Höchster Forschungsturm wird in Brasilien eröffnet

325 Meter hoher Klima-Messturm wird im Amazonasgebiet eingeweiht / Wanka: "ATTO hilft, die grünen Lungen unseres Planeten zu schützen"
Fünf Personen stehen vor einem Hinweisschild zu ATTO. Im Hintergrund befindet sich der Klimamessturm ATTO. (Max-Planck-Institut für Chemie)
Vertreter Brasiliens und Deutschlands weihen den Klima-Messturm "Amazonian Tall Tower Observatory" ein
Foto: Max-Planck-Institut für Chemie

Der höchste Klima-Messturm "Amazonian Tall Tower Observatory" (ATTO) wurde am 22. August von Vertretern der Länder Brasilien und Deutschland eingeweiht. Er befindet sich im größten zusammenhängenden Regenwaldgebiet der Welt und ist mit seinen 325 Metern höher als der Eiffelturm. ATTO wird der Wissenschaft als Forschungsbasis dienen, um Klimavorgänge in unterschiedlichen Höhenlagen und den Einfluss des Amazonasgebietes auf das globale Klimageschehen besser analysieren und verstehen zu können. Nach sechsjähriger Planungs- und Bauphase wird das rund 150 km nordöstlich von Manaus gelegene Bauwerk am Samstag an die Wissenschaft übergeben.

"ATTO hilft, Klimaveränderungen besser zu verstehen und die grünen Lungen unseres Planeten zu schützen. Der höchste Forschungsturm ist ein weithin sichtbares Zeichen für die gute wissenschaftliche Kooperation zwischen Brasilien und Deutschland", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. "Zudem ist der Turm Ausdruck für das Engagement Deutschlands, dem Klimawandel entgegen zu treten und durch eine verbesserte Wissensgrundlage die internationale Klimapolitik zu unterstützen."

Durch ATTO werden Klima-Beobachtungen in unterschiedlichen Höhen der Atmosphäre möglich, die bislang so nicht realisierbare Messergebnisse zur Treibhausgasbilanz und zu den komplexen Wechselwirkungen zwischen Landoberfläche und Atmosphäre liefern. Deutsche und brasilianische Wissenschaftler forschen in einem Waldgebiet, das weit entfernt von Störungen durch menschliche Einflüsse liegt. ATTO wird dazu beitragen, die klimarelevanten chemischen und physikalischen Prozesse über dem Amazonasgebiet zu erfassen, zu bewerten und damit neue Grundlagen für den Klimaschutz zu schaffen.

Der Bau von ATTO wurde zwischen Deutschland und Brasilien im Jahre 2009 vereinbart und von beiden Ländern hälftig mit insgesamt 8,4 Millionen Euro unterstützt. ATTO wird als ein Gemeinschaftsprojekt der Max-Planck-Institute für Chemie und für Biogeochemie sowie dem brasilianischen Bundesinstitut für Amazonasforschung (INPA) und der Universität des Staates Amazonas (UEA) realisiert.

Im Rahmen der aktuellen deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen in Brasilia bestärken die Bundesregierung und die brasilianische Regierung ihr Engagement in der Klimaforschung und ihre aktiven Rollen in der internationalen Klimapolitik.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.