Obsoleszenz als Herausforderung für Nachhaltigkeit

Prof. Dr. Melanie Jaeger-Erben erforscht mit ihrem Team nachhaltigen Konsum durch langlebige Produkte im Projekt OHA

Transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung

Melanie Jaeger-Erben hat Psychologie studiert, weil sie Menschen in ihrem sozialen Handeln verstehen wollte. Eigentlich wollte sie ursprünglich Polizeipsychologin werden. Aber auch gesellschaftlichen Zusammenhängen gehörte ihr Interesse und so hat sie noch Soziologie studiert. Heute liegen ihre Arbeitsschwerpunkte als Juniorprofessorin in den Bereichen Konsum- und sozialwissenschaftlicher Technikforschung, in der alltäglichen Lebensführung sowie in den sozialen Innovationen und im sozialen Wandel. Gemeinsam mit Dr. Janis Winzer leitet sie die Nachwuchsgruppe OHA „Obsoleszenz als Herausforderung für Nachhaltigkeit – Ursachen und Alternativen" in der sozial-ökologischen Forschung.

Wegwerfgesellschaft und nachhaltiger Konsum

Manchmal macht es Melanie Jaeger-Erben zu schaffen, wenn sie sich einen ganzen Tag lang mit dem Zustand der Welt befasst. Aber, sie hat auch Freude daran, mit ihrem Team genauer zu untersuchen, wie viele Menschen und Gruppen mit tollen, kreativen und sozial-ökologisch nachhaltigen Ideen versuchen, etwas Neues und Anderes zu schaffen: „Beispiele von Solidarität und gemeinschaftlicher Wertschöpfung begeistern mich." Sie plädiert nicht nur dafür, kaputte Elektronikgeräte, sondern auch unsere Wegwerfgesellschaft zu reparieren.

Die Welt reparieren

Jaeger-Erben möchte mit ihrem Team Ergebnisse liefern, die öko-innovative Geschäftsmodelle und gesellschaftspolitische Strategien zur Verbreitung langlebiger Produkte und innovativer Praktiken ermöglichen. Dazu gehören beispielsweise Design für Recycling, Reparatur-Cafés, Upcycling oder Prosuming. Dabei steht die enge Kooperation mit Praxispartnern aus Wirtschaft (vor allem aus der Elektronikbranche) und Zivilgesellschaft sowie politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern im Vordergrund. So sollen beispielsweise öko-innovative Unternehmen mit Hilfe einer eigens entwickelten Typologie von Nutzungspraktiken sowie einer umfassenden Auswertung von webbasierten Kundenbewertungen (Datamining) dabei unterstützt werden, in Produktdesign und -vermarktung die Kundenbedürfnisse in Bezug auf Langlebigkeit, Zuverlässigkeit und ökologisches Design besser zu berücksichtigen. Aber auch suffizienter Konsum soll gefördert werden, denn statt zu vielen neuen Produkten „brauchen wir mehr Lötkolben und Nähnadeln", sagt Melanie Jaeger-Erben.

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