Global Handwashing Day 2014: Waschhäuser in Namibia

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat den 15. Oktober zum Global Handwashing Day ausgerufen. Seit 2008 soll er weltweit auf die Notwendigkeit von Hygienemaßnahmen aufmerksam machen, die die Ausbreitung von Infektionskrankheiten verhindern können. Zugleich lenkt dieser Tag den Blick auf Regionen der Welt, in denen ständig verfügbares, sauberes Wasser zum Händewaschen keine Selbstverständlichkeit ist.
Rund 850.000 Menschen leben im zentralen Norden von Namibia. Etwa 40 Prozent der Bewohner im städtischen Raum haben hier keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen. Die Situation ist mitunter dramatisch für die Bevölkerung. Die namibische Regierung will sie mithilfe der „Sanitation Strategy“ verbessern: Nach und nach sollen sparsame Wasserspültoiletten in Verbindung mit innovativen Abwassertechnologien zum Einsatz kommen. Derartige Sanitäranlagen konnten im Forschungsprojekt CuveWaters unter der Leitung des ISOE in Betrieb genommen werden. Sie wurden vor einem Jahr in der stark wachsenden Stadt Outapi gemeinsam mit der Stadtverwaltung eingerichtet.


Waschhäuser für einkommensschwache Haushalte

Die sanitären Einrichtungen ermöglichen es den Bewohnern aus meist einkommensschwachen Haushalten, Toiletten und Duschen zu nutzen und Wäsche zu waschen. ISOE-Forscherin Johanna Kramm war gerade für CuveWaters vor Ort. Sie berichtet, dass inzwischen etwa 700 Menschen täglich die Einrichtungen nutzen. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Ausstattungsstufen: Für eine große Siedlung aus Blechhütten wurde ein zentrales Waschhaus mit zahlreichen Duschen, Toiletten und Waschplätzen errichtet. Zudem gibt es kleine Waschhäuser, die sich jeweils vier Haushalte teilen. „Der Wasseranschluss und die sanitären Einrichtungen bedeuten für die Menschen eine große Erleichterung“, sagt Johanna Kramm. „Sie müssen ihre Notdurft nicht mehr unter freiem Himmel verrichten, wo sie unter anderem keine unmittelbare Möglichkeit zum Händewaschen haben.“ Schließlich gibt es eine Selbstbausiedlung, in der durch das Projekt endlich ein Wasser- und Abwasseranschluss direkt in den Häusern möglich wurde. Geplant ist, die Zahl der Haushalte mit Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen im weiteren Projektverlauf noch zu erhöhen.

Die Sanitäranlagen in Outapi sind Teil eines komplexen, energieeffizienten Entsorgungs-, Aufbereitungs- und Wiederverwendungssystems. Sie wurden im Projekt CuveWaters im Zuge eines Integrierten Wasserressourcen-Managements (IWRM) entwickelt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt.

Mehr zum Projekt: www.cuvewaters.net