Resource efficient procedures open the way for new products
(only available in German)
Ob Methan, Wasserstoff oder andere Treibstoffe durch Pipelines gefördert werden, ob Biomasse in Biogas-Anlagen gründlicher durchmischt werden kann - stets sind gasförmige, flüssige oder feste Partikel im Austausch und bilden so genannte Mehrphasenströmungen. Prof. Dr.-Ing. Michael Schlüter forscht an der TU Hamburg-Harburg auf diesem Gebiet der Strömungsmechanik für Mehrphasensysteme mit dem Ziel, die Produktionsverfahren in der chemischen Industrie und der Biotechnologie effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Ressourcenschonend wird damit der Weg frei gemacht für neue Produkte.
Source: (idw) Technische Universität Hamburg-Harburg
Schlüter, seit vergangenem Oktober neuer Inhaber des
Lehrstuhls "Strömungsmechanik für Mehrphasensysteme", ist Mitglied im
renommierten Scientific Comitee der International Conference of Multiphase
Flows. Noch in diesem Jahr wird der 42-jährige Wissenschaftler an der TUHH ein
neues Forschungszentrum etablieren und gemeinsam mit der Industrie die deutsche
Kompetenz auf diesem Gebiet bündeln. Die bei Experimenten gewonnenen Daten über
den Transport in Mehrphasenströmungen von der Makro- über die Meso- bis zur
Mikroebene werden dort erstmals systematisch gesammelt, um diese dann zur
Validierung analytischer Modelle und numerischer Simulationen heranziehen zu
können. "Wir versprechen uns davon Verbesserungen in der Reduktion von
Ressourcen sowie auch von Emissionen," sagt Schlüter. Um das große Potenzial der
Nanotechnologie sowie die enormen Fortschritte in der Chemie und Biokatalyse
besser für industrielle Zwecke nutzen zu können, müssten diese Transportprozesse
in Mehrphasenströmungen aus Gasen, Flüssigkeiten und Feststoffen weiter
optimiert werden. "Häufig stellen diese Prozesse gerade von der Grenzfläche in
die kontinuierliche Phase, also exakt jenen Stellen, an denen sich beide Stoffe
- wie Gas und Flüssigkeit - berühren, die wesentliche Limitierung für chemische
und biochemische Reaktionen dar," sagt Schlüter.
An der TUHH wird der
neue Leiter des Instituts für Mehrphasenströmungen in interdisziplinären Teams
gleich zweier Forschungsschwerpunkte tätig sein: Integrierte Biotechnologie und
Prozesstechnik sowie Umweltschonende Energie- und Umwelttechnik. Mit
Wissenschaftlern der Thermodynamik und Thermofluidik, der Biotechnologie und
Partikeltechnologie, der Prozess- und Anlagentechnik findet Schlüter gerade hier
ein passendes Umfeld vor. Unter anderem durch seine Mitarbeit an einem
DFG-Schwerpunktprogramm des "Centers of Smart Interfaces" der TU Darmstadt sowie
seine Forschungsaufenthalte an der University of Florida verfügt der
Fluidexperte auf seinem Gebiet über nationale und internationale
Kontakte.
Michael Schlüter, 1967 in Stadthagen bei Hannover geboren, hat
an der Universität Bremen Produktionstechnik mit dem Schwerpunkt
Verfahrenstechnik studiert, 2002 dort promoviert und als Oberingenieur eine
Arbeitsgruppe zur Erforschung lokaler Wechselwirkungen in Mehrphasenströmungen
geleitet. Schlüter hatte in dieser Zeit verschiedene bildgebende Messverfahren
zur Analyse von Transportprozessen in Mehrphasenströmungen entwickelt. Seitdem
lässt sich der Weg zum Beispiel eines gasförmigen Stoffes - wie die Kohlensäure
im Sekt - erstmals auf den Mikrometer genau über viele Meter hinweg erfassen und
berechnen. Erforderlich sind diese Erkenntnisse zum Beispiel in der
Chemieindustrie und der Biotechnologie zur Verbesserung der Produktion von
Grundstoffen, die für die Herstellung von Kunststoffen und Treibstoffen,
Lebensmitteln und Medikamenten benötigt werden.
Prof. Schlüter ist
verheiratet und hat zwei Söhne im Alter von acht und 13 Jahren.
Am
Freitag, 19. Februar, 11 Uhr wird das Institut für Mehrphasenströmungen -
ehemals "Strömungsmechanik" - offiziell eingeweiht mit einem Festvortrag von
Volker Hessel. Der wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Mikrotechnik in
Mainz und Professor für "micro process engineering" der Eindhoven University of
Technology spricht über "Möglichkeiten zur Verbesserung von Produktionsverfahren
durch die Nutzung mikro-skaliger Effekte."