GFZ-Seismologiesoftware für die Überwachung des Atomwaffenteststopps

Die von GFZ-Wissenschaftlern entwickelte Seismologiesoftware SeisComP3 wird zur Überwachung des Atomwaffenteststopp-Abkommens eingesetzt.
Tsunami-Frühwarnsystem beim Meteorologischen, Klimatologischen und Geophysikalischen Dienst (BMKG) in Jakarta (Meteorologischer, Klimatologischer und Geophysikalischer Dienst (BMKG), Jakarta)
Tsunami-Frühwarnsystem beim Meteorologischen, Klimatologischen und Geophysikalischen Dienst (BMKG) in Jakarta
Foto: Meteorologischer, Klimatologischer und Geophysikalischer Dienst (BMKG), Jakarta

Die Comprehensive Test Ban Treaty Organization (CTBTO), die UNO-Organisation für die Überwachung des vollständigen Atomwaffenteststopp-Abkommens CTBT (Comprehensive Test Ban Treaty) in Wien, hat die Software SeisComP3 für den Einsatz an den nationalen Datenzentren (NDCs) der CTBT-Staaten ausgewählt.

SeisComP3 wurde am GFZ ursprünglich für den Einsatz an Tsunami-Warnzentren im Rahmen des Tsunami-Frühwarnsystems GITEWS für den Indischen Ozean entwickelt. GITEWS (German Indonesian Tsunami Early Warning System) entstand im Rahmen der Flutopferhilfe der Bundesregierung und wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Diese Software bestimmt aufgrund der in Echtzeit hereinkommenden Daten seismologischer Stationen sehr schnell Zeit, Ort und Stärke von Erdbeben, visualisiert die Ergebnisse und ermöglicht auf effektive Weise manuelle Nachuntersuchungen durch Seismologen. Im Rahmen eines von der EU geförderten Projektes (Beschluss des Europäischen Rates vom 12.10.2015), für das das GFZ einen Lizenzvertrag mit der CTBTO abgeschlossen hat, wurde das Softwarepaket jetzt im Wesentlichen von der GFZ-Ausgründung gempa GmbH erweitert: spezielle Module für die Entdeckung von unterirdischen Atomsprengungen wurden zugefügt und das Softwarepaket wurde mit bereits existierenden Programmen der CTBTO verknüpft.

Als "Extended NDC-in-a-box" wird das so erweiterte Paket momentan an verschiedenen nationalen Datenzentren getestet und soll, nach Abschluss des laufenden Projektes Ende dieses Jahres, ab 2016 den Unterzeichnerstaaten des CTBT zur Verfügung gestellt werden.