Die Photovoltaik-Expertin Georgette Udo aus Nigeria
Die Photovoltaik-Expertin Georgette Udo aus Nigeria hat das Internationale Masterprogramm für Energie und Grünen Wasserstoff (IMP-GH) erfolgreich abgeschlossen. Die 26-jährige arbeitet jetzt am Forschungszentrum Jüllich (FzJ). Welche Erfahrungen sie gesammelt hat, lesen Sie im folgenden Interview.
Sie haben Ihr Studium im Oktober 2023 abgeschlossen - was und für wen arbeiten Sie derzeit?
Sobald ich mein Masterstudium beendet hatte, ist mir eine Stelle als Green Energy Support Engineer bei den Vereinten Nationen angeboten worden. Dort arbeitete ich an Photovoltaik-Projekten auf der ganzen Welt. Danach bekam ich eine Stelle als Forschungsingenieur im Bereich "Photovoltaik zu grünem Wasserstoff" am Forschungszentrum Jülich, wo ich derzeit beschäftigt bin.
Neben meiner Anstellung habe ich 2023 bei REFAGI (Renewable energy for the African Girls Initiative) eine Schulung für 200 Mädchen in einer Sekundarschule durchgeführt. So lernten sie, wie man eine Solaranlage installiert. Das führte dazu, dass mehr Mädchen eine Karriere im Bereich der Energiegewinnung anstrebten. Außerdem gründete ich gemeinsam mit meinen Kommilitoninnen Mary Dora Kamara und Aisha Suleiman Abba die MAGGREEN-Organisation. Für diese sprachen wir in einer Webinar-Reihe mit Vertretern von 43 der 54 afrikanischen Länder darüber, wie sich der Klimawandel auf ihre Länder auswirkt, welche Maßnahmen ergriffen werden und welche Netto-Null-Ziele die Länder verfolgen.
Bitte beschreiben Sie in fünf Sätzen, worum es in Ihrer Masterarbeit ging.
Der Titel meiner Masterarbeit lautete „Entwicklung eines Aufbaus für Elektrolumineszenzmessungen". Ziel war es, mit einer normalen Kamera dunkle Elektrolumineszenzbilder aufzunehmen, um Materialfehler in Photovoltaikmodulen zu erkennen. Dies war ein qualitativer Ansatz zum Nachweis des Reziprozitätstheorems von meinem Betreuer Prof. Uwe Rau. Dabei wurde die Kosteneffizienz der Verwendung einer normalen Kamera und des Wechselns von Filtern im Vergleich zu den Kosten einer Standard-Elektrolumineszenzkamera verglichen. Elektrolumineszenz ist die Emission von Licht aus einem Material, wenn es von einem elektrischen Strom oder einem starken elektrischen Feld durchflossen wird.
Was ist Ihrer Meinung nach die wichtigste Anwendung von grünem Wasserstoff?
Die wichtigste Anwendung von grünem Wasserstoff ist meiner Meinung nach die Dekarbonisierung der Industrie; sein Einsatz in Raffinerien und bei der Ammoniakherstellung. Dies wird unseren Kohlenstoff-Fußabdruck erheblich verringern und unsere Umwelt verbessern.
Was war Ihr schönstes Erlebnis während des „International Master Program in Energy and Green Hydrogen"?
Das war die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen bei der Installation einer Photovoltaik-Anlage in Niger. Es war absolut fantastisch, praktische Erfahrungen zu sammeln, mein theoretisches Wissen in die Praxis umzusetzen und zu sehen, wie das System läuft.
Welchen Rat würden Sie einem zukünftigen Studenten des Masterstudiengangs geben?
Sei aufgeschlossen, genieße den Prozess, vernetze dich horizontal und vertikal, bleib neugierig und vertraue auf Gott.
Bonus-Frage: Gibt es noch etwas, das Sie uns mitteilen möchten (z. B. eine nette Anekdote, wie Sie schlechte Erfahrungen überwunden haben, usw.)?
An die zukünftigen Studierenden: Stellt euch jeden Tag eine neue Aufgabe vor; ihr müsst euch im Laufe des Programms selbst etwas einfallen lassen, was euch Spaß macht; das kann so einfach sein wie Entspannung und Spiele mit Freunden am Wochenende. Seid fleißig, lernt von euren Mitschülern, und habt dabei Spaß.
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