschaftsjahres 2016*17 beschreibt die vielfältigen Herausforderungen unserer Weltmeere in einem Dreiklang. Unsere Weltmeere sind Wetter- und Klimamaschine sowie Lebensraum einzigartiger Artenvielfalt. Ozeane sind eine bedeutende Nahrungsquelle für die Menschheit, zentrale Handelsroute und beherbergen wertvolle Ressourcen am Meeresboden. In der Meeresforschung hat Deutschland in den letzten Jahrzehnten, nicht zuletzt durch seine Forschungsinfrastruktur, international Maßsta?be gesetzt: von der Klima-, Küsten- bis hin zur Arktisforschung.

Die MS Wissenschaft auf dem Rhein in Bonn
Wissenschaftsjahr 2016*17 - Meere und Ozeane

Doch wie reagieren die Meeresströmungen auf die globale Erwärmung? Wie können wir die Rohstoffe des Meeresgrundes umweltschonend nutzen? Wie schützen wir unsere Weltmeere vor der zunehmenden Vermüllung durch Plastik? Diese und weitere Fragen stellt das Wissenschaftsjahr 2016*17 während seiner 16-monatigen Laufzeit im breiten Dialog mit der Öffentlichkeit.

„Das Thema des Wissenschaftsjahres ist eines, das uns alle angeht. Ich lade jeden Interessierten ein, sich in den nächsten 16 Monaten mit den vielfältigen Angeboten und  der Faszination der Meeres- und Polarforschung auseinanderzusetzen, in der Deutschland weltweit eine führende Rolle spielt“, so Bundesforschungsministerin Johanna Wanka anlässlich der Eröffnung am 7. Juni 2016. Bis September 2017 werden deutsche Meeresforscherinnen und Meeresforscher der Bevölkerung Einblicke in ihre Forschungsarbeit geben. Und sie werden über eine nachhaltige Nutzung und den Schutz der Meere mit Bürgerinnen und Bürgern diskutieren.
„Nur was wir kennen, können wir mit Begeisterung schützen“, so Dr. Rudolf Leisen, Leiter der Projektgruppe Wissenschaftsjahr Meere und Ozeane sowie des Referats „System Erde“ des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Bislang kennen wir jedoch nur einen kleinen Teil des gigantischen Systems der Meere und Ozeane. Gleichzeitig zeigen die Veränderungen der marinen Umwelt durch menschliche Eingriffe, dass wir die natürlichen Energie- und Stoffflüsse sowie die Ökosysteme an Küsten und im offenen Ozean stärker schützen müssen. „Dabei ist der Mensch auf das Meer angewiesen, weil es für die Klimaentwicklung, für die Gewinnung von Nahrungsmitteln und Rohstoffen und für die Ernährung der Weltbevölkerung von großer Bedeutung ist. Das Wissen um Meere kann also Überleben von Millionen sichern und muss deshalb in politisches Handeln übersetzt werden“, so Ministerin Wanka.
Das Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane zeigt, was wir tun ko?nnen und mu?ssen, um Meere und Ozeane fu?r uns und ku?nftige Generationen zu erhalten. Und es wird sichtbar machen, welche Methoden und Instrumente Wissenschaft und Forschung brauchen, um dieses Ziel zu erreichen. Im Wissenschaftsjahr 2016*17 wird hierzu ein neuer Dialog zwischen O?ffentlichkeit und Forschung gestartet.

Neue Forschung lanciert: Forschungsprogramm MARE:N und Förderrichtlinie „Plastik in der Umwelt“
Unsere Meere sind massiv bedroht. Es gilt, Strategien gegen Verschmutzung, Überfischung, Übersäuerung oder Vermüllung, beispielsweise durch Plastikmüll, zu erarbeiten. Im Jahr 2015 hatten die G7-Staatschefs einen Aktionsplan zum „Schutz der Meeresumwelt“ veröffentlicht. Die G7-Wissenschaftsminister haben diesen Aktionsplan mit einem entsprechenden FuE-Bedarf untersetzt.
Als Teil des „Forschungsprogramms für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA3) der UA 72 legt die Bundesregierung deshalb zur Eröffnung des Wissenschaftsjahres „Meere und Ozeane“ das Forschungsprogramm MARE:N - Küsten-, Meeres- und Polarforschung für Nachhaltigkeit vor. MARE:N ist für die kommende Dekade das abgestimmte Programm der Bundesregierung für die Forschungsförderung an der Küste, im Meer und in den Polarregionen. Die Vielfältigkeit der Aufgaben, die mit diesen Herausforderungen einhergehen, spiegelt sich in der Beteiligung verschiedener Bundesressorts bei der Umsetzung nationaler und internationaler Politiken und Abkommen wider. Das Programm wird unter Federführung des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in einem Ressortkreis vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) begleitet. Auf diese Weise ist die Erarbeitung und der Transfer von Forschungsergebnissen in die politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsprozesse gesichert ist. Über 400 Mio Euro stellt die Bundesregierung in den nächsten 10 Jahren zur Verfügung.

