Urbane Wassersysteme

Prof. Dr.-Ing. Jochen Hack forscht mit seinem Team zu sozial-ökologischen Lösungen für urbane Wassersysteme im Nachwuchsgruppen-Projekt SEE-URBAN-WATER.

Engagement für die Entwicklungspolitik

Schon vor seinem Studium zum Bauingenieur hat sich Jochen Hack in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit engagiert. Über einen Städtepartnerschaftsverein hat er eineinhalb Jahre in einem entwicklungspolitischen Projekt in Nicaragua gearbeitet. Das war ein sogenannter „Anderer Dienst" im Ausland als Zivildienstersatz. „Bis heute habe ich mein entwicklungspolitisches Engagement beibehalten, z. B. die Schaffung eines Studierendenaustauschs mit einer Partneruniversität in Nicaragua. Dazu kommen regelmäßige Gastdozenturen im entwicklungspolitischen Kontext an Universitäten in Ecuador, Nicaragua und Costa Rica. Auch arbeite ich in einer Steuerungsgruppe zur kommunalen Entwicklungspolitik in meinem aktuellen Wohnort mit."

Vom Bauingenieur zum Nachwuchsgruppenleiter

Jochen Hacks Studienwahl war geleitet von dem Wunsch im zukünftigen Berufsleben den Einfluss der Gesellschaft auf die Umwelt positiver und möglichst effektiv zu gestalten. „Durch den Bau von Infrastrukturen (Transportwege, Gebäude, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, Energieversorgung, etc.) bzw. der Art und Weise wie wir sie bauen, haben wir als Gesellschaft womöglich den größten Einfluss auf die Nutzung und Verschmutzung unserer Umwelt." Durch das Studium zum Bauingenieur erhoffte er sich, zur nachhaltigeren Gestaltung dieser vorwiegend technisch geprägten Gesellschaft-Umwelt-Beziehung beitragen zu können. Heute führt der Juniorprofessor sein Team SEE-URBAN-WATER in der BMBF-Fördermaßnahme „Nachwuchsgruppen in der Sozial-Ökologischen Forschung". An der TU Darmstadt leitet er das Fachgebiet für Ingenieurökologie

SEE-URBAN-WATER

Der menschliche Einfluss durch Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Landnutzungsänderungen und nicht zuletzt Urbanisierung belastet Ökosysteme zunehmend und kann deren Leistungsbereitstellung stark beeinflussen. Über technische Infrastrukturen sind urbane Gesellschaften komplex mit Ökosystemen vernetzt. Wasser spielt hier eine besondere Rolle, sowohl für die Gesellschaft als überlebenswichtige Ressource und Schadstoffsenke, als auch für die Natur als Habitat und Umweltleitmedium. Hier setzt die Arbeit der Nachwuchsgruppe an und widmet sich u. a. Fragen wie Stadtentwässerungssysteme mit dem natürlichen Wasserkreislauf und über Flusssysteme verbundenen Ökosystemen interagieren oder auch, wie ingenieurwissenschaftliche Planungsmethoden mit sozial-ökologischen Betrachtungen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung kombiniert werden können. Die Beantwortung dieser Fragen und die Forschung geschehen hauptsächlich mit Praxispartnern im Reallabor der Metropolregion von San Jose, der Hauptstadt von Costa Rica, durch die praktische Erprobung von Prototypen für natur-basierte Lösungen.

Forschung und Privatleben

Jochen Hacks Forschung wirkt sich auch konkret auf sein persönliches Leben aus. „Bei der Wahl meines Wohnortes und beim Hauskauf habe ich auf eine nachhaltige ‚grüne' Infrastruktur viel Wert gelegt. Mir war wichtig, dass es hier Gründächer, Regenwassernutzung, Regenwasserversickerung, hohe Integration von qualitativ hochwertigen Grünflächen im öffentlichen Raum, wenig Verkehrsflächen für Kfz und viel für Fußgänger und Radfahrer gibt." Beim Sport im Freien, wenn er mit dem Mountainbike unterwegs ist, beobachtet er regelmäßig den Zustand von Gewässern in seiner Umgebung. Auch in seiner Familie ist das Thema Nachhaltigkeit sehr wichtig.

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