Der Weltklimarat IPCC und die Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle

Der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change – IPCC) ist eine Einrichtung der Vereinten Nationen. Seit seiner Gründung 1988 stellt er die Grundlagen für wissensbasierte Entscheidungen der Klimapolitik bereit, ohne jedoch konkrete Lösungswege vorzuschlagen oder politische Handlungsempfehlungen zu geben. Die Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle fungiert als nationale Anlaufstelle für Wissenschaft, Bundesregierung, Behörden, Öffentlichkeit und Medien bei Fragen zum Weltklimarat und berät die Bundesregierung in IPCC-Angelegenheiten.

Satellitenbild der Erde in natürlichen Farben (Meteosat, EUMETSAT)
Satellitenbild der Erde in natürlichen Farben
Foto: Meteosat, EUMETSAT

Als ein hochkarätiges Instrument zur wissenschaftlichen Politikberatung belegt der Weltklimarat IPCC die Relevanz der Forschung zum Klimawandel für Politik, Gesellschaft und Wirtschaft: Die Wissenschaft hat großen Anteil daran, dass der globale Klimawandel als Problem erkannt und seine Ursachen verstanden sind, und sie zeigt innovative Lösungswege auf.

Der IPCC ist gleichzeitig wissenschaftliches Gremium und zwischenstaatlicher Ausschuss. In seinem Auftrag bündeln und bewerten tausende von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit die Ergebnisse der Forschung zum Klimawandel. Der Fünfte IPCC-Sachstandsbericht über den Klimawandel von 2013/14 bestätigte mit noch größerer Sicherheit: Die Erwärmung des Klimasystems ist eindeutig, überall im Erdsystem zu beobachten und nahezu zweifelsfrei auf den Menschen zurückzuführen. Das Risiko eines gefährlichen Klimawandels ist real und die Zeit für Gegenmaßnahmen wird knapper. Der IPCC zeigt Möglichkeiten auf, wie die Menschheit den Klimawandel und seine Risiken mindern bzw. sich an unvermeidbare Folgen und Schäden anpassen kann.

Das Hauptprodukt des aktuellen Berichtszyklus (2016-2022) ist der Sechste IPCC-Sachstandsbericht (AR6). Dieser soll in den Jahren 2021/22 veröffentlicht werden. Zusätzlich zum AR6 wird der IPCC bis 2019 drei Sonderberichte erstellen und die IPCC-Methoden von 2006 zur Treibhausgas-Berichterstattung ergänzen:

  • „1,5 °C globale Erwärmung - Der IPCC-Sonderbericht über die Folgen einer globalen Erwärmung um 1,5 °C gegenüber vorindustriellem Niveau und die damit verbundenen globalen Treibhausgasemissionspfade im Zusammenhang mit einer Stärkung der weltweiten Reaktion auf die Bedrohung durch den Klimawandel, nachhaltiger Entwicklung und Bemühungen zur Beseitigung von Armut“ (Verabschiedet am 6. Oktober 2018)
  • „Klimawandel und Land: Ein IPCC-Sonderbericht über Klimawandel, Wüstenbildung, Landdegradierung, nachhaltiges Landmanagement, Ernährungssicherheit und Treibhausgasflüsse in terrestrischen Ökosystemen“ (Verabschiedung vorauss. Mitte August 2019)
  • IPCC-Sonderbericht über die Ozeane und die Kryosphäre in einem sich wandelnden Klima“ (Verabschiedung vorauss. Ende September 2019)
  • Ergänzungen der IPCC-Richtlinien zur Treibhausgasberichterstattung von 2006 (Verabschiedung vorauss. Mai 2019)
  • Sechster IPCC-Sachstandsbericht (Verabschiedung 2021/22)

Aus Deutschland sind aktuell 55 Expertinnen und Experten Mitglieder in den Kernteams des sechsten IPCC-Berichtszyklus. Darüber hinaus engagieren sich zahlreiche weitere in der Begutachtung und wissenschaftlichen Qualitätskontrolle. Das BMBF begrüßt das Engagement von Forscherinnen und Forschern aus Deutschland und der ganzen Welt, die für diese Tätigkeit nicht zusätzlich bezahlt werden.

Der IPCC-Prozess liefert eine zuverlässige wissenschaftliche Basis für die nationale und internationale Klimapolitik. Das BMBF unterstützt diesen einzigartigen Risikomonitor für eine wissensbasierte Vorsorgepolitik in Sachen Klimawandel auf vielfältige Weise:

  • Fast 500 Millionen Euro wurden zwischen 2008 und 2014 in Klimaforschungsprogramme investiert: in die direkte Unterstützung des IPCC-Prozesses beispielsweise für Modellrechnungen und Infrastruktur sowie in Forschungsvorhaben, deren Ergebnisse in den Fünften Sachstandsbericht (AR5) eingeflossen sind. Diese Kontinuität und der Umfang der Klimaforschungsförderung durch das BMBF hat die Wissenschaft in Deutschland in die Lage versetzt, in hohem Maße zum AR5 beizutragen.
  • Das BMBF setzt sich darüber hinaus für Qualitätssicherung ein, indem es den deutschen Koordinierenden Leitautoren der IPCC-Berichte wissenschaftliche Assistentinnen und Assistenten zur Seite stellt, und die Geschäftsstelle der IPCC-Arbeitsgruppe II zu Folgen des Klimawandels, Anpassung und Verwundbarkeit (Sitz am Alfred-Wegener-Institut, AWI, Ko-Vorsitzender: Prof. Hans-Otto Pörtner) finanziell unterstützt. Bereits für den AR5 finanzierte das BMBF von 2010-2015 die Geschäftsstelle der IPCC-Arbeitsgruppe III zur Minderung des Klimawandels (Sitz am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, PIK, damaliger Ko-Vorsitzender: Prof. Ottmar Edenhofer).
  • Gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium (BMU) organisiert das BMBF regelmäßig Dialoge über den IPCC-Prozess und die Befunde der IPCC-Berichte als Plattform für den politischen und gesellschaftlichen Austausch zu Handlungskonzepten und Forschungslücken.

Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle – Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Regierung im Bereich Klimawandel

Das BMBF hat gemeinsam mit dem BMUB (heute BMU) 1998 die Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle am DLR Projektträger eingerichtet. Sie fungiert als nationale Anlaufstelle für Wissenschaft, Regierung, Behörden, Öffentlichkeit und Medien bei Fragen zum Weltklimarat und fördert die Integration der Ergebnisse deutscher Forschergruppen in die internationale Bestandsaufnahme zur Klimaänderung. Als Dienstleister berät die Koordinierungsstelle die Bundesregierung in IPCC-Angelegenheiten und hilft dabei, den IPCC als Institution zu stärken und die Qualität seiner Berichte zu sichern. Nähere Informationen finden Sie auf der De-IPCC Webseite.

Zuletzt geändert: 12.12.2018