Zeitgleich gibt Bundesforschungsministerin Johanna Wanka die Förderrichtlinie „Plastik in der Umwelt“ bekannt. Es soll der Erforschung und Entwicklung wissenschaftlicher Verfahren, Methoden, Ressourcen und Instrumente zur Untersuchung von Plastikmüll in der Umwelt dienen. Im Vordergrund der Förderrichtlinie steht die systemische Untersuchung des „Plastik-Problems“: von der Produktion, durch den Konsum, über den Transport vom Land in die Flüsse bis zum Verbleib in den Weltmeeren. Ziel ist die Erarbeitung einer Handlungsgrundlage zur Reduktion von Plastikmüll. Die Förderrichtlinie hat eine Laufzeit von drei Jahren. Das gesamte Fördervolumen beträgt rund 28 Millionen Euro.
Die Bekanntmachung ist Teil der Leitinitiative Green Economy unter FONA3, und erweitert die bereits auf der Grundlage von FONA3 begonnenen Maßnahmen: das im Rahmen von JPI OCEANS international abgestimmte Förderprogramm zu Mikroplastik im Meer, das im Förderschwerpunkt Nachhaltiges Wassermanagement (NaWaM) laufende Verbundprojekt Mikroplastik im Wasserkreislauf-MiWa sowie die wissenschaftliche Nachwuchsgruppe zum Thema in der sozial-ökologischen Forschung.

Aktuelle Highlights des Wissenschaftsjahres 2016*17
Der Dreiklang „Entdecken. Nutzen. Schützen“ ist stets präsent im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane. In zahlreichen Projekten und Aktionen wird dies nicht nur an der Küste deutlich: Ausstellungs-Schiff, Kino, Hochschulwettbewerb und ein Bürger-wissenschaftsprojekt – dies sind die ersten feststehenden Projekte des Wissenschaftsjahres 2016*17.
•    Das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft ist bereits seit dem 3. Mai 2016 auf Deutschlandreise: An Bord des 100 Meter langen Frachtschiffs ist im Wissenschaftsjahr 2016*17 bei freiem Eintritt die Ausstellung „Meere und Ozeane“ zu sehen. Interaktive Exponate laden dazu ein, selbst aktiv zu werden, sich mit einer Fragestellung auseinanderzusetzen, die vielseitige Arbeit von Forscherinnen und Forschern kennenzulernen und in die geheimnisvolle Welt der Meere einzutauchen.
•    Der Hochschulwettbewerb im Wissenschaftsjahr 2016*17 hat das Ziel, die Forschung an die Öffentlichkeit zu bringen. Gesucht werden innovative Kommunikationskonzepte, die auf anschauliche Weise zeigen, was die Wissenschaft zum Entdecken, Nutzen und Schützen der Meere und Ozeane beiträgt. Die besten Ideen gewinnen 10.000 Euro zur Umsetzung.
•    In Citizen Science Projekten kann jeder mitforschen. Das geschieht auch beim Projekt My Ocean Sampling Day (MyOSD). Am 21. Juni 2016 sind Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, Wasserproben an deutschen Küsten und Mündungsflüssen zu sammeln und sich aktiv mit dem marinen Lebensraum der Mikroorganismen auseinanderzusetzen. MyOSD ist ein Gemeinschaftsprojekt der Jacobs University und des Max-Planck-Institutes für Marine Mikrobiologie in Bremen
•    Die deutsche Forschungsflotte präsentiert sich mit insgesamt 16 Forschungsschiffen im Rahmen des Wissenschaftsjahres: Open Ship Days lassen Forschung, Meerestechnik und Alltag auf einem Forschungsschiff erleben und via Forschungs-Blogs berichten Wissenschaftler von ihren aktuellen Forschungsfahrten weltweit.
•    Die SchulKinoWochen ermöglichen faszinierende Einblicke in die Unterwasserwelt sowie den Lebens- und Wirtschaftsraum Meer mit einem gesonderten Filmprogramm für Schülerinnen und Schüler sowie deren Lehrkräfte. Ergänzt wird das Filmprogramm durch Sonderveranstaltungen mit renommierten Forscherinnen und Forschern aus der Forschungsbörse der Wissenschaftsjahre.

Wissenschaftsjahre – Forschung im Dialog mit der Öffentlichkeit
Den Dialog zwischen Forschung und Öffentlichkeit fördern und über aktuelle und wissenschaftliche Entwicklungen informieren. Mit diesem Ziel sind die Wissenschaftsjahre des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) seit 2000 ein etabliertes Instrument. Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des BMBF gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie tragen als zentrales Instrument der Wissenschafts-kommunikation Forschung in die Öffentlichkeit und unterstützen den Dialog zwischen Forschung und Gesellschaft. Das Wissenschaftsjahr 2016*17 wird vom Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) als fachlicher Partner begleitet. Das KDM ist der Zusammenschluss aller großen deutschen Forschungseinrichtungen auf den Gebieten der Meeres-, Polar- oder Küstenforschung und verfügt über eine weit gefächerte meereswissenschaftliche Expertise.
Unter wissenschaftsjahr.de finden Sie alle Themen, Aktionen und Veranstaltungen zum Wissenschaftsjahr. Mit dem Newsletter zum Wissenschaftsjahr können sich Interessierte stetig über geplante Maßnahmen auf dem Laufenden halten.
Weitere Informationen finden Sie im Flyer.