16.05.2013
30.06.2020


Förderinitiative Materialforschung für die Energiewende

Für den Übergang zu einer überwiegend auf erneuerbaren Energieträgern basierenden Energieversorgung kommt der Entwicklung von innovativen Materialien eine strategische Bedeutung zu. Aus diesen Gründen hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des 6. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung eine Förderinitiative mit dem Titel "Materialforschung für die Energiewende" veröffentlicht.

MnO2-Nanowires (IFW Dresden/Universität Heidelberg)
Fördermaßnahme Materialforschung für die Energiewende
Foto: IFW Dresden/Universität Heidelberg

Ziel der Fördermaßnahme "Materialforschung für die Energiewende" ist es, durch innovative Projekte aus der Grundlagenforschung, Materialien für die Energiewende zu entwickeln oder zu verbessern. Diese Materialien sollen in der Anwendung die Energieerzeugung optimieren und die Effizienz der Energienutzung steigern.

Das für die Umsetzung der Energiewende einzusetzende Material muss eine Vielzahl von Kriterien erfüllen. Es muss beispielsweise so beschaffen sein, dass es in Windkraftanlagen Naturgewalten langfristig standhält. Auf hoher See soll es leicht zu montieren und zu warten sein. Von Baustoffen wird erwartet, dass sie sowohl energieeffizient als auch kostengünstig sind. Darüber hinaus müssen Kraftwerke zukünftig lastflexibel sein, um sich an die aktuell durch die erneuerbaren Energiequellen, wie Windkraft- oder Photovoltaikanlagen, gelieferten fluktuierende Strommengen anzupassen.

Beispielsweise könnten Anlagen zur Energieproduktion aus erneuerbaren Energiequellen verbessert werden. Auch in Energiespeichern und Energie-übertragungsmedien sind innovative Materialien gefragt. Möglich ist auch, neue Anwendungsfelder für bereits bekannte Materialien zu erschließen. Ausdrücklich sind folgende Themenbereiche angesprochen:

  • Energieeffizienz in Gebäuden
  • Wasserstofferzeugung und -speicherung, Brennstoffzellentechnologie
  • Photovoltaik
  • Windenergie
  • Kraftwerkstechnik
  • Geothermie
  • Wasserkraft

Allerdings sind auch andere Projektideen aus der grundlagenorientierten Materialforschung förderfähig. Forscher, die sich neben der im Projekt durchzuführenden Materialforschung der Frage widmen „Wie können wir Herstellungsprozesse, bestehende Prüfgrundlagen oder Messtechnologien anpassen oder optimieren?“ sind ebenso zur Antragstellung aufgefordert wie Forscher, die gemeinsame oder übergreifende Fragen als Querschnittsthema beantworten, beispielsweise zur langfristigen Umweltverträglichkeit oder zu sicherheitsrelevanten Fragestellungen.

In einem Gutachterprozess sind bisher 45 besonders herausragende Projekte ausgewählt worden. Darunter sind 37 Verbünde, ein Einzelvorhaben und sieben Nachwuchsgruppen, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt 90,1 Millionen Euro fördert.

143 laufende Teilvorhaben haben seit Herbst 2014 mit ihren Forschungsarbeiten begonnen. 66 Universitäten, 48 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, 15 Großunternehmen und 15 kleine und mittlere Unternehmen entwickeln oder optimieren Materialien für die Energiewende. Thematisch behandeln die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Forschungsfragen zu nahezu allen in der Bekanntmachung genannten Themenbereichen: angefangen von der Energieeffizienz in Gebäuden über Wasserstofferzeugung und -speicherung sowie Brennstoffzellen- und Batterietechnologie bis hin zu Windenergie, Photovoltaik und Kraftwerkstechnik.

Die Förderrichtlinien wurden am 29. April 2013 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Die dritte und letzte Einreichungsrunde für Projektskizzen endete am 31. März 2015.

Zuletzt geändert: 14.09.2017