21.12.2015
27.11.2018


Bekanntmachung: Quellen, Verteilung und Auswirkungen von Mikroplastik in marinen Systemen

Im Rahmen der multilateralen Initiative „Quellen, Verteilung und Auswirkungen von Mikroplastik in marinen Systemen" fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Förderinstitutionen aus elf europäischen Ländern (Belgien, Estland, Frankreich, Irland, Island, Italien, Malta, Norwegen, Portugal, Spanien, Schweden) und Brasilien interdisziplinäre Forschungsverbünde zum Thema Mikroplastik in marinen Systemen. Es stehen insgesamt Mittel in Höhe von bis zu 9,2 Millionen Euro zur Verfügung.
Durch JPI OCEANS werden zwischenstaatliche europäische Aktivitäten zum Schutz der Meere und Ozeane gebündelt bzw. koordiniert. Die Mitgliedsländer verfolgen die Zielstellung, gemeinsame langfristige, strategische Prioritäten für die Meeresforschung und Technologieentwicklung im marinen Bereich in Europa festzulegen und durch gezielte Maßnahmen gemeinsame Schwerpunkte in der weiteren wissenschaftlich-technischen Entwicklung zu setzen.

Einreichungsfrist: 20. November 2018 – 28. Februar 2019

Wer wird gefördert?
Antragsberechtigt sind Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Landes- und Bundeseinrichtungen mit Forschungsaufgaben sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft. Sofern die Zuwendung nicht als Beihilfe im Sinn von Artikel 107 Absatz 1 AEUV zu qualifizieren ist, muss der Zuwendungsempfänger seinen Sitz in Deutschland haben. Sofern die Zuwendung als Beihilfe zu qualifizieren ist, wird verlangt, dass der Zuwendungsempfänger zum Zeitpunkt der Auszahlung der Zuwendung eine Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland hat. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Sinne dieser Förderrichtlinie sind Unternehmen, die die Voraussetzungen der KMU-Definition der EU erfüllen (vgl. Anhang I der AGVO bzw. Empfehlung der Kommission vom 6. Mai 2003 betreffend die Definition der Kleinstunternehmen sowie der KMU, bekannt gegeben unter Aktenzeichen K (2003) 1422 (2003/361/EG))

Was wird gefördert?
Im Rahmen der multilateralen Initiative sind vier Themenfelder ausgeschrieben:

  1. Identifizierung, Charakterisierung und Quantifizierung der Mikroplastikeinträge - insbesondere durch die Fragmentierung von Makroplastik
  2. Entwicklung neuer Methoden zur Identifizierung von Submikroplastik und in situ Messmethoden zur Erfassung von Mikroplastik
  3. Erfassung der räumlichen Verteilungen von Mikroplastik in der marinen Umwelt und Untersuchung möglicher Auswirkungen von Mikroplastik auf marine Lebensgemeinschaften
  4. Entwicklung von Konzepten zur Verringerung der Kunststoffeinträge in die Meeresumwelt (u.a. durch Recyclingmethoden, Verbraucherverhalten). Durch das BMBF werden Projektskizzen zu dem Themenfeld 4 nicht gefördert.

Die eingereichten Projektskizzen müssen einem der Förderthemen zugeordnet werden. Eine detaillierte Beschreibung der vier Themenschwerpunkte ist der internationalen Ausschreibung zu entnehmen (https://epss-jpi-oceans.ptj.de/Call2018).
Es werden Verbünde mit Partnern aus mindestens drei Ländern gefördert, die sich als Fördergeber an dieser Bekanntmachung beteiligen. Pro europäischen Forschungsverbund stehen Mittel in Höhe bis zu 2 Millionen Euro zur Verfügung. Die maximale Fördersumme pro Partner sind den länderspezifischen Kriterien auf der Homepage zu entnehmen. Für deutsche Projektpartner sind bis zu 300.000 Euro zuwendungsfähig. Für die Koordination eines europäischen Verbundes stehen bis zu 450.000 Euro für einen deutschen Partner zur Verfügung.

Wie wird gefördert?
Das Verfahren ist zweistufig. In der ersten Verfahrensstufe sind zunächst Projektskizzen des internationalen Konsortiums durch den Koordinator des Verbundes in englischer Sprache bis spätestens 28. Februar 2019, 12 Uhr MEZ, über das elektronische Skizzentool (https://epss-jpi-oceans.ptj.de/Call2018) einzureichen.

Auf der Grundlage der im internationalen Bekanntmachungstext genannten Bewertungskriterien werden dann die für eine Förderung geeigneten Projektideen ausgewählt. Dafür werden unabhängige Fachgutachter ausgewählt.

In der zweiten Verfahrensstufe werden bei positiv bewerteten Projektskizzen die einreichenden Institutionen aufgefordert, in Abstimmung mit dem Verbundkoordinator und den anderen internationalen Partnern, einen förmlichen Förderantrag vorzulegen, über den nach abschließender Prüfung entschieden wird. Die förmlichen Förderanträge sind mit Hilfe des elektronischen Antragssystems „easy-online“ zu erstellen.

Die Zuwendungen werden im Wege der Projektförderung als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt. Die Höhe der Zuwendung pro Vorhaben richtet sich im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel nach den Erfordernissen des beantragten Vorhabens. Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen und vergleichbare Institutionen, die nicht in den Bereich der wirtschaftlichen Tätigkeiten fallen, sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben (bei Helmholtz-Zentren und der Fraunhofer-Gesellschaft die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten), die unter Berücksichtigung der beihilferechtlichen Vorgaben individuell bis zu 100 Prozent gefördert werden können. Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und für Vorhaben von Forschungseinrichtungen, die in den Bereich der wirtschaftlichen Tätigkeiten fallen, sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten. In der Regel können diese – je nach Anwendungsnähe des Vorhabens – unter Berücksichtigung der beihilferechtlichen Vorgaben (siehe Anlage) bis zu 50 Prozent anteilfinanziert werden. Nach BMBF-Grundsätzen wird eine angemessene Eigenbeteiligung – grundsätzlich mindestens 50 Prozent der entstehenden zuwendungsfähigen Kosten – vorausgesetzt. Für die Festlegung der jeweiligen zuwendungsfähigen Kosten muss die AGVO berücksichtigt werden.

Die englische Bezeichnung der Bekanntmachung lautet "Sources, distribution and impact of microplastics in the marine environment".