01.04.2017
30.06.2020


Forschungskomplex Burgen, Schlösser und Klöster nachhaltig sanieren

Auch Baudenkmale, beispielsweise Burgen, Schlösser und Klöster müssen infolge der Ablösung der fossilen Primärenergieträger Erdgas und Erdöl energetisch weiterentwickelt werden. Wie sie sich zudem gleichzeitig an den Klimawandel anpassen lassen, erarbeitet das Institut für Bauklimatik an der Technischen Universität Dresden für Objekte in Mitteldeutschland.
Bergen auf Rügen - Klosterhof (Museumseingang) (Pixelteufel CC BY 2.0)
Bergen auf Rügen - Klosterhof (Museumseingang)
photo: Pixelteufel CC BY 2.0

Das Forschungsprojekt will die energetische Weiterentwicklung von historischen Gebäuden nicht allein darauf beschränken, den Energiebedarf zu senken und effiziente Systeme der technischen Gebäudeausrüstung einzusetzen, sondern auch Maßnahmen für die Anpassung dieser Gebäude an veränderte energetische Randbedingungen, insbesondere Klimawandel und Ablösung von Erdöl und Erdgas, entwickeln.

Durch einen niedrigen Energiebedarf sollen die Kosten für den Betrieb der Burgen, Schlösser und Klöster gesenkt und somit ihr Erhalt langfristig gesichert werden. Es entstehen Konzepte, zugehörige Arbeitsmittel sowie technische Lösungen. Die Ergebnisse richten sich an Denkmaleigentümer, Architekten, Ingenieure und Behörden. Das Forschungsvorhaben wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund 1,27 Millionen Euro gefördert.

Denkmalschutzseitig werden historische Gebäude wie Burgen, Schlösser und Klöster häufig als möglichst unveränderlich angesehen. Eingriffe in die historische Bausubstanz werden nur dann als gerechtfertigt angesehen, wenn sie im Rahmen der verschleißbedingten Sanierung erfolgen bzw. der Anpassung an eine veränderte Nutzung dienen. Baudenkmale sind daher auch häufig von gesetzlichen Vorgaben zur energetischen Verbesserung befreit. Diese im Denkmalschutz durchaus berechtigte Vorgehensweise ist jedoch als Forschungsansatz wenig geeignet. Die Technische Universität Dresden geht in ihrem Projekt daher davon aus, dass es sich

"bei Baudenkmälern um energetische Systeme handelt, welche innerhalb ihres gesamten Lebenszyklus mehrfach weiterentwickelt werden müssen".

Denkmalschutz und energetische Weiterentwicklung werden demnach als gleichberechtigt erachtet. Die Maßnahmen, mit denen Burgen, Schlösser, Klöster an sich veränderte energetische und klimatische Randbedingungen angepasst werden, müssen folgende Anforderungen erfüllen:

  • minimal in die historische Bausubstanz eingreifen
  • die historischen Authentizität bewahren
  • geringe laufende Kosten
  • minimaler laufender Primärenergiebedarf
  • einfach in Betrieb und Wartung
  • geringer Einsatz von Energie

Last update: 03.04.2017