„Grünes Gold“ – Algen-Projekt „Advanced Biomass Value“ startet aussichtsreich ins dritte Projektjahr

Aus Algen und Ölhefen gewonnene Schmier-, Bau- und Flugkraftstoffe sind zum Greifen nah.

Zu Beginn des dritten Projektjahres blicken die elf Akademie- und Industriepartner von „Advanced Biomass Value“ positiv in die Zukunft: Ihr Bestreben, Algenbiomasse vollständig stofflich und energetisch zu nutzen, rückt in greifbare Nähe. Die Partner im BMBF-geförderten Verbundprojekt wollen aus schnellwachsenden Algenstämmen Lipide gewinnen und in hochwertige Schmierstoffe umwandeln. Die dabei verbleibenden Algenreste dienen Ölhefen als Nährstoff, um Biokerosin für den Flugverkehr zu produzieren. Aber auch hierbei fallen Reststoffe an, die wiederum in CO2-adsorbierenden Baustoffen zum Einsatz kommen. Bei dieser umweltfreundlichen und gleichzeitig wirtschaftlichen Bioraffinerie werden sowohl Algen als auch Ölhefen komplett verwertet, ohne Abfälle zu hinterlassen.
Vor vielen Millionen Jahren sanken nebst allerlei Getier auch Algen auf den Grund des Meeres. Im Laufe der Zeit und durch die richtigen Umgebungsbedingungen wandelte sich diese Biomasse zu unserem heutigen „schwarzen Gold“, dem Erdöl. Das kennen wir noch aus der Schule. Doch Erdöl kann nicht mehr unumstritten und endlos als Ausgangsstoff für unsere alltäglichen (Wegwerf-)Produkte und unseren steigenden Energiebedarf verwendet werden. Alternativen müssen her – und auch dabei spielen Algen eine wichtige Rolle: aber jetzt in der frischen Form des „grünen Goldes“. So sind Algen zusammen mit Ölhefen im BMBF-geförderten Verbundprojekt „Advanced Biomass Value“ die Hauptakteure.

Algen und Ölhefen dienen in „Advanced Biomass Value“ als Rohstoff für biobasierte Schmierstoffe, Biokerosin und CO2-bindende Baumaterialien. Damit greift das Projekt gleich mehrere Herausforderungen unseres modernen Lebens auf:

  • Flächennutzungskonkurrenzen: Algen können auf Flächen kultiviert werden, die nicht in Konkurrenz zur Produktion von Nahrungsmitteln stehen.
  • Funktionierendes Bioraffinerie-Konzept: Durch die stoffliche als auch energetische Nutzung der eingesetzten Algen und Ölhefen entstehen keine Abfälle.
  • Umwelt- und Klimaschutz: Bei der Nutzung von Algenbiomasse werden keine zusätzlichen Treibhausgase ausgestoßen, im Gegensatz zum Erdöl, welches bei seiner Verwendung, vor allem als Kraftstoff, seit Jahrmillionen gebundene Treibhausgase freisetzt.


Diesen Monat startete nun das dritte Projektjahr von Advanced Biomass Value und die Projektpartner können bereits wichtige Erfolge vorweisen: Die gefundenen Algenstämme, Ölhefen und Methoden zu deren Kultivierung erzielen gute Ergebnisse auf dem Weg zur Herstellung biobasierter Flugkraft-, Schmier- und Baustoffe. Nächster Meilenstein ist nun die Kultivierung von Algen im industriellen Maßstab, daher geht Mitte August ein Flachplatten-Photobioreaktor in Betrieb. Damit setzte sich die positive Entwicklung von Advanced Biomass Value auch im zweiten Jahr fort und lässt die Partner zuversichtlich auf die restliche Projektlaufzeit blicken: Schmier-, Bau- und Flugkraftstoffe aus Algen und Ölhefen sind inzwischen zum Greifen nah.

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