ICOS (Integrated Carbon Observation System)

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Mit dem BMBF-geförderten Aufbauprojekt "Integrated Carbon Observation System" (ICOS) wurde eine Forschungsinfrastruktur und damit ein Netzwerk von kontinuierlichen, qualitativ hochwertigen und standardisierten Treibhausgasmessungen über Europa errichtet.

ICOS-Messturm: Am Standort "Hohes Holz" wird der Spurengasaustausch zwischen dem Wald-Ökosystem und der Atmosphäre bestimmt. (Corinna Rebmann (UFZ Leipzig))
ICOS measurement tower
photo: Corinna Rebmann (UFZ Leipzig)

Diese Forschungsinfrastruktur soll als Vorbild für die Entwicklung ähnlicher Treibhausgas-Beobachtungsnetzwerke, auch außerhalb Europas, dienen. Ziel der Forschungsinfrastruktur ICOS ist es, europaweit harmonisierte, präzise und kontinuierliche Langzeitmessungen, insbesondere von Kohlendioxid und Methan in der Atmosphäre sowie an ihren kontinentalen Quellen und Senken flächendeckend zu garantieren. Damit wird das Ziel verfolgt, wissenschaftlich belastbare, quantitative Daten über die regionalen Treibhausgasemissionen Europas mit ihren zeitlichen Veränderungen zu erfassen um Maßnahmen zur Reduktion von Emissionen zu bewerten und zu verifizieren. Diese Messungen sind daher unabdingbar für jede Klimaschutzpolitik. Dafür wurde zum einen das bestehende Messnetz in Atmosphäre, Ozean und in verschiedenen Ökosystemen weiter ausgebaut, um die Beobachtung der Treibhausgasbilanz auf regionaler und europäischer Ebene zu ermöglichen. Zum anderen wurde für das gesamteuropäische ICOS das zentrale europäische Kalibrationslabor, aber auch ein zentrales Labor für Spurengasmessungen und Radiokohlenstoff aufgebaut.

Der Aufbau des deutschen Beitrags zu ICOS wurde von 2012 bis 2016 durch das BMBF gefördert. Den langfristigen Betrieb unterstützen seit Ende 2016 das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (über den Deutschen Wetterdienst) und das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (über das Thünen-Institut). Außerdem sind nun die Helmholtz-Gemeinschaft und die Leibniz-Gemeinschaft sowie mehrere Universitäten und Fachhochschulen langfristige Träger der Infrastruktur.

Im Auftrag des BMBF (Referat 723 "Globaler Wandel") hat der Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit des DLR Projektträgers von 2012 bis 2016 den Aufbau der Forschungsinfrastruktur ICOS-Deutschland fachlich und administrativ betreut.

Am 9. November 2016 wurde in Heidelberg unter Beteiligung von BMBF und BMVI der Abschluss der Aufbauphase zu ICOS-D und die Einweihung des zentralen Labors für Spurengasmessungen und Radiokohlenstoff in Heidelberg gefeiert.

Die feierliche Übergabe der Forschungsinfrastruktur fand am 5. Dezember 2016 am ICOS-D Standort Hohenpeißenberg unter Beteiligung von Parl. Staatssekretär Stefan Müller (BMBF) und Minister Alexander Dobrindt (BMVI) statt.