Erste Produktionsanlage für CO2-basierte Kunststoffe eingeweiht

Am 17.06.2016 wurde in Dormagen beim Kunststoffhersteller Covestro die erste Produktionsanlage für CO2-basierte Kunststoffe eingeweiht. Der parlamentarische Staatssekretär Rachel gab in seinem Grußwort die guten Wünsche des BMBF für eine erfolgreiche industrielle Umsetzung des zuvor in einem BMBF-geförderten Projekt entwickelten Prozesses mit auf den Weg.
Prof. Schmachtenberg (links), Patrick Thomas (Mitte) und Parlamentarischer Staatssekretär Rachel (rechts) ((c) Michael Rennertz)
Einweihung der ersten Produktionsanlage für CO2-basierte Schaumstoffkomponenten durch Prof. Schmachtenberg (links), Patrick Thomas (Mitte) und den Parlamentarischen Staatssekretär Rachel (rechts)
Foto: (c) Michael Rennertz

Mit einem Trommelwirbel weihte am 17.6.16 der parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Covestro AG Patrick Thomas und dem Rektor der RWTH Aachen die neue Produktionsanlage am Standort Dormagen der Covestro AG ein. In dieser Anlage werden künftig 5.000 t pro Jahr eines CO2-basierten Kunststoffbausteins erzeugt, nach einem weltweit einmaligen Verfahren. Die Bausteine dienen der Schaumstoffherstellung, die wiederum Verwendung als Matratzen finden. Im neuen Verfahren können 20 % an Kohlendioxid eingebaut werden und ersetzen somit in gleicher Höhe einen aus Erdöl gewonnenen Baustein. So wird nicht nur Erdöl eingespart, es werden gleichzeitig weniger Treibhausgase ausgestoßen.  

Das BMBF hatte zuvor die Projekte „Dream Reaction“ und „Dream Production“ im Rahmen der Fördermaßnahme „Chemische Prozesse und stoffliche Nutzung von CO2“ mit rund 7.5 Millionen Euro gefördert. Gemeinsam mit Verbundpartnern aus Wirtschaft und Wissenschaft entwickelte Covestro hier den Grundstein für die nun eingeweihte Anlage. So wurde die sogenannte Traumreaktion (oder „Dream Reaction“) zum Einbau von Kohlendioxid in Kunststoffe erst möglich. Durch das gute Zusammenspiel aller Partner konnte ein Katalysator gefunden werden, mit dem das träge Molekül CO2 ohne hohen Energieaufwand in die langen Kunststoffketten permanent eingebaut werden kann. In einem weiteren Schritt wurde dies dann in einen industrietauglichen Prozess überführt. Die Entwicklung zum industriellen Großprozess hat Covestro dann ohne weitere Förderung durchgeführt – ein wichtiges Zeichen, dass die Großindustrie die stoffliche Nutzung von CO2 als einen wertvollen Baustein für eine nachhaltige Rohstoffversorgung sieht.

Das hat sich schließlich auch in der Einweihungsfeier gezeigt. Ungefähr 200 Gäste aus In- und Ausland haben die musikalisch und theatralisch umgesetzte Einweihungsfeier begeistert verfolgt. Bei der Produktionsanlage für die Schaumstoffbausteine ist jedoch für Covestro und seine Partner noch nicht Schluss. In einem aktuellen Projekt entwickeln sie zum Beispiel ein Verfahren um CO2 auch in Elastomere einbauen zu können. Das im Rahmen der Fördermaßnahme „r+Impuls – Impulse für industrielle Ressourceneffizienz“ geförderte Vorhaben ist dabei auf einem guten Wege den Fußstapfen seines Vorgängers zu folgen.