Energie und Kultur – Wie geht das zusammen?

Dr. Thomas Pfister von der Zeppelin Universität Friedrichshafen ist auf der Suche nach nachhaltigen Energiekulturen.

Ob und wie die Energiewende unsere Kultur beeinflusst und was das mit Wissenschaft zu tun hat, das erforscht der Vater von drei Kindern mit seiner Nachwuchsgruppe.

Dr. Thomas Pfister (Marcel Lepel)
Dr. Thomas Pfister erzählt leidenschaftlich von seiner Arbeit mit der Nachwuchsgruppe EnergyCultures
Foto: Marcel Lepel

Wenn die Gruppe Fahrt aufnimmt

Einerseits finden die Deutschen die Energiewende gut, aber andererseits ist sie den Bürgern zu teuer und manchmal auch zu lästig. Denn Überlandleitungen und Windräder möchte man am liebsten nicht in seiner Nähe haben. Wunsch und Wirklichkeit klaffen oft auseinander. Wie die Energiewende unsere Kultur verändert, erforscht die Nachwuchsgruppe EnergyCultures, die der Politikwissenschaftler Thomas Pfister leitet. Er schätzt es, mit seinen Doktoranden zusammenzuarbeiten und freut sich, dass die Gruppe Fahrt aufgenommen hat: „Die Teammitglieder haben zueinander gefunden, sind drin im Thema und können jetzt richtig einsteigen.“ So freut ihn das Feedback »Ihr macht das gut, das geht in die richtige Richtung!« ganz besonders.

Erkenntnismomente

Sozialwissenschaftler „sitzen nicht vor dem Reagenzglas“, wie Pfister betont, sondern lesen und schreiben viel. „Wir haben unsere Erkenntnismomente nicht im Labor.“ Bei EnergyCultures geht es darum, konkrete Möglichkeiten zur Kompetenzentwicklung von Entscheidungsträgern zu entwickeln. Auch spezifische Interventionsmöglichkeiten, um den nachhaltigen Wandel von Energiekulturen durch die Produktion, Verbreitung und Anwendung transformativen und nachhaltigkeitsrelevanten Wissens zu unterstützen, sollen erarbeitet werden. „Diese Leistung erbringen die Mitglieder der Nachwuchsgruppe allein am Schreibtisch und tauschen sich darüber eng im Team aus.“

Unabhängig arbeiten

Es ist ihm und seinen Teammitgliedern besonders wichtig, unabhängig arbeiten zu können, „ohne dass einem jemand reinredet“. Das und die gute Ausstattung seien das Besondere am BMBF-Förderprogramm „Nachwuchsgruppen Globaler Wandel - 4+1“ des Referats 724. So rät er jungen Nachwuchswissenschaftlern, keine Angst zu haben, und sich einfach in einem Nachwuchsprogramm zu bewerben.

Dr. Thomas Pfister im Interview