Für eine Nachhaltige Energieversorgung: Förderung der Zusammenarbeit mit Frankreich bei Forschung und Entwicklung

Im Pariser Klimaabkommen von 2015 haben 195 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen festgelegt, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen. Dadurch sollen die Risiken und Folgen des Klimawandels deutlich reduziert werden.

Der Eiffelturm im glänzt im Sonnenlicht (TheDigitalArtist/pixabay)
Eiffelturm in Paris
Foto: TheDigitalArtist/pixabay

Forschung und Entwicklung sind die Grundlage für eine effiziente, sichere und bezahlbare Energieerzeugung, -verteilung und -nutzung. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Agence Nationale de la Recherche (ANR) stärken die deutsch-französische Zusammenarbeit in der Energie­forschung. Durch gemeinsame Forschungsprojekte von Wissenschaftlern in Frankreich und Deutschland sollen innovative Lösungen für eine effiziente, bezahlbare und umweltfreundliche Energieversorgung für Frankreich, Deutschland und Europa entstehen, welche mehrere Sektoren, wie Energie, Verkehr, Industrie und Haushalte, betrachtet. Neben technischen Aspekten sollen auch ökonomische und gesellschaftliche Herausforderungen der Energiewende in Europa in einem systemischen Ansatz berücksichtigt werden.

Die Bekanntmachung richtet sich an Hochschulen, außeruniversitäre Forschungs­einrichtungen und Unternehmen der freien Wirtschaft. Gefördert werden Verbundprojekte von Konsortien mit deutschen und französischen Partnern in der anwendungsorientierten Grundlagenforschung, welche innovative, sektorenübergreifende Lösungen für eine wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche, nachhaltige und sichere Energiespeicherung und -verteilung in Frankreich, Deutschland und Europa zum Ziel haben. Projektvorschläge sollen aus folgenden Themenfeldern stammen:

Umwandlung und Speicherung von Energie aus erneuerbaren Quellen

  • Materialien und Technologien für elektrische und elektrochemische Speicher, insbesondere neuartige Batterien
  • Speichersysteme für smart grids (z.B. Netzdienstleistungen, virtuelle Kraftwerke)
  • Power-to-X-Technologien einschließlich Elektrolyse, Erzeugung synthetischer Kraftstoffe, Photo-Elektrochemie und Solarkraftstoffe
  • Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie, Wasserstoffspeicherung und -verteilung

Smart Grids auf Übertragungs- und Verteilnetzebene

  • Werkstoffe und Technologien für Smart Grids sowie für Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung
  • Flexibilisierung und Netzbetrieb (einschließlich Netzarchitekturen, Digitalisierung, Speichereinbindung, andere Flexibilisierungstechnologien)
  • Grenzüberschreitende Aspekte auf technischer und Regulierungs-Ebene (z.B. Kompatibilität, Regelwerke, europäischer Energiemarkt)

Neben einem hohen Innovationsgrad sollen die Vorhaben auch eine hohe Praxisrelevanz aufweisen, die zu mehr Nachhaltigkeit und mehr Sicherheit in der europäischen Energieversorgung führt. Technische Lösungen und auch ökonomische und gesellschaftliche Fragestellungen sollen einbezogen werden, um zu einem systemischen Verständnis der Herausforderungen im Energiebereich zu gelangen. Besonderheiten des Wirtschafts-, Rechts-, Elektrizitäts- und gesellschaftlichen Systems des jeweiligen Landes sollten ebenfalls berücksichtigt werden.

Da die Fördermaßnahme auch Mobilität der Forschenden sowie Wissensaustausch zwischen Deutschland und Frankreich unterstützen soll, sind die Konsortien aufgefordert, Konzepte für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Netzwerkbildung vorzulegen.

Die Einreichungsfrist endete am 9. Januar 2019.

Zuletzt geändert: 08.05.2019