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Project "Nano4Hydrogen ": new energy sources from sunlight
(only available in German)Wasserstofferzeugung aus Sonnenenergie, das wäre ein bahnbrechender Beitrag zu einer künftigen Energiegewinnung, die ohne fossile Rohstoffe auskommt und die Atmosphäre nicht belastet. Mit dem Projekt "Nanostrukturierte Materialien für die Wasserstofferzeugung" (Nano4Hydrogen) sind Rostocker Forscher dieser alternativen Energiegewinnung auf der Spur. Das Land Mecklenburg Vorpommern fördert das Forschungsvorhaben mit einer Million Euro. Das über drei Jahre laufende Projekt ergänzt das Vorhaben "Energie für die Zukunft - Photokatalytische Spaltung von Wasser zu Wasserstoff" (Light2Hydrogen) im Rahmen des Programms "Spitzenforschung und Innovation in den Neuen Ländern" der Bundesregierung.
Source: UmweltDialog
03.03.2010. Unstrittig ist heute, dass die Zukunft in der verstärkten Erschließung und
Nutzung erneuerbarer Energiequellen liegt. Dabei steht die Sonnenenergie im
Zentrum. Mit Hilfe von Sonnenlicht und geeigneten Katalysatoren soll Wasser
gespalten und der Energieträger Wasserstoff erzeugt werden, ohne weitere
umweltschädliche Emissionen. Damit die so genannte photokatalytische
Wasserspaltung nutzbar gemacht werden kann, müssen geeignete Katalysatoren
entwickelt werden, die diese Reaktionen zum Wasserstoff deutlich beschleunigen.
Nach Substanzen, die dieses vollbringen können, wird im Rostocker Projekt
"Nano4Hydrogen" gesucht, genauer nach so genannten nanostrukturierten
Materialien und Nanopartikeln. Diese Teilchen sind sehr klein und bestechen
durch ihre Grenzflächeneigenschaften. Die Katalysatoren sollen so beschaffen
sein, dass eine Bestrahlung mit Sonnenlicht ausreicht, um Wasser in die
Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zu zerlegen. Aus dem Wasserstoff kann
dann elektrische Energie erzeugt werden, ohne weitere Treibhausgase in die
Atmosphäre zu emittieren.
"Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Bisher
bekannte Katalysatoren liefern zu geringe Ausbeuten für eine technische
Anwendung", erklärte Prof. Ralf Ludwig. Zunächst wollen die Rostocker Forscher
nanostrukturierte Materialien herstellen und charakterisieren. Denn eine
durchschlagende Effizienzsteigerung ist nur bei einer zielgerichteten
Optimierung der komplizierten Reaktionsabläufe zu erwarten, wofür die auf der
molekularen Ebene ablaufenden Prozesse bekannt sein müssen. "Für das Verständnis
der Arbeitsweise der Katalysatoren müssen theoretische und spektroskopische
Methoden weiterentwickelt werden. Ausgewählte Katalysatorsysteme werden dann
Langzeittests unterzogen, um aktive und stabile Systeme zu identifizieren", so
Ludwig.
Langfristiges Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung technisch
nutzbarer Katalysatoren für die direkte photokatalytische Wasserstofferzeugung
aus Wasser sowie anderer Modellsubstanzen. In gemeinsamen Aktivitäten der
Physik, Chemie und Katalyse sollen effiziente Katalysator-Materialien
hergestellt werde, die eine effiziente Wasserstoffproduktion erlauben. Für diese
Optimierung müssen die Reaktionsmechanismen und deren elementaren Prozesse auf
molekularer Ebene verstanden werden. "Nano4Hydrogen" konzentriert sich zunächst
auf spezifische grundlagenorientierte Untersuchungen. Mittelfristig gibt es
Potenzial für technische Verwertungen, wenn es gelingt, Wasserstoff
wirtschaftlich und umweltfreundlich zu erzeugen und zu speichern. Auf beiden
Gebieten wird derzeit intensiv geforscht.
In dem Projekt werden die in
Rostock vorhandenen Kompetenzen zur Katalyse der Wasserstofferzeugung, der
Modellierung von Wasser, der Physik von Nanoteilchen, der Wechselwirkung von
Licht und Materie sowie der Photochemie in optimaler Weise gebündelt. "Ein
Musterbeispiel interdisziplinärer Forschung", sagte Ralf Ludwig. Eingebunden ist
das Forschungsvorhaben in das Department "Life, Light and Matter" der
Interdisziplinären Fakultät der Universität Rostock, die damit weiteren
Aufschwung erfährt. Die enge Anbindung und der intensive Austausch mit dem
Schwesterprojekt "Light2Hydrogen", das anderen Katalysatorsystemen gewidmet ist,
verleiht dem Forschungsthema Photokatalyse eine einmalige Basis und führt zu
starken Synergien. Zugleich steht in Form des Rostocker
Sonderforschungsbereiches 652 "Starke Korrelationen und kollektive Phänomene im
Strahlungsfeld: Coulombsysteme, Cluster und Partikel" Expertenwissen zur
Licht-Materie-Wechselwirkung zur Verfügung. Das "Nano4Hydrogen"-Projekt wird
auch von den Laboren und Hochleistungsgeräten des Forschungsbaus "Komplexe
molekulare Systeme" profitieren, der 2009 vom Wissenschaftsrat bewilligt wurde
und bald auf dem Campus Südstadt der Universität für 20 Millionen Euro errichtet
werden soll.
Beteiligt an diesem Wissenschaftscluster sind
Wissenschaftler der Universität Rostock aus den Instituten für Chemie und
Physik und dem Rostocker Leibniz-Institut für Katalyse (Catalysis).
Projektleiter ist Prof. Dr. Ralf Ludwig vom Institut für
Chemie der
Universität Rostock. An dem Projekt sind beteiligt: Prof. Dr. Matthias Beller
(Catalysis), Prof. Dr. Oliver Kühn, Prof. Dr. Stefan Lochbrunner und Prof. Dr.
Karl-Heinz Meiwes-Broer (alle Universität Rostock, Institut für Physik).
Weitere Informationen:https://www.uni-rostock.de/index.php?id=138&tx_ttnews[swords]=Nano4Hydrogen&tx_ttnews[tt_news]=14922&tx_ttnews[backPid]=47702&cHash=f5dd58de53