28.03.2012

New IPCC-Special Report Managing the Risks of Extreme Events and Disasters to Advance Climate Change Adaptation

(only available in German)
Der Weltklimarat IPCC legt einen umfassenden Sonderbericht vor zum „Management des Risikos von Extremereignissen und Katastrophen zur Förderung der Anpassung an den Klimawandel“ (SREX).

Source: Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle

Der knapp 600-seitige Gesamtbericht liegt nun (28.3.2012, 17 Uhr) auf englisch in elektronischer Version vor und kann unter www.ipcc-wg2.gov/SREX heruntergeladen werden. Die Druckversion kann Mitte Mai 2012 über das IPCC-Sekretariat unter www.ipcc.ch bezogen werden. Die Kernaussagen des Berichts sind in deutscher Sprache hier erhältlich.

Die 19-seitige Zusammenfassung des SREX wurde im November 2011 von den Mitgliedsstaaten des IPCC formell verabschiedet und veröffentlicht. Gleichzeitig wurde die zugrundeliegende, jetzt veröffentlichte Langversion des Berichts formell angenommen.

Im SREX haben hunderte Wissenschaftler/innen aus aller Welt den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand der Änderungen von Wetter- und Klimaextremen zusammengetragen. Erstmals wurden die Auswirkungen von Extremereignissen sowie Möglichkeiten der Anpassung und des Katastrophenmanagements aus einer integrativen Perspektive untersucht. Dabei wurden auch sozio-ökonomische Gesichtspunkte und Aspekte der nachhaltigen Entwicklung berücksichtigt. Der SREX bietet Informationen über klimatologische, gesellschaftliche und ökologische Faktoren, die mit Extremereignissen verbundene Risiken verstärken können. Darüber hinaus werden anhand von Fallbeispielen Managementoptionen für verschiedene Regionen beleuchtet.

Der SREX zeigt, dass die Risiken und Schäden von Extremereignissen zugenommen haben. Für mehrere Regionen der Welt wird eine Zunahme von Extremereignissen durch den Klimawandel prognostiziert. Gleichzeitig attestiert der IPCC Bericht aber in vielen Aspekten noch große Unsicherheiten. Das Bundesforschungsministerium sondiert daher aktuell den Forschungsbedarf im Bereich extremer Wetter- und Klimaereignisse.

In der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS), die die Bundesregierung bereits im Dezember 2008 beschlossen hatte, sind Aspekte des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes sowie der Einfluss von Extremereignissen berücksichtigt worden. Das Bundesumweltministerium unterstützt in seiner internationalen Klimaschutzinitiative weltweit Anpassung an den Klimawandel und Risikomanagement durch Entwicklungszusammenarbeit.

Hintergrund
Der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) wurde 1988 von UNEP (Umweltprogramm der Vereinten Nationen) und WMO (Welt- Meteorologie-Organisation) eingerichtet.

Die Rolle des IPCC besteht darin, die neuesten Ergebnisse der weltweiten Klimaforschung zu sammeln und zu bewerten, um für die internationale Staatengemeinschaft eine verlässliche, wissenschaftliche Grundlage für politische Entscheidungen bereitzustellen. Ziel der IPCC-Berichte ist es, politisch relevant zu sein und sich objektiv mit wissenschaftlichen, technischen und sozioökonomischen Faktoren zu befassen. Handlungsoptionen sollen zwar ausgeleuchtet werden, Empfehlungen werden jedoch nicht abgegeben.

Für das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) ist der IPCC die wichtigste wissenschaftliche Bewertungsinstanz für nationale und internationale Klimapolitik.

Veröffentlichungen
IPCC erstellt in regelmäßigen Abständen Berichte und Abhandlungen. Am wichtigsten davon sind die IPCC-Sachstandsberichte, die im Abstand von etwa sieben Jahren veröffentlicht werden. Sie bestehen aus drei Bänden und bieten umfassende Informationen zum Klimawandel; seinen Ursachen, Folgen sowie den Handlungsoptionen und Maßnahmen, die notwendig sind, um die Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen. Der IPCC hat zuletzt im 4. Sachstandsbericht aus dem Jahr 2007 den Stand der weltweiten Klimaforschung zusammengefasst: Der Bericht belegt unmissverständlich die fortschreitende globale Erwärmung und bekräftigt den Einfluss des Menschen als Hauptursache für diese klimatische Veränderungen.  Zurzeit wird der Fünfte Sachstandbericht (AR5) des IPCC erarbeitet, dessen Veröffentlichung für 2013/2014 geplant ist.

Zusätzlich erstellt IPCC regelmäßig Sonderberichte zu bestimmten Themen wie z.B. den aktuellen Sonderbericht „Management des Risikos von Extremereignissen und Katastrophen zur Förderung der Anpassung an den Klimawandel“ oder den im letzten Jahr veröffentlichten Sonderbericht „Erneuerbare Energien und die Minderung des Klimawandels“.

Alle Berichte können über das IPCC-Sekretariat bezogen werden. Deutsche Übersetzungen der Zusammenfassungen für Entscheidungsträger und der Syntheseberichte stellt die Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle zur Verfügung.

Verfahren der Berichtserstellung
IPCC-Berichte werden unter breiter Beteiligung von Wissenschaftler/innen aus aller Welt entsprechend den IPCC-Verfahrensregeln erstellt. In den Autorenteams und den Leitungsgremien arbeiten die renommiertesten Wissenschaftler/innen aus aller Welt, wobei Ausgewogenheit bezüglich der Standpunkte sowie der regionalen Herkunft angestrebt wird. Ein mehrstufiges transparentes Gutachterverfahren der Berichte durch Expert/innen und Regierungen trägt weiter zu einer möglichst umfassenden, objektiven und ausgewogenen Darstellung der ganzen Bandbreite von möglichen Sichtweisen aller Sachverhalte bei. Die Zusammenfassungen für Entscheidungsträger werden formell von den Mitgliedsregierungen im Konsens angenommen.

Links

Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) (only available in German)

IPCC Webseite zum SREX (only available in German)

Kernaussagen des SREX (only available in German)

Gemeinsame Pressemitteilung von BMBF und BMU zur Verabschiedung des SREX (only available in German)

Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle (only available in German)

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