Das Forschungsschiff SONNE erkundet vor Japan die Ursache von Erdbeben und Tsunami

Heute brechen Meeresforscher mit dem Forschungsschiff SONNE zu einer Expedition auf, bei der sie der Ursache von Erdbeben und Tsunami nachgehen. Die Wissenschaftler starten am 4. Oktober 2016 im japanischen Yokohama, wo die Expedition am 2. November auch wieder endet. Von Bord berichten sie in mehreren Blogs über ihre Forschung.
Forschungsschiff SONNE (Thomas Walter)
Forschungsschiff SONNE
Foto: Thomas Walter

Am Südostrand der Eurasischen Platte, vor der Küste Japans, liegen zwei seismisch hochaktive Subduktionszonen: Der Japangraben und der Nankaitrog. Im März 2011 erschütterte ein Magnitude 9 Erdbeben den Japangraben, und die japanische Geschichte zeigt, dass auch im Nankaitrog Starkerdbeben regelmäßig auftreten. Um die Entstehung und Folgen solcher Erdbeben zu ergründen, erforscht das Forschungsschiff SONNE mit Wissenschaftlern aus elf Nationen diese Tiefseegräben im Nordwestpazifk.

Im Fokus des Forschungsvorhabens steht die Erkundung des geologischen Archivs vor der Küste Japans. Extremereignisse wie Erdbeben, submarine Rutschungen und Tsunami hinterlassen ihre Spuren in den Sedimenten des Japangrabens und Nankaitrogs. Diese Spuren wollen die Wissenschaftler aufdecken, um die Entstehung und Folgen der Beben besser zu verstehen und daraus grundsätzliche Modelle zu entwickeln, die über diese Region hinausgehen.

Die Fahrt gliedert sich in zwei Abschnitte: Im ersten Teil werden die Wissenschaftler um Fahrtleiter Michael Strasser (Uni Innsbruck) den Japangraben vermessen und beproben, um die geologischen Fingerabrücke des Tohoku-Erdbebens von 2011 zu erforschen. Nach einem Hafenaufenthalt werden - im zweiten Teil - Fahrtleiter Achim Kopf (MARUM - Universität Bremen) und sein Team mit dem Unterwasser-Roboter ROV Kiel 6000 Messinstrumente aus Schlammvulkanen im Nankaitrog bergen.

Bei dem Forschungsschiff SONNE handelt es sich um das modernste deutsche Forschungsschiff. Dieses stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung der Wissenschaft zur Verfügung. Die Wissenschaftler berichten direkt von Bord über ihre Forschung. Den Blog finden Sie auf folgenden Seiten:

planeterde.de

MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften