Mobilität – ein Freiheitsgefühl?

Prof. Dr. Antonia Graf erforscht mit ihrem Team das Veränderungspotenzial zwischen Mobilität und Energie. Die MitarbeiterInnen in ihrem Team empfinden sie als „gut, genau und gerecht".

Wie kommen wir von A nach B?

Antonia Graf lebt und lehrt in der Fahrradstadt Münster. Für die Mobilitätsforscherin ist es selbstverständlich mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Sie wirkt sehr überzeugend, wenn sie von ihrer Forschung der Mobilitäts-Energie-Dynamiken spricht und untermalt das Gesagte durch ihre Gesten. Man fühlt sich sofort angesprochen und in die Inhalte hineingezogen. Schließlich ist ihr genau das wichtig, „dass Bürgerinnen und Bürger bei Mobilitätsfragen mitgenommen werden".

Mobilität bezeichnet laut Graf nicht nur das Bewegen zwischen zwei Punkten A und B, sondern es beschreibt auch unsere Fähigkeit und unser Bedürfnis, sich bewegen zu können, „und zwar so, wie Jede und Jeder sich das selbst wünscht".

Für die Juniorprofessorin ist es wichtig, dass sich auch die Politikwissenschaft zunehmend mit Fragen der Mobilität auseinandersetzt, „weil wir einen Unterschied machen können zwischen Mobilität und Transport".

Mobilität, Freiheit und Umweltschutz

Die Möglichkeit, dass wir uns heute nach Bedarf bewegen können, sagt Graf, „bedeutet eine große Spontanität verbunden mit Freiheitsgefühl". Die Einschränkung dieser Freiheit aus Umweltgründen hat jedoch Konsequenzen. Mit ihrem Team erforscht sie, wie dieser Wandel so angenehm wie möglich gestaltet werden kann. Das heißt, „Mobilität muss auch in Zukunft machbar, erschwinglich und ein Mittel der Wahl sein und nicht ein Mittel des Zwanges".

Forschung in Nachwuchsgruppen

Die Juniorprofessorin schätzt am Nachwuchsförderungsprogramm der Sozial-ökologischen Forschung, dass die Nachwuchsgruppen von Anfang an interdisziplinär und transdisziplinär angelegt sind. Wenn es um sozialökologische Transformationen geht, insbesondere im Bereich von Mobilitäts- und Energiedynamiken ist eine Perspektive, die sich aus mehreren Disziplinen speist, sehr wichtig. „Da kommen wir nur mit einer politikwissenschaftlichen Governance-Perspektive nicht weiter und können den Forschungsgegenstand nicht genau genug erfassen." Eine weitere Besonderheit sei, dass die Projektlaufzeit relativ lang ist und auch PromotionsstudentInnen die Möglichkeit haben, ihre Dissertationen im Rahmen des Projektes zu schreiben.

Köpfe der Zukunft - Prof. Dr. Antonia Graf im Interview
Interview mit Prof. Dr. Antonia Graf, Leiterin der Nachwuchsgruppe Dynamo.© NARRATIVi

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