Mit Forschung Hunger bekämpfen

Dr. Birgit Müller vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung widmet sich mit ihrer Nachwuchsgruppe den Fragen von Nahrungssicherheit und Landnutzung von Kleinbauern in Afrika.

Die Wirtschaftsmathematikerin liebt es, in der Natur zu sein. Sie sammelt Wildpflanzen und verwendet sie zum Kochen oder zum Färben von Wolle.

Dr. Birgit Müller vor einem urbanen Hintergrund mit einem See (Gunnar Dressler (UFZ))
Dr. Birgit Müller widmet sich den Fragen von Nahrungssicherheit und Landnutzung von Kleinbauern in Afrika
Foto: Gunnar Dressler (UFZ)

Nachhaltig denken und handeln

Das Thema Nachhaltigkeit ist Birgit Müller schon sehr lange wichtig. Nach ihrem Studium hatte sie ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in der Landwirtschaft absolviert. Ihre Kompetenzen aus dem Studium wollte sie bündeln und so hat sie schon in ihrer Doktorarbeit Landnutzung und Nachhaltigkeit zusammen mit Computermodellierung in ein Thema verflochten. Und in der von ihr geleiteten Nachwuchsgruppe POLISES, die zum Förderprogramm „Nachwuchsgruppen Globaler Wandel - 4 + 1“ des BMBF-Referats 724 gehört, wird die Forschung dazu fortgeführt. Die Zusammenhänge zwischen Natur, Nutzung und sozialen Fragen analysiert Müllers Nachwuchsgruppe mit Hilfe von Computermodellen und unterstützt die Entwicklung von Politikmaßnahmen für Nahrungssicherheit. Denn die Bekämpfung des Hungers ist weltweit eine der größten Herausforderungen. Deshalb sind die Forschungsergebnisse aus POLISES so wichtig. Sie können einen Beitrag zur Bekämpfung des Hungers leisten. „Das ist ein ganz wichtiger Aspekt für meine Forschung“, berichtet Müller.

Ein FONA-N auf einem Schreibtisch, vor einem Computerbildschirm. (Gunnar Dressler (UFZ))
Die von Dr. Birgit Müller geleiteten Nachwuchsgruppe POLISES analysiert mit Hilfe von Computermodellen die Zusammenhänge zwischen Natur, Nutzung und sozialen Fragen.
Foto: Gunnar Dressler (UFZ)

Nachwuchsförderung

Als Doktorandin und Post-doc war Müller selbst Mitglied einer Nachwuchsgruppe. Dabei war ihr nicht nur die Forschung wichtig, sondern sie betont, dass sie insgesamt wichtige Erfahrungen gesammelt hatte, auch beim Schreiben von Anträgen. Diese Erfahrungen möchte sie ihren Teammitgliedern in POLISES weitergeben.

Klimarisikoversicherungen ein gutes Mittel?

Immer häufiger kommt es zu klimabedingten Extremereignissen wie Dürren, Starkregen oder Wirbelstürmen. Dadurch entstandene Schäden können in Industrieländern abgefedert werden, da auch Versicherungen für den Agrarsektor existieren. In Entwicklungsländern sind die Folgen jedoch oft verheerend, da Ernteausfälle komplette Existenzgrundlagen vernichten und Ressourcen zum Wiederaufbau fehlen. Birgit Müller untersucht mit ihrer Nachwuchsgruppe, ob Klimarisikoversicherungen die Nöte von Kleinbauern nach Extremereignissen wirksam lindern können.

NomadSed

Spielend lernen, forschen und zusammenarbeiten. Das liegt der zweifachen Mutter besonders am Herzen. So hat sie gemeinsam mit anderen WissenschaftlerInnen ein Spiel entwickelt, noch bevor sie Nachwuchsgruppenleiterin in POLISES wurde. Nomadsed ist ein strategisches Brettspiel, bei dem die Spieler in die Rolle von Hirtennomaden schlüpfen. Es zeichnet die Landnutzung in Trockengebieten unter den Bedingungen des Globalen Wandels nach.
Mit den WissenschaftlerInnen der Nachwuchsgruppe entwickelt Müller derzeit einen Prototyp eines webbasierten Lernspiels zur Ernährungssicherung. Es richtet sich an Schüler der Sekundarstufe und hat zum Ziel, den Jugendlichen bewusst zu machen, dass sie selbst verantwortungsbewusste Verbraucher sind, die durch ihr Verhalten Einfluss auf Landnutzungsmuster und Ernährungssicherheit von Kleinbauern in einem Entwicklungsland haben. Es soll auch das Verständnis für die komplexen und auf den ersten Blick nicht offensichtlichen Zusammenhänge verbessern, die die Ernährungssicherheit in einer vernetzten Welt prägen.

Dr. Birgit Müller im Interview