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13.07.2005

Oceans rise 3 milimeters per year

(translation will be available soon)
Mit Satelliten konnten Nasa-Forscher jetzt den Anstieg der Meere präzise messen. In den letzten zwölf Jahren stieg das Wasser jährlich um drei Millimeter, in den 40 Jahren zuvor waren es nur knapp zwei Millimeter pro Jahr. Ursache sind steigende Temperatu

Source: Spiegel Online
Drei Millimeter pro Jahr klingt nicht viel, doch auf lange Sicht gefährdet ein solcher Anstieg viele dicht besiedelte Küstenregionen der Welt - zumal er sich durchaus noch deutlich erhöhen könnte. "Schätzungsweise wären 100 Millionen Menschen direkt betroffen, sollte der Meeresspiegel um einen Meter steigen", sagte Waleed Abdalati vom Goddard Space Flight Center der Nasa in Greenbelt.

Abdalati und seinen Forscherkollegen haben die Wasserstandsänderungen in den Weltmeeren mit Satelliten vermessen und konnten so auch eventuelle Auf- und Abwärtsbewegungen des Festlandes herausrechnen. Das Ergebnis: In den letzten 50 Jahren stieg der Meeresspiegel jährlich um 1,8 Millimeter - dies deckt sich mit den Resultaten früherer Berechnungen anderer Wissenschaftler.

In den letzten zwölf Jahren habe die Rate jedoch bei jährlich drei Millimetern gelegen, sagte Steve Nerem vom Colorado Center for Astrodynamics Research der University of Colorado in Boulder. Etwa die Hälfte davon gehe auf die thermische Ausbreitung des Wassers aufgrund erhöhter Temperaturen zurück. Wie Stahlschienen, die im Sommer länger sind als im Winter, dehnt sich auch Wasser mit steigenden Temperaturen aus.


Eine andere Ursache sei schmelzendes Eis. Mit Hilfe von Satelliten sei es möglich, das Ausmaß genau zu bestimmen, mit dem Eis abnimmt und wächst, erklärten die Wissenschaftler.

Laut Eric Rignot, wissenschaftlicher Leiter der Radaruntersuchungen am Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa, sind Veränderungen beim Eis der wahrscheinlich wichtigste Faktor, der das Niveau des Meeresspiegels beeinflusst. Das Eis schrumpfe viel schneller als bisher angenommen.

Tauendes Eis bedeutet jedoch nicht automatisch einen Anstieg des Wasserspiegels. Vor allem in der Arktis nimmt der Eispanzer derzeit stark ab. Sofern das Eis aber auf Wasser schwimmt, ändert sich dabei an der Höhe des Meeresspiegels nichts.

Forscher vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung glauben, dass Veränderungen an den Ozeanströmen viel dramatischere Auswirkungen auf Wasserstände haben könnten als schmelzendes Eis. In einem Szenario untersuchten sie einen möglichen Zusammenbruch der Ozeanzirkulation und fanden dabei heraus, dass der Meeresspiegel an den Küsten des Nordatlantiks um einen Meter steigen würde, während er im Südatlantik sänke. Die Anstiegsrate würde 25 Millimeter pro Jahr erreichen - deutlich mehr als die von der Nasa ermittelten drei Millimeter.

Die Meeresoberfläche sei nicht flach, erklärten die Potsdamer Forscher. Vielmehr entstünden durch den Einfluss der Ozeanzirkulationen Hügel und Täler, die mit der Corioliskraft in Gleichgewicht stünden. Das Absinken von kaltem Wasser im Nordatlantik - ein Teil der Atlantikzirkulation -, führe zu einem besonders niedrigen Meeresspiegel in Europa.

Eine Abschwächung dieser Zirkulation infolge der globalen Erwärmung wird von vielen Wissenschaftlern erwartet; ein völliger Zusammenbruch, wie in Roland Emmerichs Kinofilm "The Day After Tomorrow", gilt eher als unwahrscheinlich.

Weitere Informationen:
Goddard Space Flight Center
Jet Propulsion Laboratory der Nasa
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

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