Die Stadt Delitzsch ist Sieger beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis

Die Stadt Delitzsch ist Sieger beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie “Deutschlands nachhaltigste Städte mittlerer Größe 2016″
Drei Personen auf einer Bühne mit blauen Hintergrund. (Darius Misztal)
Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Dr. Manfred Wilde, Oberbürgermeister von Delitzsch, Stefan Schulze-Hausmann, Vorstandsvorsitzender Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis
Foto: Darius Misztal

Die sächsische Stadt Delitzsch gewinnt den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie “Deutschlands nachhaltigste Städte mittlerer Größe 2016″. Die große Kreisstadt mit rund 25.200 Einwohnern ist ein Leuchtturm für eine kommunikative Nachhaltigkeitspolitik. Den Herausforderungen des Strukturwandels begegnet die Stadt mit einem klaren Bekenntnis zur Energieeffizienz und setzt dabei starke Akzente in den Bereichen Beteiligung und Integration. Als eine der fünf Gewinnerstädte des Wettbewerbs „Energieeffiziente Stadt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung entwickelte Delitzsch zwischen 2011 und 2016 gemeinsam mit der Universität Leipzig einen „Masterplan Energieeffizienz“ als energie- und klimapolitisches Leitbild.

Der intensive Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern hat in Delitzsch einen hohen Stellenwert. Über Veranstaltungen in Vereinen und Schulen und die Nutzung von Sozialen Netzwerken bleibt die Stadt mit den Bewohnerinnen und Bewohnern im Gespräch und erkennt deren Anliegen frühzeitig.

Auch umweltpolitisch setzt Delitzsch Zeichen: Die Stadt hat sich im Bereich der Energieeffizienz zum Vorreiter entwickelt und ist damit national und international Vorbild für andere Kommunen. Durch die Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien sowie von Wärme aus Geo- und Solarthermie produziert Delitzsch mehr Strom als insgesamt von Stadt und Wirtschaft verbraucht wird. Bei städtischen Neubau- und Sanierungsmaßnahmen ist Energieeffizienz ein zentrales Kriterium. So konnten bei zahlreichen Gebäuden hohe Energieeinsparungen erzielt werden. Für diese erfolgreiche Energieeffizienzpolitik wurde Delitzsch 2012 als erste Kommune in Sachsen mit dem European Energy Award Gold für vorbildliche Resultate in der kommunalen Energiepolitik ausgezeichnet.

Den Anforderungen einer zukunftsfähigen und modernen Stadtentwicklung wird Delitzsch auch mit einem integrierten Verkehrskonzept gerecht. Durch den bedarfsgerechten Ausbau der Innenstadt wird der lokale Einzelhandel gestärkt, außerdem sorgt eine „Stadt der kurzen Wege“ für eine Verringerung des Transportbedarfssowie der Zahl der Fahrzeuge.

Auch bei der aktuellen Herausforderung, die sich aus der Integration von Flüchtlingen ergibt, zeigt sich dieser Kurs als erfolgreich. Delitzsch nimmt jährlich an der bundesweiten Initiative „Interkulturelle Woche“ (IKW) teil und informiert die Bürgerinnen und Bürger über die aktuellen Aktivitäten im Bereich der Integration und des interkulturellen Zusammenlebens. Ein Integrationsbeauftragter fördert die Delitzscher Willkommenskultur durch die aktive Unterstützung asylsuchender Familien. Im Jahr 2015 fand in Delitzsch der erste nordsächsische Integrationstag statt. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang das große persönliche Engagement des Oberbürgermeisters, gemeinsam mit dem Landkreis Nordsachsen alle Aktivitäten der Flüchtlingsarbeit selbst zu koordinieren. Unter anderem aus diesem Grund gelingt es der Stadt bislang erfolgreich, dem wachsenden Rechtsruck entgegenzuwirken.

Eindrucksvoll beweist Delitzsch, dass ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit in einer Stadt mit großen Herausforderungen, wie einer schwierigen Haushaltslage, Strukturwandel und populistischen Einflüssen, intensiv gelebt werden kann. Die Jury würdigt die umfangreichen und innovativen Maßnahmen der Stadt Delitzsch mit einer Nominierung für die Kategorie “Deutschlands nachhaltigste Städte mittlerer Größe 2016″.

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