Expedition durch die Biodiversität

DFG-Ausstellung „Vielfalt zählt!“ eröffnet / Mehr als 300 Gäste zum Start im Bonner Museum Koenig
Unter großem öffentlichen Interesse ist am Mittwoch, dem 5. August 2015, im Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn die DFG-Ausstellung „Vielfalt zählt!“ eröffnet worden. Mehr als 300 Gäste verfolgten bei hochsommerlichen Temperaturen die Eröffnungsreden – die wegen der großen Besucherzahl per Video in einen zweiten Saal übertragen wurden – und konnten danach selbst die Ausstellung in Augenschein nehmen, mit der die DFG die Bedeutung der Biodiversität und der Biodiversitätsforschung für ein breites Publikum erlebbar und verständlich machen will.

Nach der Begrüßung durch Professor em. Dr. Wolfgang Böhme vom Museum Koenig stellte DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek in ihrem Grußwort die Themen und Anliegen der Ausstellung in den Kontext „der großen globalen Entwicklungen unserer Zeit“. Fragen nach der Entstehung und Wirkungsweise der Biodiversität, ihrer Bedrohung und ihrem möglichen Schutz hingen ebenso unmittelbar mit dem Klimawandel wie mit dem steigenden Ressourcenbedarf heutiger und künftiger Gesellschaften zusammen. „Ohne die Leistungen der Natur könnten wir keineswegs leben. Umso wichtiger ist es, das Wirken der Natur zu verstehen und über die Bedeutung und den Nutzen von biologischer Vielfalt nachzudenken“, unterstrich Dzwonnek.

Die Ausstellung, so Dzwonnek, wolle jedoch nicht nur die Biodiversität generell in den Mittelpunkt rücken, sondern auch die Biodiversitätsforschung und deren Fragestellungen und Erkenntnisse – als ein dynamisches Forschungsfeld, das sich in den vergangenen zehn Jahren thematisch, methodisch und institutionell rasant entwickelt und ausdifferenziert habe. Dies zeige sich nicht zuletzt in der ebenfalls stark angestiegenen Förderung von Forschungsprojekten zur Biodiversität durch die DFG, angefangen von zahlreichen Einzelprojekten und Forschergruppen über mehrere Sonderforschungsbereiche bis hin zu den groß angelegten „Biodiversitäts-Exploratorien“, dem in der Exzellenzinitiative geförderten Cluster „Ozean der Zukunft“ und dem DFG-Forschungszentrum „Integrative Biodiversitätsforschung“ in Leipzig/Halle/Jena.

Viele der in diesen DFG-geförderten Projekten – und in anderen Forschungsprojekten – gewonnenen Erkenntnisse sind direkt in die multimedialen und interaktiven Exponate der Ausstellung eingeflossen. „So zeigen sie auf der Grundlage des aktuellen Standes wissenschaftlicher Forschung und Erkenntnis die vielfältigen Beziehungen in der Natur, was sie auszeichnet und wie sie sich verändern“, so Dzwonnek. Das Museum Koenig als erste Station der als Wanderausstellung konzipierten Schau und Bonn als Wissenschaftsstadt und UN-Standort mit nicht weniger als 18 Einrichtungen zum Umwelt-, Klima- und Naturschutz sowie zur nachhaltigen Entwicklung inklusive des erst kürzlich eingerichteten Weltbiodiversitätsrats seien hierfür das geradezu ideale Umfeld.

Ausdrücklich dankte Dzwonnek dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, der nach bereits mehreren erfolgreichen DFG-Ausstellungen auch diese zur Biodiversität finanziell großzügig unterstützt hat. Der Generalsekretär des Stifterverbandes, Professor Dr. Andreas Schlüter, nahm den Dank in seinem Grußwort direkt auf: Der Stifterverband habe die Ausstellung aus gleich drei Gründen gefördert – weil sie die wichtige Aufgabe erfülle, Wissenschaft der Öffentlichkeit nahezubringen, weil sie in einem forschenden Museum gezeigt werde und weil sie ein überaus bedeutsam und spannendes Forschungsfeld thematisiere.

Wie bedeutsam und spannend die Biodiversität und ihre Erforschung ist, zeigte abschließend Professor em. Dr. Erwin Beck, erster Vorsitzender und jetziger stellvertretender Vorsitzender der DFG-Senatskommission für Biodiversitätsforschung und Leiter des Ausstellungsbeirats aus Wissenschaft und naturkundlichen Museen. Er nahm in seinem Einführungsvortrag die Besucherinnen und Besucher bereits vorab mit auf eine Reise durch die Ausstellung, beginnend bei den Grundlagen der Biodiversität über drei große Lebensräume – Wald, Wiese und Gewässer – bis hin zur „Wunderkammer des Lebens“ und der abschließenden „Selfie-Station“ für ganz persönliche Erinnerungsfotos.

Nach der gut besuchten Eröffnung ist „Vielfalt zählt!“ noch bis zum 31. Januar 2016 im Museum Koenig zu sehen. Nächste Station der „Expedition durch die Biodiversität“ ist das Senckenberg-Museum in Frankfurt/Main.

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