Woher kommt der Fisch auf dem Tisch? - Auftaktworkshop für das Citizen Science Projekt #fischdetektive am GEOMAR

Neun von zehn Fischen, die bei uns auf dem Tisch landen kommen nicht aus heimischen Gewässern. Im Rahmen des Bürgerforschungs-Projektes („Citizen Science") #fischdetektive am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel sollen Kinder und Jugendliche motiviert werden, die Herkunft unserer Speisefische zu erforschen. Zur Auftaktveranstaltung des im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2016*17 Meere und Ozeane geförderten Projektes kommen am 23. und 24. Februar GEOMAR Expertinnen und Experten aus den Bereichen nachhaltige Fischerei, Bürgerforschung, Medien und Umweltpädagogik zusammen.
Eine Junge schaut durch ein Mikroskop, ein anderer Junge schaut ihm lächelnd zu (Anna Thielisch / Ozean der Zukunft)
#fischdetektive soll insbesondere junge Menschen zum Mitforschen motivieren.
Foto: Anna Thielisch / Ozean der Zukunft

Wo kommt der Fisch her? Wie erkenne ich, ob ein Fisch aus einem nachhaltig befischten Bestand kommt? Wie groß und alt war der Fisch, als er gefangen wurde? Und wie kann sich der Verbraucher sicher sein, dass Fisch und Meeresprodukte auch korrekt bezeichnet werden? Diese und andere Fragen sollen im Rahmen des Projektes #fischdetektive untersucht werden, dass vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel koordiniert wird. Das „Citizen Science"-Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2016*17 Meere und Ozeane gefördert.

In einer bundesweiten dreiwöchigen Kampagne sollen Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren vom 8.-25. Juni mit Probenahme-Kits als „Fischdetektive" losziehen, um Proben zu gewinnen. Diese werden dann ans GEOMAR geschickt und dort untersucht. „Wir benötigen nur ganz kleine Gewebeproben, um Arten und Bestände mit Hilfe eines genetischen Fingerabdrucks ("Barcoding") im Molekularlabor des GEOMAR zu identifizieren", erläutert Projektkoordinatorin Dr. Anna Bockelmann vom GEOMAR.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am GEOMAR hoffen, auf diese Art und Weise mehr als 1000 Proben zu erhalten. „Das wäre zehnmal so viel wie in bisherigen Studien; nur über ein mit Hilfe der Bürgerforschung können in kurzer Zeit so viele Proben gewonnen werden!", so Anna Bockelmann.

Zum Auftakt des Projektes findet am GEOMAR am 23. und 24. Februar eine zweitägige Veranstaltung statt, an der neben Forschenden auch Expertinnen und Experten aus dem Bereich von „Citizen Science" Projekten teilnehmen. Dabei geht es um Fragen wie: Was macht Bürgerforschungsprojekte erfolgreich? Wie begeistere ich Kinder und Jugendliche für Meeresthemen? Was ist nachhaltige Fischerei und wie beurteile ich sie?

Neben der wissenschaftlichen Fragestellung sollen die Kinder und Jugendliche mit diesem Projekt auch für die Bürgerforschung und die nachhaltige Fischerei begeistert werden. Dr. Anna Bockelmann hofft: "Wir möchten mit diesem Projekt einen Beitrag leisten, der Kinder- und Jugendlichen hilft, zu mündigen Verbrauchern zu werden."

Organisations- und Kommunikationsplattform ist die Internetplattform #fischdetektive (www.fischdetektive.de) mit einer mobilen WebApp Version. Ab April kann man sich hier zum Mitmachen anmelden, ein Erklärvideo zur Probennahme anschauen und erfahren, wie man spielerisch Punkte sammeln kann. Der höchste Punktestand gewinnt den 1. Preis: Eine Ausfahrt mit einem Forschungsschiff des GEOMAR. Außerdem werden hier die Untersuchungsergebnisse der Proben zeitnah sichtbar gemacht und die jungen Fischdetektive können sich mit Wissenschaftlern darüber austauschen. Die Präsenz des Projektes in den sozialen Netzwerke Instagram und Facebook bietet weitere Möglichkeiten eigene Erfahrungen der #fischdetektive mit Freunden zu teilen.

Hintergrundinformation Wissenschaftsjahr 2016*17 Meere und Ozeane

Die Meeresforschung ist Thema des Wissenschaftsjahres 2016*17. Meere und Ozeane bedecken zu rund 70 Prozent unseren Planeten. Sie sind Klimamaschine, Nahrungsquelle, Wirtschaftsraum – und sie bieten für viele Pflanzen und Tiere Platz zum Leben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die Ozeane seit langem; und doch sind sie noch immer geheimnisvoll und in weiten Teilen unerforscht. Im Wissenschaftsjahr 2016*17 geht es um die Entdeckung der Meere und Ozeane, ihren Schutz und eine nachhaltige Nutzung. Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie tragen als zentrales Instrument der Wissenschaftskommunikation Forschung in die Öffentlichkeit und unterstützen den Dialog zwischen Forschung und Gesellschaft. Das Wissenschaftsjahr 2016*17 wird vom Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) als fachlichem Partner begleitet.