01.06.2016
31.05.2019


Bekanntmachung: "Stadtklima im Wandel"

Bekanntmachung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung von Richtlinien zur Fördermaßnahme "Stadtklima im Wandel".
Bereits heute leben 52 % der Weltbevölkerung in Städten. Dieser Anteil wird bis zum Jahr 2050 auf 70 % steigen. Die urbanisierten Lebensräume sind gleichermaßen Betroffene und Verursacher des Klimawandels. Städte sind für bis zu 70 % des Treibhausgas-Ausstoßes der Menschheit verantwortlich; sie müssen in verstärktem Maße mit den Auswirkungen des Klimawandels umgehen. Wege zu einer CO2-armen, energieeffizienten und klimaangepassten Stadt sind ein wichtiger Beitrag zur Umsetzung der High-Tech Strategie "Innovationen für Deutschland" sowie der Leitinitiative "Zukunftsstadt" des BMBF1-Rahmenprogramms Forschung für Nachhaltigkeit (FONA). Diese Bekanntmachung steht im Kontext der Forschungs- und Innovationsagenda der Nationalen Plattform Zukunftsstadt (http://www.nationale-plattform-zukunftsstadt.de/).

Städtische Räume reagieren hoch sensibel auf Veränderungen des Klimas wie auf ausgedehnte Hitzeperioden, starke Unwetter oder Hochwasser. Die Konsequenz: Städte müssen sich schon jetzt auf den Klimawandel vorbereiten. Dabei sind Städte besonderer Ort von Zielkonflikten wie beispielsweise zwischen dem steigenden Siedlungsdruck einerseits und den nötigen Anpassungen an die Folgen des Klimawandels andererseits. Auch in diesem Dilemma muss eine vorsorgende Stadtplanung angemessen auf die zu erwartenden spezifischen Veränderungen im Stadtklima reagieren können.

Grundlage für zukünftige planerische Entscheidungen in Städten sind leistungsstarke Stadtklimamodelle. Bisher fehlen jedoch solche Modelle, die in der Lage sind, klar definierte Aussagen zu Klimaveränderungen und zu stadtklimatologischen Zusammenhängen zu treffen, um diese in einem weiteren Schritt auf eine nachhaltige Stadtentwicklung anzuwenden.

Ziel der Fördermaßnahme "Stadtklima im Wandel" ist die Entwicklung eines innovativen Stadtklimamodells. Dieses Stadtklimamodell soll in der Lage sein, für Städte der Größe von Stuttgart bis Berlin in einer Auflösung kleiner als 10 m Gitternetzweite mikroklimatische Prozesse zu simulieren. Mit Hilfe eines solchen Modells können fachübergreifende Analysen durchgeführt werden und Maßnahmen beispielsweise zur Sicherung und Verbesserung des Stadt­klimas oder der Luftreinhaltung geplant werden. Dazu gehört u. a. auch die Verzahnung von Daten zu Klimaveränderungen mit demographischen und sozialen bzw. gesellschaftlichen Daten. Die Modell-Ergebnisse sollen dazu beitragen, Entscheidungsprozesse zu unterstützen. Adressaten der Ergebnisse, die als nutzbares Tool zur Verfügung gestellt werden sollen, sind Anwender aus der Stadtplanung oder dem städtischen Klimaschutz.

Die Herausforderungen für die klimawandelgerechte Stadt der Zukunft sind zugleich Chance für den Forschungs- und Innovationsstandort Deutschland. Durch die Fördermaßnahme wird die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft und besonders kommunalen und städtischen Ordnungsstrukturen gestärkt.

 

Die vollständige Bekanntmachung finden Sie auf der BMBF-Homepage unter http://www.bmbf.de/foerderungen/26297.php.