Der Tag der kleinen Forscher ist ein Mitmach-Tag für alle!

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka über den Tag der kleinen Forscher am 23.06.2015, kindliche Neugier und den Wettbewerb Zukunftsstadt. Ein Interview mit bmbf.de

bmbf.de: Frau Ministerin, Sie sind Mathematikerin. Ist Ihr Forschergeist schon früh geweckt worden?

 
Johanna Wanka: Ich bin gerne Mathematikerin. Und ich hatte Eltern, die mich ermuntert haben. Mut zu Naturwissenschaften und Technik wünsche ich nicht nur Mädchen, sondern auch ihren Eltern. Eine Studie der OECD ergab kürzlich, dass Eltern ihren Söhnen weit häufiger naturwissenschaftlich-technische Berufe zutrauen als ihren Töchtern. Ich würde mich freuen, wenn Eltern gerade ihre Töchter zu Mathematik, Naturwissenschaften oder Technik anspornen und ihre Offenheit und Neugier fördern.


Die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ hat das Ziel, schon Kita- und Grundschulkinder für Natur, Mathematik und Technik zu begeistern. Pädagogische Fachkräfte bildet sie entsprechend fort. Warum ist Ihnen als Schirmherrin der Stiftung diese Arbeit so wichtig?
 
Kinder sind geborene Forscherinnen und Forscher. Sie haben eine natürliche Neugier für Phänomene der Natur und technische Fragestellungen. Durch das eigene Forschen und Experimentieren können wir dieses Interesse erhalten und fördern – sonst geht es später, oft schon im Grundschulalter, verloren. Zugleich stärkt das Forschen auch die Problemlöse-, Sprach- und Sozialkompetenz von Kindern und lässt sie die wichtige Erfahrung machen: Ich kann etwas.

 
Warum gerade in den Naturwissenschaften?
 
Ein Grundverständnis von Naturwissenschaften, Technik und Mathematik ist in unserer wissensbasierten und technologieorientierten Welt besonders wichtig – auch im Sinne von Teilhabe und Technikmündigkeit. Darum gehören diese sogenannten MINT-Fächer schon in Kita und Grundschule. Entscheidend ist, dass alle Kinder so früh wie möglich und unabhängig von ihrer Herkunft die Gelegenheit haben, ihre Potenziale und Talente zu entdecken.

 
Jedes Jahr gibt es einen Höhepunkt: den „Tag der kleinen Forscher“. In Anlehnung an das Wissenschaftsjahr „Zukunftsstadt“ steht er dieses Mal unter dem Motto „Wie wollen wir leben?“. Was glauben Sie, wie werden sich unsere Lebensräume in Zukunft verändern?
 
Ich kann zwar nicht in die Zukunft schauen, aber ich kann sagen, was ich mir für die Zukunft unserer Städte wünsche: Sie sollten weiter Orte sein, an denen Menschen gerne leben, Orte der Chancen und Inspiration, an denen wir Mitstreiter für unsere Ideen finden. Dazu können wir Stadtbewohner alle beitragen - indem wir uns einbringen, diskutieren, mitmachen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert diesen Prozess mit dem Wettbewerb Zukunftsstadt. In 52 ausgewählten Kommunen arbeiten Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Stadtpolitikern, Ratsvertretern, Wissenschaftlern und Wirtschaftsvertretern eng zusammen. Dabei geht es um Mobilität und Nachhaltigkeit, um neue Formen der Bürgerbeteiligung oder um das Spannungsverhältnis von Tourismus und bezahlbarem Wohnraum für Einheimische.

 
Wer kann beim „Tag der kleinen Forscher“ mitmachen?
 
Der „Tag der kleinen Forscher“ ist ein Mitmach-Tag für alle! Auch Eltern können zu Hause mit ihren Kindern forschen oder gemeinsam mit der Kita, dem Hort oder der Grundschule ein Forscherfest organisieren. Unternehmen, Institutionen und Verbände können ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf den „Tag der kleinen Forscher“ aufmerksam machen - oder Mädchen und Jungen ebenfalls zu einem Forscherfest einladen. Für alle, die mitmachen möchten, hat die Stiftung auf der Website www.tag-der-kleinen-forscher.de Materialien und Anregungen gesammelt. Dort findet sich auch eine interaktive Karte, eine Art „Forscher-Reiseführer“, auf der man spannende Forscherorte recherchieren kann. Für Kitas, Horte und Grundschulen gibt es eigens entwickelte Materialien.

 
Das klingt beeindruckend…
 
Ja, im vergangenen Jahr konnten wir mehr als eine Million Kinder in allen Teilen Deutschlands erreichen. Ich würde mich freuen, wenn auch dieses Mal beim „Tag der kleinen Forscher“ wieder alle sehen: Forschen macht Spaß!

 

Hintergrund:
"Der Tag der kleinen Forscher ist ein Mitmach-Tag für alle! Auch Eltern können zu Hause mit ihren Kindern forschen oder gemeinsam mit der Kita, dem Hort oder der Grundschule ein Forscherfest organisieren. Unternehmen, Institutionen und Verbände können ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf den Tag der kleinen Forscher aufmerksam machen - oder Mädchen und Jungen ebenfalls zu einem Forscherfest einladen." Johanna Wanka

Mehr Informationen zum Tag der kleinen Forscher (23.06.2015)  finden Sie hier.