„Woche der Klimaanpassung“: Forschung für klimaresiliente Städte und Wirtschaft

In der bundesweiten Aktionswoche vom 14. bis 20. September 2026 werden Strategien und Maßnahmen zur Klimaanpassung vorgestellt. Seit 20 Jahren treibt das BMFTR wissenschaftliche Entwicklungen in diesem Bereich voran und fördert vielfältige Forschungsprogramme.

Deutschland erlebte im Sommer 2026 eine Phase außergewöhnlicher klimabedingter Belastungen: Intensive Hitzewellen, niedrige Flusspegel und langanhaltende Trockenheit beeinträchtigten Menschen, Natur, Wirtschaft und Infrastruktur. Für Kommunen und Unternehmen ist die frühzeitige Klimaanpassung an die Folgen der Erderwärmung besonders wichtig, da viele Maßnahmen – etwa an Gebäuden, Infrastruktur und Versorgungsstrukturen – lange Planungs- und Umsetzungszeiträume erfordern. Die Wissenschaft liefert dafür Lösungen – unterstützt vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), das seit 20 Jahren die Entwicklung neuer Technologien, Tools und Handlungsempfehlungen fördert.

Forschung stärkt Kommunen

Kommunen stehen vor großen Herausforderungen bei der Klimaanpassung: Sie müssen auf Hitze, Starkregen, Trockenheit und Niedrigwasser reagieren und konkrete Maßnahmen planen, priorisieren und umsetzen. Genau hier setzt die BMFTR‑Fördermaßnahme „Planungsbeschleunigung für die Klimaanpassung mit Urbanen Digitalen Zwillingen“ an. Urbane Digitale Zwillinge (UDZ) sind virtuelle Abbilder einer Stadt oder eines städtischen Gebiets, die digitale Informationen wie Gebäude‑, Infrastruktur‑ und Grünflächendaten, Geländemodelle, demografische Informationen sowie fachspezifische Messdaten – etwa zu Temperatur, Bodenfeuchte oder Wasserständen – bündeln. Dadurch lassen sich Maßnahmen nicht nur klimatisch, sondern auch räumlich, infrastrukturell und sozial bewerten. Weitere Vorteile: Sie können in eine bestehende Dateninfrastruktur einer Kommune integriert werden. Zudem können Planungen mithilfe von Künstlicher Intelligenz und Big-Data-Technologien deutlich beschleunigt werden.

Ein Beispiel: Prüft eine Kommune, wie ein Stadtteil besser gegen Hitze geschützt werden kann, zeigt der Digitale Zwilling sofort, welche Wirkung zusätzliche Bäume, entsiegelte Flächen oder Verschattungsstrukturen auf die lokale Temperatur haben – und wie diese Eingriffe zugleich Wasserabfluss, Aufenthaltsqualität oder Verkehrsflüsse beeinflussen. So verkürzt der Digitale Zwilling den Weg von der Analyse zur Entscheidung und stärkt Kommunen dabei, Klimaanpassung effizienter, datenbasiert und vorausschauend umzusetzen.

Forschung stärkt Wirtschaft

Auch Unternehmen stehen zunehmend vor der Herausforderung, klimabedingte Risiken frühzeitig zu erkennen und ihre Prozesse resilienter auszurichten. Das BMFTR unterstützt sie dabei mit Forschungsprogrammen, die unter anderem wirtschaftliche Verwundbarkeiten untersuchen. 

Im Förderprogramm RegIKlim analysiert beispielsweise das Projekt R2K‑Klim+ unter anderem die ökonomischen Auswirkungen von Niedrigwasser auf Binnenschifffahrt, Lieferketten und Produktionsprozesse und liefert belastbare Schadensmodelle. So können Unternehmen bereits heute abschätzen, welche finanziellen Folgen zukünftige Niedrigwasserereignisse haben könnten und welche Anpassungsoptionen betriebswirtschaftlich sinnvoll sind.

Um Extremwetterereignisse wie Hitze und Trockenheit, aber auch Starkregen und Stürme besser zu verstehen, legte das BMFTR 2020 die Fördermaßnahme ClimXtreme auf. Ein Schwerpunkt liegt darin, für die Wirtschaft belastbare Informationen zur Risikoeinschätzung zu liefern. Zum Beispiel wertet eine „Post-Event Assessment Group“ aktuelle Extremwetterereignisse – wie etwa die Hitzewelle vom Juni 2026 – aus und liefert zeitnah zum Ereignis eine wissenschaftliche Einordnung. Mit diesen Erkenntnissen kann sich die Wirtschaft besser auf künftige Ereignisse vorbereiten und so Schäden reduzieren. 

Veranstaltungshinweise:

14.09.2026 – 13:30-15:00 Uhr: Der Rhein im Klimawandel – die Folgen von Niedrigwasser für die Wirtschaft
Im BMFTR-Forschungsprojekt R2K-Klim+ werden seit 2020 die Auswirkungen des Klimawandels auf Niedrigwasser und die Wirtschaft am Rhein untersucht. Das Vorhaben stellt die Erkenntnisse ihrer Arbeit vor und stehen für Rückfragen zu Auswirkungen und Anpassungsmaßnahmen zur Verfügung.

14.09.2026 – 15:00-17:15 Uhr: Wie planen wir nachhaltige und gesunde Städte?
Das von BMFTR geförderte Projekt CoSynHealth gibt einen Einblick zu aktuellen Forschungsarbeiten im Projekt, die sich vor allem mit gegenwertigen und zukünftigen hitzebedingten Gesundheitsgefahren in Städten beschäftigen. 

15.09.2026 – 09:00-12:00 Uhr: Workshopreihe „Privatsektor & Klimaanpassung – Von Bedarfen über Lösungen zu Umsetzung und Investitionsperspektiven“
Im September startet die dreiteilige Online-Workshopreihe zum Dialog zwischen Forschung und Wirtschaft (Folgeveranstaltungen im Oktober und November 2026). Die Veranstaltung findet auf die gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE), des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) und des BMFTR statt.