Biobanken vernetzen: GGBN-Datenpool wächst auf 4,5 Millionen Proben

Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) über fünf Jahre geförderte Projekt GGBN-Tec hat die digitale Infrastruktur des Global Genome Bio-diversity Network (GGBN) deutlich ausgebaut. Inzwischen sind über das internationale Netz-werk rund 4,5 Millionen DNA-, Gewebe- und Umweltproben für die Forschung zugänglich.

Ziel des Global Genome Biodiversity Network ist es, den globalen Zugang zu genetischen Ressourcen und den mit ihnen verbundenen Informationen zu ermöglichen. Dadurch werden die Erforschung und der Erhalt der biologischen Vielfalt gestärkt und Entwicklungen im Bereich der Bioökonomie unterstützt.

Im Rahmen des fünfjährigen Projekts GGBN-Tec hat das BMFTR den Ausbau der digitalen Infrastruktur des Netzwerks mit rund 800.000 Euro gefördert. Das Vorhaben wird vom Botanischen Garten Berlin der Freien Universität Berlin geleitet und läuft Ende 2026 aus.

Mehr Proben, mehr Partner, besser vernetzte Daten

Innerhalb von fünf Jahren ist die Menge des über GGBN für globale Forschungszwecke verfügbaren Materials um rund die Hälfte auf etwa 4,5 Millionen DNA-, Gewebe- und Umweltproben gestiegen. Zugleich wuchs die Zahl der Mitgliedsinstitutionen auf mehr als 120. Das Datenportal wurde für hohe Zugriffszahlen und eine intuitive Suche weiterentwickelt. Zudem können Sammlungsdaten inzwischen automatisiert mit weiteren globalen Forschungsdateninfrastrukturen verknüpft werden.

Für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wird es damit beispielsweise möglich, von einer publizierten DNA-Sequenz direkt zum zugehörigen Referenzexemplar zu gelangen. So können unter anderem Artbestimmungen oder Informationen zur Herkunft einer Probe überprüft werden. Besonders relevant ist dies, weil bei vielen Organismengruppen – etwa Algen, Insekten und Pilzen – ein großer Teil der Arten noch nicht bekannt oder mit modernen evolutionsbiologischen Methoden untersucht ist.

GGBN verbindet zudem Proben aus Biobanken mit internationalen Sequenzarchiven und den Daten der physischen Belegexemplare in den Mitgliedsinstitutionen. Der Zugang zu den genetischen Ressourcen erfolgt unter Berücksichtigung des Nagoya-Protokolls. Die Daten werden nach den FAIR (Findable, Accessible, Interope-rable, Reusable)-Prinzipien bereitgestellt.

Internationales Netzwerk für die Biodiversitätsforschung

Unter dem Dach des GGBN arbeiten unter anderem naturhistorische Museen, Botanische Gärten, Herbarien, Zoologische Gärten sowie Umweltproben- und Forschungssammlungen zusammen. Seit Anfang 2026 koordiniert das Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels mit Sitz in Bonn und Hamburg das Netzwerk. Der Botanische Garten Berlin leitet weiterhin das Technische Sekretariat und entwickelt die digitale Forschungsinfrastruktur weiter.