BMBF fördert nachhaltige Wasser- und Landnutzung im vietnamesischen Mekong-Delta - Internationales Verbundprojekt ViWaT gestartet

Deutsche und vietnamesische Partner wollen in einem internationalen Projekt nachhaltige Strategien und technische Maßnahmen zum Schutz des Mekong-Deltas in Vietnam erarbeiten. Ziel ist es, dem zunehmenden Verlust von Land- und Süßwasserressourcen in dem Gebiet entgegenzuwirken. Das dreijährige Vorhaben ViWaT (Vietnam Water Technologies) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund acht Millionen Euro gefördert.
Wasserbecken einer privaten Garnelenfarm im Mekong-Delta. (Karlsruhr Institut für Technologie (KIT)/Nicolas Börsig)
Garnelenfarm im Mekong-Delta.
Foto: Karlsruhr Institut für Technologie (KIT)/Nicolas Börsig

Die Arbeiten von ViWaT befassen sich insbesondere mit den Schwerpunktthemen Küstenschutz, regionale Wasser- und Landnutzungsplanung sowie nachhaltiges Wassermanagement. Diese Schwerpunkte werden in drei eigenständigen Forschungsverbünden koordiniert: ViWaT-Engineering, ViWaT-Planning und ViWaT-Operation. Die interdisziplinären Verbünde vereinen ingenieur-, wirtschafts-, geowissenschaftliche und planerische Fachbereiche und können so dazu beitragen, ganzheitliche Lösungen für die Herausforderungen des Mekong-Deltas zu finden.

Im Mekong-Delta im Süden Vietnams leben in einem Gebiet, das in etwa der Größe von Baden-Württemberg entspricht, rund 18 Millionen Menschen. Der Klimawandel und durch den Menschen bedingte Einflüsse belasten die für Vietnam wirtschaftlich sehr bedeutende Region (insbesondere Reisanbau und Aquakulturen) jedoch stark, weshalb das Mekong-Delta mittlerweile langfristig in seiner Existenz bedroht ist. So führte die intensive Nutzung von Grundwasser in den letzten Jahrzehnten zu einem starken Abfall der Grundwasserspiegel und zu einer anhaltenden Landsenkung von bis zu mehreren Zentimetern pro Jahr. Hinzu kommt der durch den Klimawandel verursachte jährliche Meeresspiegelanstieg von ca. 2-3 Millimetern.

Ein weiteres Problem stellt die starke Erosion in den Küstenbereichen dar. Ursache ist zum einen der Bau von Staustufen in den Mekong-Anrainerstaaten, speziell in China und Laos, sodass weniger Sedimente in den Mekong eingetragen werden. Dies und die Zerstörung der schützenden Mangrovenwälder führen dazu, dass die Küstenbereiche pro Jahr bis zu 50 Meter Boden verlieren. Aber auch die Ufer der Kanäle und Flüsse werden stark von der Erosion in Mitleidenschaft gezogen. Grundwasserübernutzung und unzureichendes Wassermanage-ment führen dazu, dass verstärkt Salzwasser in die Oberflächengewässer und Grundwasserleiter des Deltas gelangt. Eine zusätzliche Belastung für die regionale Verfügbarkeit und Qualität der vorhandenen Süßwasserressourcen sind die weitgehend unbehandelten Abwässer.

Das Vorhaben „Vietnam Water Technologies (ViWaT)" wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als Teil der Maßnahme „Client II – Internationale Partnerschaften für nachhaltige Innovationen" gefördert. Die Maßnahme gehört zum BMBF-Programm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung" (FONA³).

ViWaT besteht aus drei Säulen mit unterschiedlichen Schwerpunktthemen:

ViWaT-Engineering

Prof. Dr. Nestmann und Prof. Dr. Norra, Karlsruher Institut für Technologie
Küstenschutz; Minderung der Landsenkung; Wasserdynamik;
Identifizierung nachhaltig nutzbarer Wasserressourcen

ViWaT-Planning

Prof. Dr. Stolpe, Ruhr-Universität Bochum
Nachhaltige regionale Wasser- und Landnutzungsplanung

ViWaT-Operation

Prof. Dr. Rudolph, Universität Witten/Herdecke
Wasserversorgung; Abwasserbehandlung; Wasserwiederverwendung