15.03.2016
31.12.2026


Carbon2Chem

Das Projekt Carbon2Chem erforscht, wie aus Hüttengasen der Stahlproduktion wertvolle Vorprodukte für Kraftstoffe, Kunststoffe oder Düngemittel werden. Carbon2Chem soll 20 Millionen Tonnen des jährlichen deutschen CO2-Ausstoßes der Stahlbranche wirtschaftlich nutzbar machen. Das entspricht 10 Prozent der jährlichen CO2-Emissionen der deutschen Industrieprozesse und des verarbeitenden Gewerbes.
Industrielandschaft (thyssenkrupp)
43 Millionen Tonnen Stahl produziert die Branche jedes Jahr. Daraus entstehen Autos, Häuser und Maschinen.
Foto: thyssenkrupp

Unser Wohlstand hängt maßgeblich von der hiesigen Stahlindustrie und ihren rund 90.000 Beschäftigten ab. Noch ist Deutschland Europas größter Stahlerzeuger. Doch die internationale Konkurrenz gefährdet ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Im Pariser Klimaabkommen vom 12. Dezember 2015 haben sich alle Staaten darauf geeinigt, dass sie die globale Erwärmung auf möglichst 1,5 Grad Celsius begrenzen wollen. Um das zu schaffen, müssen sie klimaneutral wirtschaften und leben: Ab der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts darf nicht mehr Treibhausgas ausgestoßen werden, als sie gleichzeitig einsparen können. Deshalb müssen die Stahlbranche, aber auch andere energieintensive Industrien, ihren Treibhausgasausstoß ganz erheblich reduzieren.

Wie kann der Stahlstandort Deutschland also wettbewerbsfähig bleiben? Das Projekt "Carbon2Chem" soll darauf eine Antwort geben. Acht Industrieunternehmen entwickeln gemeinsam mit Max-Planck und Fraunhofer-Gesellschaft sowie Universitäten eine weltweit einsetzbare Lösung, um die Abgase der Hochöfen in Vorprodukte für Kraftstoffe, Kunststoffe oder Dünger umzuwandeln.

Gruppenfoto mit 5 Männern vor Exponat (Rainer Schröer/thyssenkrupp)
Startschuss von Carbon2Chem (v.l.n.r.): Markus Oles (thyssenkrupp), Görge Deerberg (Fraunhofer UMSICHT), Karl Eugen Huthmacher (BMBF), Reinhold Achatz (thyssenkrupp) und Robert Schlögl (MPI-CEC).
Foto: Rainer Schröer/thyssenkrupp

Den dafür benötigten Wasserstoff werden die Unternehmen mit Überschussstrom aus erneuerbaren Energien produzieren. Zur Erprobung von innovativen Verfahren wird ebenfalls ein neues Technikum am Stahlwerk in Dusiburg errichtet. 

Das Forschungsprojekt "Carbon2Chem" entwickelt in den kommenden zehn Jahren eine nachhaltige Wertschöpfungskette, die verschiedene Sektoren miteinander verbindet – dabei treibt der Klimaschutz die Innovationen branchenübergreifend voran. Denn von "Carbon2Chem" profitiert nicht nur die Stahlindustrie. Chemieunternehmen erschließen eine neue, saubere Rohstoffquelle.

Gleichzeitig soll "Carbon2Chem" zwei zentrale Fragen der Energiewende beantworten: Wie kann man elektrische Energie speichern und die Stromnetze stabilisieren?

Das Forschungsprojekt ist in die folgenden sieben Teilprojekte unterteilt:

  • L0: Projektmanagement und Systemintegration (Koordination: thyssenkrupp)
  • L1: Wasserelektrolyse und Netzstabilität (Koordination: thyssenkrupp)
    (Koordination: thyssenkrupp)##FROM_INSIDE_TINYMCE##
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  • L2: Nachhaltige Methanolproduktion (Koordination: AkzoNobel)
  • L3: Gasreinigung und Katalyse (Koordination: Linde)
  • L4: Höhere Alkohole und Polyalkohole (Koordination: Evonik)
  • L5: Polymere (Koordination: Covestro)
  • L6: Oxymethylenether (Koordination: BASF)

Die Partner aus Wissenschaft und Industrie schlagen mit "Carbon2Chem" eine Brücke von der Grundlagenforschung in den Markt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt mit mehr als 60 Millionen Euro. Die beteiligten Partner planen Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro bis 2025. Für die kommerzielle Realisierung haben sie mehr als eine Milliarde Euro vorgesehen.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.bmbf.de

 

Zuletzt geändert: 21.02.2017